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5 (1845) Entführung bis Gebläse
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Fühler Führich 665

Künste und Wissenschatten mit Freigebigkeit unterstützt; ihre Wohnungen und Garten wa-ren Meisterstücke der Baukunst und des damaligen Geschmacks. So verliert auch die Er-zählung das Unglaubliche, daß, als Karl V. nach seinem Zuge gegen Algier bei Anton F.cinkehrte, dieser im Kamin ein Feuer von Zimmtholj mit der Schuldverschreibung des Kai-sers angezündet. Dabei waren sie fortwährend eifrigst bemüht, durch Wort und Thal Guteszu stiften. Ulrich, Georg und Jakob F., des wohlthätigen Jakob Söhne, hatten in der Ja-kober Vorstadt zu Augsburg Häuser gekauft, sie niederreißen und dafür >0» kleinere bauenlassen, die sie armen Bürgern gegen geringen Zins überließen. So entstand die Fuggcrci,die unter diesem Namen, mit eigenen Mauern und Thoren versehen, noch gegenwärtig be-steht. Auch viele andere wohlthätige Stiftungen wurden durch Ant. F. und dessen Söhnegemacht. Freilich riefen sie auch die Jesuiten nach Augsburg und beschenkten sie mit Gebäu-den für Collegium, Kirche und Schule und mit reichlichem Golde. Nach den beiden Brü-dern Raimund und Anton F. hatte sich das Geschlecht in die Naim undischc und dieAntonius linie getheilt, aber alle schreiben sich: Grafen Fugger von Kirchbcrg und Wei-ßenhorn. DieRaimundische Hauptlinie theilte sich durch Raimund's Söhne wieder inzwei Äste: der ältere, Joh. Jak. F., stiftete den pfirtischcn, Georg F. den kirchberg-wcißcn-hornischen Zweig, die beide noch bestehe». Die Anton iuslinic theilte sich durch Marx,Hans und JakobF. wieder in drei Nebenlinien, von denen die ersterc >676 im MannS^stamme erlosch, die zweite gegenwärtig in drciZweige, nämlich Fugger-Elött, Fuggcr-Kirchheim und Fugger-Nordcndorf sichtheilt, und die dritte noch in dem ZweigeFugger-Babenhausen fortblüht. Der GrafAnselm Maria Fugger-Baben-hausen, gest. am 22. Nov. 1821, wurde vom Kaiser Franz >1. am l. Aug. >863 nebstseiner männlichen Nachkommenschaft, nach dem Rechte der Erstgeburt, in den Neichssürsten-stand erhoben, und die Reichsherrschaften Babenhausen, Boos und Kettershausen, zusam-men 7 lüM. mit I I066 E. und 266606 Fl. Einkünften, unter der EesammtbencnnungBabenhausen, zu einem Neichsfürstcnkhum erhoben. Durch die Errichtung des Rheinbundeskam dasselbe sowie die übrigen F.'schen Besitzungen unter die Oberhoheit des Königs vonBaicrn; doch sind ihre» Besitzern viele Vorrechte von Seiten der Krone durch besondereVerträge zugestandcn worden. Der jetzige Standesherr von Babenhausen ist der FürstLeopold Karl Maria, geb. am 3. Oct. >827, der am 29. Mai >836 seinem verstor-benen Vater Anton Anselm unter Vormundschaft folgte.

Fühler oder Fühlhörner (^»tenim«) heißen bei den Insekten die zwcigcgliederten,an den Seiten des Kopfs befindlichen, vielgestaltigen Organe, die, weil sic niemals fehlen undin den Gattungen eine beständige Form haben, zur Begründung systematischer Unterschiedewichtig sind. Wie schon der Name andeutet, so hielt man sie ehedem für Tastwerkzeuge, alleinsic eignen sich nicht zu solchcmZwcckc, da sie meist hornig sind, außerdem auch andere weichereTheilc sichtbarlich das Tasten vermitteln. Nach Kirby sind die Fühler die Hörorgane derInsekten; daß das durch solche Werkzeuge möglich gemachte Hören in seinem Hergänge sichanders verhalten müsse als da, wo ein gewöhnliches Ohr vorhanden ist, liegt auf der Hand,indessen beweisen Versuche, daß das geringste Erzittern der umgebenden Luft von diesen Or-ganen empfunden wird. Wcichthicrc und Würmer besitzen oftmals theils am Kopfe, thcilsan andern Theilen des Körpers Fühler (Utacula), die von der verschiedensten Gestalt, invielen Fällen wol der Sitz mehrer verschmolzener Sinne sein mögen.

Führich (Jos.), Historienmaler, geb. zu Kragau inBöhmen imJ. >806, erhielt seineBildung in Prag, Wien und Nom und lebt gegenwärtig in Wien. In Nom bestimmte sichseine Kunstrichtung durch Verbindung mit den deutschen Malern, welche dort die sogenannteromantische Schule gründeten. Mit Schnorr, Veit, Koch und Overbeck nahm er Theil ander Ausschmückung der Villa Massimi, in der er die Sccnen aus Tasso arbeitete. (S. Frcsco -Malerei.) Seitdem hat er sich ohne einseitige Vorliebe für die fromm-mittelalterliche Rich-tung doch immer einer strengen Reinheit des Stils beflissen und zahlreiche höchst bedeutendeWerke geliefert, theils in Öl, theils in Kupferstich. Das wichtigste ist seine Geschichte der heil.Genoveva (>833) und sein herrlicher Triumph Christi in einer Reihe von Blättern. Vonseinen früher« Arbeiten sind sein Vaterunser und seine Sccnen aus der bähm. Geschichte zuerwähnen. F. ist eines der bedeutendsten Talente, welche jetzt in. der geschichtlichen Maler«