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einzelnen Widersprüche der Angcklagrra untereinander blos Nebendinge betrafen, schon bei-nahe am Ziele ihrer Wünsche, als ein neuer wichtiger Umstand cintrat. Die geschiedene Fraueines Offiziers, Marie Franc. Clarissc Manson, die Tochter des PrevotalgerichtspräsidentenEnjalran, hatte im Gespräche mit ihrem Verehrer, einem Offizier Clemandot, so genaueUmstände der Mordthat erwähnt, daß der Verdacht entstand, sie sei dabei zugegen gewesen.Darüber zur Ncde gestellt, erklärte sie in Gegenwart des Präfecten und ihres Vaters, daß siesich am Abend des I 0. März eines Abenteuers halber in männlicher Kleidung in der StraßeHcbdomadicrs befunden und, erschreckt durch den Lärm, welchen der Überfall eines Menschenauf der Straße verursacht, in das Bancal'schc Haus geflüchtet sei. Hier habe man sie sogleichbeim Eintritt im Dunkeln ergriffen und in ein Cabinet gebracht, wo sie vor Entsetze» ob derverübten Thal in Ohnmacht gefallen, dadurch aber den Mördern verrathen worden sei, vondenen Einer auf sic zugestürzt sei, um auch sie zu erwürgen. Durch die Dazwischenkunfteines Andern sei dieser zwar von seinem Vorhaben abgehalten worden, doch habe sic auf denKörper des Ermordeten einen furchtbaren Eid ablegen müssen, nichts zu verrathen, und seidarauf von einer dritten, gleichfalls beim Mord implicirten, Person in Sicherheit gebrachtworden. Mehr war nicht ans ihr hcrauszubringcn, indem sie sich bei allen Fragen auf ihrenEid und auf die ihr gewordene Drohung berief, daß man sie und ihr einziges Kind tödtenwerde, falls sie einen der Mörder nenne. Unterdeß hatte sich Bancal mit dem in Urin aufge-lösten Rost der Nägel seiner Holzschuhe vergiftet und dadurch die Untersuchung aufs neue er-schwert. Aus den von dem Gerichtshöfe in Rhodcz vorläufig angestcllten Erörterungen er-gab sich jedoch bereits folgender Stand der Anklage. F. war, als er der mit Jausion undBastide getroffenen Verabredung gemäß, am Abende des I0. Mär; zu der besprochenen Zu-sammenkunft ging, in der Straße Hebdomadiers, unfern des Bancal'schen Hauses, von meh-ren postenweise verthcilten Männern überfallen und in die Unterstube des genannten Hausesgeschleppt worden. Hier hatten ihn die anwesenden 10—11 Personen, unter ihnen auch ei-nige Weiber, gezwungen, mehre Wechsel zu unterschreiben. Nachdem dies geschehen, war er,entkleidet und an allen Gliedern gebunden, auf einer Bank gleich einem Lhierc geschlachtet,der Leichnam aber darauf eingcpackt und in der Nacht zur Stadt hinaus in den Avcyron ge-bracht worden.
Das Verfahren vor dem Assisengerichtc zu Nhodez wurde am 18. Aug. 1817 unterunbeschreiblichem Zudrang aus der Nähe und Ferne eröffnet undMad. Manson am 2 ,'.Aug.zum ersten Male öffentlich als Zeugin verhört. Die weibliche Schüchternheit und Drohun-gen, die ihr zcithcr von allen Seiten gekommen waren, wirkten auf die zart organisirte Frauso ein, daß sie, den Mördern gegenübcrgcstellt, in Ohnmacht sank. Wieder zu sich gekommen,nahm sic ihre früher« Geständnisse zurück, hartnäckig leugnend, daß sie am bewußten Tageim Bancal'schen Hause gewesen sei, indem sic Das, was sie geäußert, von einer gewissen RosePierret, welche Zeugin der Mordthat gewesen, erfahren habe. Als man in der letzten Sitzungder Assist am 5. Scpt. sic durch Fragen immer mehr verwickelte, rief sie endlich aus: „Nochsind nicht alle Schuldige in Fesseln, aber über meine Lippen darf die Wahrheit nicht!" Nachdem fast einstimmigen Urthcilc der Geschworenen, am 12. Sept., wurde die Witwe Bancal,Bastide, Jausion, Bax und Collard zum Tode, Missonicr und Anne Bcnoit zu lebensläng-licher Galcercnstrafc und Bousquicr zu ein Jahr Zuchthaus verurtheilt, Mad. Mansonaber, auf Antrag des Gcncralprocurators wegen falschen Zeugnisses in Verhaft genommen.Doch die Familien Bastidc's und Jausion's setzten Alles in Bewegung, um die Genanntenzu retten. In Folge eines Cassationsgcsuchs wegen Vernachlässigung verschiedener Forma-litäten in dem Verfahren wurde in der That das Unheil für nichtig erklärt und die ganzeSache vor dieAssist zu Alby verwiesen. Vor Eröffnung der neuen Untersuchung hatte Mad.Manson im Gefängnisse zu Nhodez ihre Memoiren niedergeschrieben und darin nicht nurihre frühere Aussage, daß sie am I!>. März in der Straße Hebdomadiers gewesen, sondernauch geleugnet, daß ihr von irgend einer Seite Drohungen gekommen seien, um ihre Aussagezu bestimmen, vielmehr ihre Geständnisse vor dem Präfecten für abgedrungen erklärt. Am25. März l8I8 begann die Assist zu Alby ihre Sitzungen. An 30» Zeugen wurden nachund nach verhört, unter Andern auch Rost Pierret; doch ergab sich, daß nicht sie sonderneine Andere, Namens Charl. Artabosse, an jenem Abende im Bancal'schen Haust zugegen