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weniger nachtheilig, wenn sie die Frucht der natürlichen Entwickelung ist. Immer ist es gut,Kinder, bei welchen eine solche Frühreife sich zu zeigen beginnt, in ihrer geistigen Entwickelungdurch gesteigerte Pflege der körperlichen Entwickelung zurückzuhalten.
Frundsberg (Georg von), auchFronsperg oder Freundsberg, Herr zuMin-delheim, kaiserlicher Feldhauptmann, wurde zu Mindelheim am 24. Sept. >475 geboren.Dein Vater, Ulrich F., war, wo nicht Urheber, doch erster Hauptmann des SchwäbischenBundes, und sein Bruder, KasparF., zeichnete sich durch tapfere Thaten als FührerimBundeskriege aus. F. nahm an dem Zuge des Schwäbischen Bundes (s. Schwabcn) wi-der den Herzog Albert von Baiern Theil; sein großes Talent für die Kriegskunst aber bildeteer in den Kriegen Kaiser Maximilian's I. gegen die Schweizer aus. Schon > 504 galt er füreinen der tapfersten Ritter im kaiserlichen Heere, und seit 15 >2 stand er an der Spitze derkaiserlichen Truppen in Italien. Karl V. leistete er wesentliche Dienste in der Schlacht vonPavia im I. > 525. Im I. > 526 warb er > 2000 Deutsche auf eigene Kosten mittels Ver-pfändung seiner Güter, durch welche er das Heer Karl's von Bourbon verstärkte, mit dem erdann vor Rom zog, das im Sturm genommen wurde. Zn der Folge führte er gegen Ulrickvon Würtemberg das Fußvolk des Schwäbischen Bundes an, und im Kriege wider Frank-reich diente er in den Niederlanden unter Philibert von Dramen. Seine Truppen zu Fuß,die Lanzknechte, in Regimenter gctheilt, gaben den Schweizern an kriegerischer Haltung undTapferkeit nichts nach. Als er bei Ferrara die wegen rückständiger Löhnung aufstützigenTruppen nicht zur Ruhe bringen konnte, wurde er, wie er glaubte, vom Schlage gerührt undauf ein Schloß in der Nähe gebracht. „Da siehst du mich wie ich bin", sagte er zu seinemFreunde Schwalinger, „das sind die Früchte des Kriegs! Drei Dinge sollten einen Jedenvom Kriege abschrecken: die Verderbung und Unterdrückung der armen unschuldigen Leute,das unordentliche und sträfliche Leben der Kriegsleute und die Undankbarkeit der Fürsten, beidenen die Ungetreuen hoch kommen und reich werden und die Wohlverdienten unbelohnkbleiben." Auf dem Reichstage zu Worms, wo Luther vor Karl V. sich verantworten sollte,machte der ruhige Blick des angefeindeten Mannes einen solchen Eindruck auf F., daß erLuther freundlich auf die Schultern klopfte und ihm zurief: „Münchlein, Münchlein, dugehst jetzt einen Gang, dergleichen ich und mancher Oberster auch in der allerrrnstlichstenSchlachtordnung nicht gethan haben. Bist du aber auf rechter Meinung und deiner Sachegewiß, so fahre in Gottes Namen fort und sei nur getrost; Gott wird dich nicht verlassen."F. starb zu Mindelheim am 20. Oct. 1528. Seine Güter waren durch die Summen, welchedie angeworbenen Truppen gekostet, so verschuldet, daß sie zum großen Theil verkauft werdenmußten. Dgl. Barthold, „Georg von F., oder das deutsche Kriegshandwerk zur Zeit der Re-formation" (Hamb. 1833).
Fry (Elisabeth), geb. 17 80 auf Cartham-Hall in der Grafschaft Norfolk, die Tochterdes dasigen Schloßbesitzers und Quäkers John Gurnay, stiftete daselbst eine Freischule fürarme, verwaiste Mädchen, die sie nach ihrer Verheirathung mit dem londoner KaufmannJos. Fry erweiterte. Später errichtete sie in London eine Schule für die Kinder der Gefan-genen in Newgate, sowie unter dem Namen des Newgater Vereins eine von einer Vorste-herin und zwölf Frauen geleitete Lehr- und Arbeitsschule für verurtheilte Gefangene. Allge-meiner bekannt wurde sie durch ihre in rastloser Thätigkeit zu Verbesserung des Schicksalsder Gefangenen in Amerika, Frankreich und Deutschland unternommenen Reisen. Währendsie von der einen Seite wegen ihres oft segensreichen Wirkens den Beinamen Engel der Ge-fängnisse erhielt, unterlagen auf der andern ihre Bestrebungen, insofern sie damit mysticisti-sche Tendenzen verband und durch Vertheilung von Tractätchen manche Verirrungen ver-anlaßt, oft lieblosen und harten Beurtheilungen.
Frypell (Anders), einer der populairsten unter den gegenwärtigen schweb. Geschicht-schreibern, geb. >795 in der Provinz Dalsland, wo sein Vater Propst war, studirte in Up-sala, wo er >82> den philosophischen Lorberkranz erhielt, und wurdehieraufLehrer und > 828Rector an der Marienschule zu Stockholm, worauf er >833 den Professortitel erhielt. Be-reits seit >826 Mitglied des königlichen Comite zur Prüfung der Landeserziehungsanstaltenwurde er >834 Mitglied der Akademie der schonen Literatur, der Geschichte und der Alter-thüm« zu Stockholm und der Oldskrift-Selskab zu Kopenhagen. In demselben Jahre un-