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5 (1845) Entführung bis Gebläse
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655
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Frühreife

Frühling

überreichen ließ, machten ausgezeichnetes Glück. Er wurde wieder an den Hof von Parmagerufen; doch der Krieg, welcher in Italien zwischen Spanien und Ostreich ausbrach, ver-setzte auch ihn in drückende äußere Verhältnisse. Nach dem aachener Frieden kam er vonneuem an den Hof zu Parma und überließ sich nun ganz seiner Neigung zur Dichtkunst, biszu seinem Tode im I. >768. Seine Werke erschienen zu Parma (>» Bde., >770) und amvollständigsten zu Lucca (l5 Bde., 1770); eine Auswahl zu Brescia (3 Bde.,> 782).

Frühling heißt im gewöhnlichen Lcbcn.diejcnige Jahrszeit, welche den Übergang vondem Winter zum Sommer bildet und während welcher in Folge der anhaltend wärmer» Witte-rung die Vegetation erwacht; in der Astronomie, diejenige Zeit des Jahrs, in welcher sich dieSonne vom Äquator entfernt und zugleich die Tage zunehmcn. Der astronomische Frühling be-ginnt hiernach in der nördlichen Halbkugel an dem Tage, wo die Sonne von Süden her denÄquator erreicht, d. i. um den 22. März, in der südlichenHalbkugel an dem Tage, wo sic ihn vonNorden her erreicht, d. i. am 23. Sept., er endigt immer an dem Tage, wo die Sonne umMittag ihren höchsten Stand am Himmel erreicht hat, d. i. für die nördliche Halbkugel umden 21. Juni, für die südliche um den 21. Dec. Alles dies gilt jedoch zunächst nur für diegemäßigten Zonen, da sich nur in diesen das Jahr in vier gleiche Jahrszeiten thcilen läßt.Übrigens sind der natürliche oder meteorologische und der astronomische Frühling, welchenletzter» die Kalender angcben, hinsichtlich ihres Eintritts, oft sehr voneinander verschieden;der crstcre tritt desto früher ein, je näher eine Gegend dem Äquator liegt, in der Regel aberspäter als der letztere.

Frühlingscur nennt man ein längere Zeit fortgesetztes Heilverfahren, bei welchem imFrühjahre der ausgepreßte Saft frisch gesammelter Kräuter, z. B. des Wcrmuths, Schnitt-lauchs, Eänseblumenkrauts, Distelkrauts, Kerbels, Schöllkrauts, der Schafgarbe u. s. w.,in einer bestimmten Gabe genossen wird. Es wird entweder der Saft eines einzelnen Krau-tes oder mehrer zusammen verordnet, derselbe mit Milch, Fleischbrühe, Thecausgüsscn u. s. w.vermischt, auch zuweilen noch andere Arznei damit verbunden und die Wirkung des Ganzendurch eine passende Diät unterstützt. Ihren Hauptcinfluß, der gewöhnlich auflösend ist, zei-gen diese Euren in den Organen des Unterleibs. Auch benutzt man die frischen Kräutersäfte,um Molken (s. d.) damit zu bereiten. Vgl. Löffler,Die Kräutersaftcuren und deren Än-wendung" (Drcsd. >830).

Frühlingsnachtgleiche (^equiiwetiinn Vernum) heißt, der Zeitpunkt, in welchemdie Sonne in ihrem Aufstcigen, indem sie von der Südseite des Äquators auf die Nordseitedesselben übergeht, den Äquator erreicht, an allen Orten der Erde Tag und Nacht völlig gleichmacht und bei uns den Anfang des astronomischen Frühlings bestimmt.

Frühreife nennt man die dem betreffenden Lebensalter vorauseilende Ausbildungdes Körpers und Geistes eines Kindes. Die Ürsachen einer solchen Verfrühung liegen häufigin der erziehlichen Einwirkung, oft sind sie aber ganz unbekannt. Es hat Kinder gegeben, dieschon im sechsten Lebensjahre die Größe und Stärke eines erwachsenen Menschen erreichten,und man führt Beispiele an, daß in noch frühem Lebensjahren an Knaben alle Zeichen derMannbarkeit sichtbar waren. Gewöhnlich bleibt bei so ungewöhnlich rascher Entwickelungdes Körpers die Entwickelung des Geistes zurück. Das auffallendste Beispiel von Frühreifedes Geistes ist das von dem sogenannten lübecker Wunderkinde, Ehr. H. Heineken, geb. am8. Febr. >721, das schon im zehnten Monate alle Gegenstände kennen und benennen lernte,noch vor Ablauf des ersten Lebensjahrs unter Anleitung eines Lehrers mit den hauptsächlich-sten Geschichten in den fünf Büchern MosiS sich bekannt machte, im 15. Monate die Welt-geschichte ansing, noch vor vollendetem dritten Lebensjahre die Institutionen und die dän.Geschichte inne hatte, nun auch lateinisch lesen lernte, aber schon im fünften Lebensjahre starb.Ein anderes frühreifes Kind Baratiers, geb. am >9. Jan. >721 zu Schwabach in Franken,konnte im dritten Jahre lesen, im fünften deutsch, franz. und lat. sprechen, im achten die Bi-bel in den Grundsprachen verstehen, wurde dann Mathematiker und Rechtsgelehrtcr, warim l 8. Jahre ein Greis und starb im 20. Lebensjahre. Auch Torquato Taffo, Joh. Picovon Mirandola, Melanchthon, Hugo Grotius gehörten zu den frühreifen Kindern. GeistigeFrühreife der Kinder wird oft von den Älter» aus Eitelkeit absichtlich begünstigt, hat aber inden meisten Fällen die traurigste» Folgen für die körperliche Eestindhcitj nur dann ist sie

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