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Fulda (Friedr. Karl) Fultou
c schoss Adclbert, vem Hause Nassau-Dramen als Furstcnthum eingeräumt, doch bald wieder
. dem Fürsten Wilhelm, der gegen Napoleon die Waffen ergriffen hatte, entrissen und zu dem
) l Großherzogthum Frankfurt geschlagen, mit welchem es bis zu dessen Auflösung vereinigtt blieb. Im Z. l 815 von Preußen in Besitz genommen, wurde cs bald darauf theils an Baicrn,
- größtenthcils aber an Kurhessen abgetreten. Die gegenwärtige Provinz F. hat eine hohe
j Lage und wird an der Ostseite von dem Nhöngcbirgc und an der Westseite vom Vogelsberge
) ! begrenzt, der zum Thcil selbst zu ihr gehört. Viele einzelne, kegelförmige Berge, welche vul-
i konischen Ursprungs sind, wechseln durchgehend mit dazwischen liegenden Wiesengründen unde Thälccn. Einige der Berge, wie der Dammcrsfcld, die Milzcburg, ihrer grotesken Form
> wegen dasHeufudcr genannt, und der Bibrastein erheben sich zu cincrHöhe von2—30Ü0F.
i Viele Gewässer, darunter die Fulda, welche in Baiern entspringt, gewähren dem Lande eine
> reichliche Bewässerung. Der Boden ist im Allgemeinen bergig, steinig und mager, durch den
> Fleiß der Einwohner aber wohlangebaut. An Waldungen, vorzüglich von Buchen, ist
c großer Reichlhum. Treffliche Wiesengründe geben reichliche Fütterung und veranlassen be-
c nächtliche Rindvieh - und Schafzucht. Das Salzwcrk zu Salzschlief gewährt jährlich über
' 2266 Ctr. Ausbeute. Die Einwohner unterhalten viele Fabriken und beschäftigen sich vvr-
- züglich mit Spinnerei und Weberei. Viele Landleute gehen im Sommer in die südlichen
> Maingcgcnden, wo die Ernte früher beginnt, und suchen hier etwas zu verdienen. — Die
> Hauptstadt Fulda mit etwa >6066 E., der Sitz der für das Großhcrzogthum >817 errich-teten Negierung und des Oberlandcsgcrichts, sowie des katholischen Bischofs für das Kur-finstenthum Hessen, liegt in einem weiten Thale an der Fulda, über welche eine steinerneBrücke führt. Der schönste Platz, der Domplah, ist mit zwei Obelisken geziert. Unter denGebäuden zeichnen sich aus die herrliche, von Quadersteinen erbaute Domkirche, mit einerschönen Kuppel und dem Grabe des hcil.Bvnifacius, und das vormalige bischöfliche Schloß,vor welchem die 18 >2 ausgcrichtetc kolossale Erzstatuc des heil. BonifaciuS prangt. Auchhat die Stadt ein Gymnasium, welches an die Stelle der hier von >73-1— 1863 bestehendenUniversität getreten ist, eine Domschulc, zwei Nonnenklöster und ein Franciscauerklostec aufdem nahen Fraucnbcrge. Ungefähr eine Meile südlich von F. liegt auf einer niedrige», aberweil ausgedehnten Anhöhe das vormalige bischöfliche Lustschloß Fasanerie.
j Fulda (Friedr. Karl), deutscher Sprach- und Geschichtsforscher, gcb. am 13. Sept.
^ >721 zu Wimpfen in Schwaben, widmete sich in Tübingen und Göttingen dem Studium
der Theologie, das er, nachdem er einige Zeit die Stelle eines Aeldpredigers in einem Holland.Negiinentc bekleidet hatte, zu Göttingen fortsctztc, und wurde zuletzt Pastor zu Ensingen ander Enz im Würtcmbergischen, wo er am l I. Dcc. >788 starb. Den glücklichen Erfolg seinerForschungen über die deutsche Sprache bewährte er zunächst in der Abhandlung „Uberdie zwcc» Hauptdialcktc der deutschen Sprache" (Lpz. I 7 7 3), dann in seinem größer» Werke„Sammlung und Abstammung gcrman. Wurzelwörter nach der Reihe menschlicher Be-griffe" (Halle >776, -1.), auf welches er die „Grundregeln der deutschen Sprache" (Stuttg.>778) und den „Versuch einer allgemeinen deutschen Jdiotikensammlung" (Verl. >788)folgen ließ. Andere Untersuchungen von ihm finden sich in dem „Deutschen Sprachforscher",j den er gemeinschaftlich mit Nast in Stuttgart hcrausgab. In allen diesen Schriften zeigte F.Philosophischen Scharfsinn, ausgcbreitete Bekanntschaft mit den Sprachen und der Geschichteund den mühsamsten Fleiß. Seine Schreibart ist äußerst gedrungen und grenzt oft selbst andas Dunkle und Näthselhafte. Historische und antiquarische Kenntnisse entwickelte er in der„Gcschichtskarte, in zwölf großen illuminirtcn Blättern" (Bas. > 782) und in den, „Über-blick der Weltgeschichte, zur Erläuterung der Geschichtskarte" (Augsb. > 7 83). Seinen Com-mentar über den Ülsila, nebst einem Glossar und einer mösogothischen Grammatik, hat Zahni in seiner Ausgabe des Ulfila (Weißens. > 865) bekannt gemacht.
Fulgurit, s. Blitzröhren.
Füllhorn (cornu oopine), ein mit verschiedenen Gaben der Natur, wie Blumen,Früchten u. s. w., gefülltes, gewöhnlich gewundenes Horn, das Symbol des Reichthumsund Überflusses, hak einen mythischen Ursprung. (S. Amalthca und Achclous.)
Aulton (Rob.), der Erfinder des Dampfschiffs, wurde >767 in der Grafschaft Lan-^ castcr in Pennsylvanicn geboren und kam, da sein Vater unbemittelt war, zu einen, Gold»