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Fronleichnam Frontinus
rc» alle Parteien unter die Waffen getreten, und man federte so drohend seine Entfernung,daß er die Prinzen der Haft entlassen und nach den Niederlanden entfliehen mußte. DasParlament verbannte nun den Cardinal Mazarin mit seiner Familie, und der Prinz vonConde erhielt bei Hofe dicObcrhand. Es trat aber nun an die Stelle der Waffen ein schmäh-liches Zntrigucnspiel, das den Stand der Parteien gänzlich änderte und den imVolksintrressebegonnenen Kampf in eine Hofcabale verwandelte. Turenne wurde durch die Regenten, dereinflußreiche Coadjutor Retz durch Mazarin gewonnen, und Conde, gegen den ein Gewalt-sireich ausgeführt werden sollte, weil er die Regierungsgewalt an sich gerissen, mußte derSicherheit wegen in seine Starthalterschaft Ernenne entfliehen. In diesen Wirren hatteLudwig XIV. das 14. Jahr erreicht und dem Namen nach am 7. Scpt. I65t die Negie-rung angctreten. Er ließ den Prinzen Conde Vorschläge zur Rückkehr machen; dieser aber,voll Mistraucn gegen die versöhnliche Sprache, warf sich nach Bordeaux, wo er großen An-hang hatte, und erüffnete von hier aus mit bedeutenden Hülfsmitteln einen förmlichen Krieggegen den Hof, der verderblich geworden wäre, hätte sich nicht Turenne dem Prinzen ent-gegengesieUt. Am 2. Juli 1652 kam es zwischen beiden Parteien in der Nähe von Paris zueinem heftigen Gefechte. Conde war bereits dem Untergänge nahe, als ihm der Math undder Eifer seiner Schwester, der Herzogin von Lo nguevill e (s. d.) die Thsre von Parisöffnete, wodurch die Streitigkeiten nochmals einen neuen Wendepunkt nahmen. Paris selbst,der fruchtlosen Unruhen müde, unterhandelte jetzt mit dem ausgeschlossenen Hofe und ver-langte vom König die gänzliche Entfernung des zurückgckchrten Mazarin, was Ludwig XI V.nebst einer vollen Amnestie auch bewilligte. Conde, der den Vertrag verwarf, weil der Her-zog Karl I V. von Lothringen ihm ein Heer von >2999 M. zugcsührt hatte, verließ am 15.Oct. I652Paris, begab sich in die Champagne und trat endlich, da sich dieProvinzen beruhig-ten und Niemand mehr für ihn die Waffen führen wollte, 1654 in span. Dienste. Schonam 21. Oct. 1652 war der König in Paris eingezogen und hatte in einem lüt, de su-tic«eine allgemeine Amnestie proclamirt, den Parlamenten den Einspruch in die politischen An-gelegenheiten verboten und den Prinzen Conde als Hochverräther geächtet. Auch Mazarinkam im Nov. nach Paris zurück, um aufs neue die Zügel der Negierung zu ergreifen. Ob-schon alle die Großen, die im Heere des Prinzen die Waffen geführt hatten, sowie zwölf derunruhigsten Parlamentsräthe für den Augenblick verbannt wurden, so kehrte doch selbst dieProvinzGuienne zum Gehorsam zurück, da die erwartete span. Hülfe ausblieb. So war ausdieser langen, anscheinend im Volksinteresse begonnenen, aber von den Großen ins Charak-terlose gezogenen Bewegung die königliche Gewalt allein als Siegerin hcrvorgcgangen. Vgl.Sainte-Aulaire, „Histoire de laVrande" (3Bde., Par. 1827).
Fronleichnam, altdeutsch, d. i. des Herrn Leib (corpiig domini äesu Vlirisli), be-zeichnet die geweihte, nach dem Lchrbegriffe der katholischen Kirche in den Leib Jesu verwandelteHostie. Die zufolge dieser Lehre seit dem Anfänge des 1 ll.Jahrh. herrschend gewordene An-betung der geweihten Hostie, vielleicht auch die Offenbarungen, die einige Nonnen in derDiöccse von Lüttich empfangen haben wollten, veranlaßtcn Papst Urban I V. 1261 zur Stif-tung des Fronleichnams festes, welches nicht an dem mit andern Feierlichkeiten über-füllten Gründonnerstage, sondern am Donnerstage nach dem Trinitatisfeste gefeiert wirdund, seitdem cs auf dem Concilium zu Vienne imJ. I3II allgemein angcordnct wurde,das glänzendste unter den Festen der katholischen Kirche geworden ist. In katholischen Län-dern wird dasselbe durch große Processionen begangen, aufwclchc allerlei Lustbarkeiten folgen.
Fronte nennt man die Vorder- oder Gesichtsscitc eines Menschen oder Gebäudes;in der Militairsprache die dem Feinde oder der Stelle, wo man sich den Feind denkt, zuge-kehrte Seite der Stellung; daher Fronte auf etwas machen, so viel als gegen etwasgerichtet sein.
Frontinus (Sertus Julius), ein röm. Schriftsteller aus der zweiten Hälfte des 1.Jahrh. n. Chr., gelangte durch eigenes Verdienst allmälig zu den höchsten Staatßämtcrn. Ererntete unter Vespasian großen Ruhm als Feldherr in Britannien und zeichnete sich überdiesals Rechtsgelchrtcr und Redner unter seinen Zeitgenossen aus. Nachdem ihm 97 n. Chr.unter Nerva zum zweiten Male das Consulat und in demselben Jahre die Aufsicht über dieWasserleitungen in Rom übertragen worden war, starb er um >95 n. Chr. Seine beiden