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5 (1845) Entführung bis Gebläse
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Fugger

mit Krcidc und Tusche und nachher auch in Gemälden ausführte. Bei großer technischerGewandtheit war indeß F. nicht frei von akademischer Manier; auch leiden seine Arbeitenan einer gewissen Kälte der Erfindung und an Einförmigkeit de- Charakters

Fugger, ein fürstliches und gräfliches Geschlecht in Schwaben, hat den WebermeisterJohannes §. zu Graben unweit Augsburg, der mit Anna Meisner aus Kirchheim ver-heirathet war, zum Ahnherrn. Der älteste Sohn desselben, Johannes F., ebenfallsWebermeister, erhcirathcte 1370 mit Klara Widolph das Bürgerrecht zu Augsburg undfing nun neben der Weberei einen Leinwandhandel an. Nach seiner ersten Gattin Tode ehe-lichte er 1382 Elisabeth Gfattermann,.eines Rathshcrrn Tochter, mit der er zwei Söhneund vier Töchter zeugte. Er wurde in der Weberzunft einer der Zwölfer, die mit im Rachesaßen, Frcischöffe der westfäl. Feme und starb 1309 mit Hinterlassung eines für damaligeZeit bedeutenden Vermögens von 3009 Fl. Sein ältester Sohn, Andreas F-, wuchertemit seinem Anthcile so, daß er bald vorzugsweise der reiche F. hieß. Mit seiner Gemahlin,Barbara, aus dem alten Geschlechte der Stammler vom Ast, stiftete er die adelige Linie derF.vomRch, so genannt von dem Wappen, das Kaiser Friedrich lll. dessen Söhnen gab,die aber 1583 ausstarb. Des Johannes F. zweiter Sohn, Jakob F., besaß zuerst unterden F. in Augsburg ein Haus und trieb schon eine ausgebrcitcte Handlung. Jakob §.'sSöhne Ulrich, Georg und Jakob) erweiterten durch Fleiß, Geschicklichkeit und Redlich-keit ihre Handlungsgeschäfte außerordentlich und legten den Grund zu dem großen Flor derFamilie; sie verhcirathcten sich mit Frauen aus den edelsten Geschlechtern und wurden vomKaiser Maximilian in den Adelstand erhoben, der bei ihnen die Grafschaft Kirchberg unddie Herrschaft Wcißenhorn für 70000 Goldgulden verpfändete und dem sie später im Auf-träge Papst Julius' II. >70000 Dukaten, als Hülfsgcldcr zum Kriege gegen Venedigzahlten. Ulrich widmete sich insbesondere dem Handel, den er mit Ostreich eröffnete, und csgab keinen Handelsgegenstand, den er nicht berücksichtigt hätte; selbst Albrecht Dürer'sKunstwerke gingen durch seine Hand nach Italien. Jakob dagegen beschäftigte sich mit demBergwesen; er pachtete die Bergwerke in Tirol und gewann dadurch außerordentliche»Reichthum; er lieh den Erzherzogen von Ostreich 150000 Fl. und erbaute das prächtigeSchloß Fuggerau in Tirol. Als er 1503 zu Hall in Tirol starb, folgte Kaiser Max in Per-son seiner Leiche. Sv gewannen durch Handel und Bergbau die F. immer größer» Neich-thum. Nach allen Gegenden gingen ihre Waarcn, und fast jede Straße, jedes Meer trugF.'sche Lastwagen und Schiffe. Den höchsten Glanz aber erreichte dieses Geschlecht unterKaiser Karl V. Nachdem, wie früher Jakob F., auch Ulrich F.'s Söhne 1536 ohne Erbengestorben waren, so beruhte der Stamm und Glanz des Geschlechts auf Raimund undAntonF., den beiden Söhnen Gcorg's und der Regina Jmhof, die den Eifer Eck's gegenLuther und die Wittenberger mit ihrem Gclde unterstützten. Als Kaiser Karl V. 1530 denReichstag zu Augsburg hielt, wohnte er in Anton F.'s prächtigem Hause am Weinmarktc;er erhob unterm l-t. Nov. 1530 Anton und dessen Bruder Raimund in den Grafen- undPannerstand, gab das noch verpfändete Kirchberg und Weißenhorn ihnen erb-und cigen-thümlich, nahm sie auf der schwäb. Grafcnbank unter die Reichsstände auf und begabte siemit einem Siegelbricfe, der ihnen fürstliche Gerechtsame verlieh. Für die Unterstützung, diesie ihm bei seinem Zug gegen Algier im I. 1535 gewährten, gab er ihnen das Vorrecht, gol-dene und silberne Münzen zu schlagen, das von ihnen 162123 und 1693 ausgeübt wurde.Bei seinem Tode hintcrließ Anton F. sechs Mill. Goldkronen baar, abgesehen von vielenKostbarkeiten und Juwelen, und Gütern in allen Thcilen Europas und beider Indien. Vonihm soll Kaiser Karl, als er den königlichen Schatz zu Paris besehen, gesagt haben:ZuAugsburg ist ein Leinweber, der kann das Alles mit eigenem Golde bezahlen." KaiserFerdinand II. erhöhte noch den Glan; des F.'scheu Hauses bei der Bestätigung des vonKarl V. ertheilten Gnadenbricfs durch die Verleihung neuer großer Vorrechte an die beidenÄltesten der Familie, den Grafen Hans und HieronymusF. Auch als Grafen setztendie F. die Handlung fort und erwarben so unermeßliche Rcichthümer. Die ersten und vor-nehmsten Stellen im Reiche wurden ihnen zu Theil, und mehre reichsfürstlichc Häuser rühm-ten sich der Verwandtschaft mit dem F.'schen Geschlechte. Sie waren im Besitze ausgezeich-neter Kunst- und Büchersammlungen; Maler und Musiker wurden von ihnen unterhalten,