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1617 auf dem Schlosse zu Weimar von Kasp. von Teutleben, dem Hofmeister des Prinzen 'Johann Ernst des Jüngern, gestiftete Verein zur Erhaltung und Wiederherstellung der Rein-heit der deutschen Sprache, welche damals durch Einmischung fremder Wörter und Redens-arten alle Eigenthümlichkeit zu verlieren in Gefahr stand. Fünf deutsche Fürsten, drei Her-zöge von Sachsen-Weimar und zwei von Anhalt nahmen an der Stiftung desselben Theil, jund sogar König Karl Gustav von Schweden ließ sich als Mitglied aufnehmen. Das Mu-ster für die Einrichtung der Gesellschaft hatten die ital. Akademien gegeben; um jeden Rang,streit zu vermeiden und bürgerliche Mitglieder den höher« gleichzustellen, wurde Jedem einName beigelegt, dessen er sich in der Gesellschaft bedienen mußte. Außerdem erhielt jedes sMitglied ein Sinnbild und einen Wahlspruch die den Namen von Gewächsen entlehntwurden. So hieß z. B. der Herzog Wilhelm von Weimar der Schmackhafte; sein Sinnbildwar eine Birne mit einem Wespenstich, und sein Wahlspruch: Erkannte Güte. Andere hie-ßen der Saftige, der Nährende, her Bittersüße, der Steife, der Gemästete, der Wohlrie-chende, der Abtreibende u. s. w. Über den müßigen Spielen mit Namen, Sinnbildern undWahlsprüchen wurde der ursprüngliche Zweck der Gesellschaft sehr bald vergessen. Dennochwirkte dieselbe mannichfach anregend, insbesondere auf die höhern Stände in DeutschlandSpäter hielt sie ihre Zusammenkünfte auf dem Schlosse zu Köthen, bis sie 1680 einging.Vgl. Neumark, „Neusprossender deutscher Palmenbaum" (Nürnb. 1668).
Fruchtfolge oder Fruchtwechsel, s. Ackerbau.
Fruchtknoten (ovarium) nennt man den Theil des Stempels oder des weiblichenBefruchtungsorgans der Pflanzen, welcher die Eierchen oder die Anfänge der Samen, aufdem Mutterkuchen (plucentit) durch Nabelstränge (tuniculi umllilicsles) befestigt, in seinerHöhlung einschließt. Selten ist nur ein einzelnes Eichen vorhanden. Der Fruchtknoten ent-wickelt sich nach dem Verblühen der Pflanze zurFrucht (s. d.). ^
Fruchtstück nennt man ein Gemälde, welches Garten- oder Baumfrüchte darstellt. ^Die Fruchtstücke erhalten durch Anordnung und Zusammenstellung der verschiedenen Frucht-arten und durch täuschende Wahrheit der Farbengebung und Beleuchtung ihren vorzüglich-sten Reiz. Als die vorzüglichsten Fruchtmaler sind die Niederländer anerkannt, namentlich !de Heem, Mignon, Gillemans, Berbruggen, van Royen, van Huysum und Rachel Ruysch, !während die Italiener dergleichen von jeher zu malen verschmähten. Ihnen fehlt die ver- ;gnügliche Seelenruhe, die zur Production des Fruchtstücks und des S t i l l l e b e n s (s. b.) lüberhaupt nöthig iss. Unter den deutschen Künstlern der neuern Zeit zeichnete sich besondersPreyer in Düsseldorf durch treffliche Blumen- und Fruchtstücke aus.
Fruchtwein, s. Eider.
Fructidor, d. i. Fruchtmonat, hieß in dem republikanischen Kalender Frankreichs dieZeit vom 18. Aug. bis zum 16. Sept. Bekannt ist der 18. Fructidor des I. V (4. Sept.1707), an welchem die Directorialregierung die sranz. Republik durch einen Staatsstreichvor dem Andringen der Royalisten rettete. (S. Directorium.)
Frugöni (Carlo Jnnocenzo), ein berühmter ital. Dichter, geb. zu Genua 1602 , wurdeals der jüngste unter drei Söhnen für den geistlichen Stand bestimmt. Bei ungemcinerLeb-haftigkeit des Geistes und der Einbildungskraft machte er schnelle Fortschritte, besonders in ,den schönen Wissenschaften. Als er 1716 in Brescia Rhetorik zu lehren anfing, hatte er sichschon den Ruhm eines eleganten Schriftstellers in Prosa und Versen, in lat. sowol als in ^ital. Sprache erworben. Er stiftete daselbst eine sogenannte arcadische Colonie, in der er dm -Namen Comante Eginetico erhielt; allein erst in Rom erreichte sein Genius seine volle Ent-wickelung. Seit 1719 lehrte er zu Genua, dann zu Bologna. An dem Hofe zu Parma fander durch des Cardinals Bentivoglio Verwendung eine ehrenvolle Aufnahme; allein seineMuse mußte sich öfter zu Gelegenheitsgedichten bequemen. Seine Denkwürdigkeiten desHauses Farnese, welche er 1720 herausgab, wurden mit dem Titel eines königlichen Ge-schichtschreibers belohnt. Nach dem Tode des Herzogs Antonio kehrte er nach Genua zurückJetzt fing sein Klostergelübde an, ihm lästig zu werden, und nach vielen Bemühungen wurde er !desselben durch Benedict XIV. entbunden. Seine große Canzone auf die Eroberung vonOran durch die span. Truppen, unter dem Befehle des Grafen Montemar, und andere Ge-dichte, welche er zu derselben Zeit dem Könige Philipp V. und der Königin von Spanien