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ternahm er eine Reise nach Polen und Deutschland; nach seiner Rückkehr wurde er >835Pfarrer zu Sunne in Wermland. Seine Reise hatte eigentlich den Zweck, die vom BischofBrask in den Zeiten Gustav's l. nach Polen abgeführten schweb, Urkunden aufzusuchen, vondenen aber keine Spur sich mehr vorfand, da die wichtigsten Archive Polens nach Rußlandgeschafft worden waren. In Kopenhagen und Wien benutzte er die Gelegenheit, die in Ar-chiven aufbcwahrten Gesandtschaftsberichte der in den J. 1640—97 am Hofe zu Stockholmaccreditirten Minister abzuschreiben, die er nach seiner Rückkehr herausgab (4 Bde.). Sei-nen Ruf begründeten hauptsächlich seine „Berättelser ur svenska Historien" (Bd. 1 —10,Stockh. 1823—43), die, abgesehen davon, daßsie durch die patriotische Gesinnung, welchesichdarin ausspricht, durch naturgetreue Auffassung, biographische Details und naive und leben-dige Darstellung zum wahren Volksbuch geworden sind, mit jedem Theile an Gehalt undGründlichkeit durch fleißige Quellenforschung und geschärftes Urtheil gewonnen haben, sodaß .man sic in ihren letzten Theilen als eine unentbehrliche Ergänzung der Geijer'schen Geschichtebetrachten muß. Deutsch erschienen F.'s „Leben Gustav II. Adolfs" (von Homberg, 2 Bde.,Lp;. 1842—43) und „Erzählungen aus der schweb. Geschichte" (2 Bde., Stockh. 1843).Seiner „Charakteristik der Zeit von 1592—1600 in Schweden und der ausgezeichnetstenin dieser Periode lebenden Personen" wurde 1830 der höchste Preis der schweb.Akademie zuTheil. Unter seinen Dichtungen ist das Singspiel „Wcrmlands flickan", welchem die ein-gewebten Volksmelodien besondern Reiz verleihen, beiweitem die vorzüglichste. Außerdemhat F. mehre Schulschriften herausgegeben, namentlich eine schweb. Sprachlehre.
Fualdes. Der Mord des F. zu Nhodez, einer kleinen Fabrikstadt des DepartementsAveyron im südlichen Frankreich, gehört zu den verwickeltsten Criminalfällen neuerer Zeit.F. war Protestant, gehörte zu der Partei der Liberalen und hatte unter der kaiserlichen Ne-gierung den Posten eines Procurators beim Criminalhofe zu Nhodez bekleidet. Nach derRestauration lebte er als Privatmann und trieb Geldgeschäfte. Dies brachte ihn mit demMäkler Jausion und dem Kaufmann Bastide-Grammont auf einen vertrauten Fuß. Plötz-lich faßte er 1817, wahrscheinlich durch die Verfolgungen der Protestanten im südlichenFrankreich bewogen, den Entschluß, Rhode; mit einem andern Wohnorte zu vertauschen.Er verkaufte seine liegenden Gründe und kündigte, sowie Andern, Jausion und Bastide, diegeliehenen Capitalien. Beide konnten für den Augenblick diese ohne großen Nachtheil nichtentbehren, und da F. dessenungeachtet auf Rückzahlung derselben bestand, so gcriethen sie,namentlich der heftige und finstere Bastide, mit ihm deshalb am Morgen des 19. März1817 in einen lebhaften Wortwechsel, der sich damit endigte, daß man eine neue Zusammen-kunft auf den Abend desselben Tags verabredete. Am andern Morgen um 6 Uhr fand man denLeichnam des mit Messerstichen ermordeten F./ eingepackt wie einen Ballen Kaufmannsgut, indem beim Orte vorbeifließenden Aveyron. Ziemlich um dieselbe Zeit erschienen Jausion mitseiner Frau und Schwägerin, der Gattin des Bastide, in der Wohnung des F. und began-nen die Papiere desselben zu durchsuchen, wobei sie nicht nur sein Pult erbrachen und mehrePapiere und Rechnungsbüchcr sondern auch einen Beutel mit Geld und andere Effectenmit sich nahmen. Um 10 Uhr fand sich auch Bastide ein und durchsuchte noch einmal diePapiere. Da man diese Personen als die vertrautesten Bekannten des Ermordeten kannte,der Sohn desselben aber aufNeisen war, so ließ man dies ungehindert geschehen. Die von denBehörden mit allem Eifer, namentlich auf Betrieb des indcß zurückgekehrten Sohns, betrie-bene Untersuchung blieb ohne Resultat, bis auf einmal ein Kind auf eine Spur leitete. Ma-delaine, die zehnjährige Tochter des Schenkwirths Bancal in der Straße Hebdomadiers, hattevon ungefähr geäußert, daß sie wisse, wo und von wem F. ermordet worden sei, und erzählteauf weiteres Befragen, daß der Mord im Bancal'schcn Hause selbst begangen, daß dabei eineMenge Personen gegenwärtig und sie selbst, die man schlafend geglaubt, Zeuge davon gewe-sen sei. Sogleich wurde Bancal und seine Frau, ein ehemaliger Trainsoldat, Collard, dessct«Geliebte, Anne Benoit, sowie noch drei Andere, Bax, Missonier und Bousqnier, und 25Tage nach dem Morde auch Bastide und Jausion festgenommcn. Da die beiden Letzter» Ka-tholiken waren und den vornehmsten Familien der Stadt angchörten, so bot die antiprotc-stantische Partei Alles auf, sie zu retten, und sah sich, da Alle standhaft leugneten und dieConv.-Lex. Neunte Aufl. V. 42