Druckschrift 
5 (1845) Entführung bis Gebläse
Entstehung
Seite
673
Einzelbild herunterladen
 

II

.'r

Kürstenberg (Franz, Freiherr von)

Haus F. im Mittelalter theilte, vereinigten sich insgesammt in der Person Friedrichs III.,gest. 1559 . Friedrich's Söhne, Christoph und Joachim F., stifteten, jener die kin-zingerthaler, dieser die Heiligenberger Linie. Die kinzingerthaler Linie schied sich später in zweineue Äste, in die vom Grafen Vratislaw II. gestiftete möskirchische Linie, welche 17-1-1 aus-starb, und in die vom Grafen Friede. Rudolf gegründete sWlinger Linie, die noch gegenwär-tig fortdauert. Auch die Heiligenberger Linie theilte sich später in die Heiligenberger unddoncsingische, welche letztere aber bald ausstarb. Im I. 1664 wurde die hciligenbergcrLinie in den Neichsfürstenstand erhoben und erhielt >667 Sitz und Stimme im Reichsfür-stenrath, erlosch aber 1716, worauf die ältere kinzingerthaler Linie die Güter und den Für-stentitcl erbte. Fürst Ioh. Wilh. Ernst aus der kinzingerthaler Linie vereinigte nach demAussterbender möskirchischen wieder die gesummten Besitzungen und erhielt zugleich 1762vom Kaiser die Gunst, daß alle eheliche Söhne der F. den Fürstentitel führen durften, wäh-rend bisher nur der jedesmalige Regent Fürst, die andern Familienmitglieder Landgrafenhießen. Unter den ältern Gliedern der Familie sind zu erwähnen: EgonGrafvonF.,geb. 1588 , der erst Geistlicher, dann Soldat und zwar in liguistischen Diensten, mit Voll-ziehung des Nestitutionsedicts in Franken und Würtembcrg beauftragt wurde, unter Tillybei Leipzig im I. 1631 den rechten Flügel commandirte und als Gcncrallieutenant desSchwäbischen Kreises 1635 starb. W il h. EgonvonF., geb. 1629 , der gleich seinen bei-den ältern Brüdern dem Bischöfe Franz Egon von Strasburg, gest. 16 82 , und Hermann Egon,dem Oberhofmeister des Kurfürsten Ferdinand Maria von Baicrn, ganz dem s:-anz. In-teresse hingegeben, Geh. Rath des Kurfürsten Maximilian Heinrich von Köln war, den erblindlings leitete. Trotzdem daß der Kaiser Leopold am 12 . Mai 1664 alle drei Brüder inden Reichsfürstenstand erhoben hatte, waren sie ihm doch feind und verriethcn ihr Vaterlandan Frankreich. Man nannte sie spottweise mit ihren Complicen nur Egonisten, als Ansxic-lungzugleichaufEgoisten und ihrenFamiliennamcn Egon. Endlich ließ am 4 . Fcbr. 1674 derKaiser zu Köln durch Soldaten sich der Person Wilh. Egon von F.'s, der auf alle Weise diePlane Ludwig's XI V. auf Deutschland förderte, bemächtigen, ihn nach Bonn und dann nachWienecisch-Nenstadt führen, wo er anfangs enthauptet werden sollte, aus Furcht vor Frank-reich aber, das sich seiner dringend annahm, unangetastet blieb und durch den nimweger Frie-den sogar wieder in seine Ehren und Würden eingesetzt wurde. Von der Kurfürstenwahl zuKöln im I. 1688 wegen seiner verdächtigen politischen Gesinnung ausgeschlossen, machteihn Ludwig XIV. zum Erzbischof von Strasburg, der Papst aber zum Cardinal. Er starb> 704 . Ant. Egon von F., ein Günstling des Kurfürsten August des Starken vonSachsen, wurde von diesem nach seiner Erhebung auf den poln. Königsthron im I. 1697in Sachsen als Statthalter zurückgelassen, um hier die Geldsumme, die der König in Polenbrauchte, durch drückende Auflagen herbeizuschaffen. Erstarb >716 zu Hubertsburg.Der gegenwärtige Standesherr ist der Fürst KarlEgonvonF-, geb. am 28 . Oct. 1796 ,bad. General, seit 1818 mit der Prinzessin Amalie von Baden vermählt, und als erblichesMitglied der ersten Kammer der bad. Ständcversammlung seit vielen Jahren Viceprälident.Er besitzt in Böhmen mehre Fideicommißherrschaften, wie Pürglitz, Kruschowitz, Nischburgu. s. w., rcsidirt zu Donaueschingcn und hat 66600«» Fl. jährliche Einkünfte. Die vondem jüngsten Sohne des Fürsten Prosper Ferdinand von F., gest. 1764 , gestiftete, in Ost-reich blühende weitraer Linie führt den landgräflichen Titel und besitzt die HerrschaftenWcitra, Rheinpolz, Wasen in Nicderöstrcich und andereHerrschaftcn in Mähren mit 156666Fl. Einkünften. Der jetzige Landgraf istFriedrich von F., geb. 1774, östr. WirklicherGeh. Rath und Obcrhofceremonienmeister. Vgl. Münch,Geschichte des Hauses und desLandes F." (3 Bde., Aach. 1830 32 ).

Fürstcnberg (Friede. Wilh. Franz, Freiherr von), ein ausgezeichneter Staats-mann, der sich um das münstersche Land große Verdienste erwarb, geh. am 7. Aug. 1729,aus einem der ältesten Geschlechter des westfäl.Adels, besaß vortreffliche, durch Studien undReisen, besonders in Italien, ausgebildete Anlagen, die er als Mitglied der Ritterschaft unddes Domcapitels zu Münster, vorzüglich während des Siebenjährigen Kriegs, auf eine wohl-chäkige Weise entwickelte. Nach dem Frieden ernannte ihn der zum Kurfürsten von KölnConv.-Lex. Neunte Ausl. V. 43

»ich'

z