652 Frontispice Froriep
Hauptwerke sind die vier Bücher von den Kriegslisten, „Strstegemuticön", welche zuerst z« "Rom (l^87, 4.), dann von Oudendorp (Leyd. 1731 und 1779), Schwebe! (Lpz. 1772)und llWiegmann (Gott. 1798) herausgegeben wurden, und die für die Geschichte der Baukunst ! -wichtige Schrift „De syuseeluctibus urbis Romae", welche von Adler (Altona 17 92), Neu ^Rändelet (Par. 1820,4.) und zuletzt am besten von Dedcrich (Wesel 1841) bearbeitet wurden, ^
der auch eine deutsche Übersetzung gab (Wesel 1841). Fälschlich wurde F. früher die Schrift„De re sgraria" und die Bruchstücke „De limitibus" und „De coloniis", welche sämmtlich !in „kei sgrurise auctore8" von Göns (Amst. 1674, 4.) enthalten sind, zugeschrieben. .
Frontispice, im Allgemeinen gleichbedeutend mit F ront e (s. d.), nennt man insbesov- ^dere den Mittlern, in Form eines Giebels gebauten, hervorspringenden Theil eines Gebäudes. -Fronto (Marcus Cornelius), ein berühmter Lehrer der Beredtsamkeit unter Hadrian,stammte aus Cirta in Numidien. Er trat später zu Rom mitvielcmBeifall auf, unterrichtete ^ ^selbst die Kaiser Marcus Aurelius und Lucius Verus, gelangte allmälig zu den höchsten ,Staatswürden und starb um 170 n. Chr. Früher kannte man nur Fragmente seiner gram-matischen Schriften („De üiklereutüs vocsbnlvrum"), in neuerer Zeit aber entdeckte Angele ^Mai in einem Palimpsest der Ambrosianischcn Bibliothek zu Mailand mehre Werke desselben,namentlich eine große Anzahl von Briefen (Mail. 1815), wovon in Deutschland ein sorg- ^
faltiger Abdruck (Franks. 1816) und eine kritische Ausgabe, zugleich mit den Anmerkungen !!
Buttmann's und Heindorf's durch Niebuhr (Berl. 1816) besorgt wurde. Einige Jahrenachher fand Mai in einer Handschrift des Vatikans mehr als hundert noch unbekannte Briefe )
des F. und machte dieselben in einer neuen, vervollständigten Ausgabe der sämmtlichcn Werke ' ^(Rom 1823) bekannt, die dann auch in Deutschland (Celle 1832) besonders abgedruckt wur- »den. Eine franz. Übersetzung lieferte Cassan (2 Bde., Par. 1830), eine Auswahl der vor- ^züglichsten Briefe I. C. Orelli in der „(lkrestomirtdia krontomanit", welche der Ausgabe ^des „vislogus <1e oratoribus" von Tacitus (Zür. 1830) beigcgeben ist. F. gehört zu dev nvorzüglichsten Schriftstellern jener Zeit, obgleich seine gekünstelte Sprache und declamato- i ^rische Darstellung den Verfall der Literatur und den gesunkenen Geschmack verrathen. Vgl. ^ .Roth, „Bemerkungen über die Schriften des F." (Nürnb. 1817). l >
Fronton, s. Giebel. d
Froriep (Friedr. Ludw. von), gcb. 1779 zu Erfurt, besuchte die Schulen zu Bücke- hbürg und Wetzlar und studirte seit 1796 zu Jena, wo er 1799 die mcdicinische Doctorwürde ,,
erhielt und 1801 als akademischer Lehrer auftrat. Vielfach beschäftigte er sich mit Eall s ^
Schädellehre, wie seine „Darstellung der neuen, auf Untersuchungen der Verrichtungen des .Gehirns gegründeten Theorie der Physiognomik des vr. Galt" (3. Aust., Weim. 1802) be- .
weist, jedoch blieb die Gcburtshülfe sein Hauptstudium, und eine Frucht desselben war sein !.
„Theoretisch-praktisches Handbuch der Geburtshülfe" (9. Aust., Weim. 1832). Im I. ,
1804 folgte er einem Rufe nach Halle, wo 1806 unter seiner Leitung das öffentliche Ent- ^bindungshaus eingerichtet wurde. Von jetzt an wendete er sich mehr der Naturgeschichte, ver- ^ ^gleichenden Anatomie und Chirurgie zu; auch nahm er thätigen Antheil an Bertuch's l ^(s. d.), seines Schwiegervaters, Wirksamkeit für Verbreitung naturwissenschaftlicher Kennt- ?nisse. JmZ. I8v8wurdecralsProfefforderChirurgieundEeburtshülsenachTübingenbe- ^ ^rufen, wo er sich besonders durch Einrichtung einer geburtshülflichen Klinik verdient machte. > ,Seit 1811 zum würtemb. Leibarzt ernannt, ging er als solcher >814 nach Stuttgart, >816 ' ^
jedoch als sachsen-weim. Obermedicinalrath nach Weimar, um Bertuch in seinen Geschäften -zu unterstützen, nach dessen Tode im 1.1822 er das Landes-Zndustric-Comptoir in Weimar ^
für eigene Rechnung übernahm. Zn demselbcnJahre begann er die Zeitschrift „Notizen aus dem ^
Gebiete der Natur- und Heilkunde" (50 Bde., Weim. 1822—36), die er gegenwärtig unter ,
dem Titel „Neue Notizen u. s. w." (29 Bde., Weim. 1836—44) mit seinem Sohne fort- ,
setzt. Außerdem ist noch seine Bearbeitung von Cooper's „Handbuch der Chirurgie" (4 Bde.; , §
2. Aust., Weim. I831)zu erwähnen. Wie früher schon in dem „Oppositionsblatt", so nahm !
er auch seit 1823 auf den wcimar. Landtagen thätigen Antheil an den politischen Begeben- i
heiten. — Sein Sohn, Rob. F., geb. 1804 zu Wcimar, promovirte 1828 in Bonn undwurde 1832 Professor der Heilkunde zu Jena und 1833 außerordentlicher Professor dermedicinischen Facultät, Prosector und Cvnservator des pathologischen Museums der Charite .