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5 (1845) Entführung bis Gebläse
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650
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650 Fronde

Munde der an dessen Hofe lebenden bcarnischcn und gascognifchcn Ritter die Thatcn zuhören, welche sie verrichtet. Auf der Reise dahin wurde er mit dem Ritter Mcssirc Espaingdu Lion bekannt, der allen Kricgszügcn bcigcwohnt hatte und ihm so offene Mitthcilungendarüber machte, daß der dieselben enthaltende Thcil der vorzüglichste seiner Chronik ist.Nachdem er noch mehre Reisen behufs seiner Chronik gemacht, starb er als Kanonicus zuChimay 1101 . Seine Eeschichtserzählungcn, die von >322 >100 gehen, kragen inColorit und Stil ganz das Gepräge seines bewegten Lebens, sind aber schätzbare Docu-mentc des Charakters und der Sitten jener Zeit. Sie erschienen unter dem Titel<7tircmi-de >le krrnico, cl'Xngleterre, ck'blcosse, «l'Lsiisgne, <ie Ilretui^ne" sehr oft und wurdenin die lat. und mehre lebende Sprachen übersetzt. Die beste Ausgabe ist die von Buchon imkiintbeon litteraire" (3 Bdc., Par. 1836). Auch seine Gedichte, unter denen die lyrischenwirklichen Werth haben, wurden von Buchon (Par. >829) herausgegeben. Die schöneHandschrift der Chronik F.'s in der brcslauer Bibliothek wurde insbesondere noch dadurchmerkwürdig, daß man, als die Franzosen Breslau 1806 durch Capitulation einnahmen, ineinem besondern Artikel der Stadt den Besitz des Manuscripts sicherte.

Fronde wurde in Frankreich die Partei genannt, die sich während der Minderjährig,kcit Ludwig's XlV. dem Hofe und der Regierungspolitik des Ministers Mazarin (s. d.)widcrsetzte und von 161851 bedeutende innere Unruhen erregte. Die Habsucht und derAbsolutismus Mazarin's, dem die Regenten Anna von Ostreich das Staatsruder gänzlichüberließ, hatte die Ansprüche aller Stände verletzt. Die Prinzen und Großen sahen sich vonden hohen Staatsämtern zu Gunsten der Ausländer ausgeschlossen, das Parlament war inseinen politischen Befugnissen bedroht, und das Volk seufzte unter der Last von Abgaben undWerwaltungsmisbräuchcn. Während der Hof den westfäl. Frieden unterhandelte, beganndeshalb das Parlament eine hartnäckige Opposition, indem es die Einregistrirung der könig-lichen Edicte, besonders der schmählichen Finanzmaßregeln verweigerte. Obschon der neun-jährige König im Knabenkleide durch mehrel-its ilejustice (s. d.) die Einregistrirung derEdicte erzwingen und den Widerstand und die eigenmächtigen Berathungen des Parlamentsverbieten mußte, so änderte doch dasselbe seine Haltung gegen den Hof nicht. Mazarin grißdarum zu Gewaltmitteln. Er ließ unter Anderm am 26. Aug. 1618 die hitzigsten Gegncldes Hofs, den Parlamentspräsidenten Potier de Blancmenil und den Parlamcntsrath Pe-ter Broussel, verhaften. Als das Volk den Staatsstreich erfuhr, griff cs zu den Waffen, zer-streute die Schweizergarde und errichtete am 27. Aug. in den Straßen um das Palais royalBarrikaden (In jonrnee <i«8 barricki<Is8), worauf der Hof sich zu einem Vergleiche entschloß,dem Volke mehre Steuern erließ und das Versprechen gab, die Justiz besser zu handhaben.Das Parlament hatte durch diesen Sieg Muth gewonnen; diejenigen Mitglieder, welche dieMaßregeln des Hofs fortwährend einer scharfen Beurthcilung unterwarfen und deshalb vonden Anhängern Mazarin's spottweise Frondeurs, d. h. Staatsraisonneurs, genannt wur-den, bildeten die Mehrzahl. Der Hof beschloß nun, die Bewegung, die sich auch der Bevölke-rung der Hauptstadt mitgctheilt hatte, durch Waffengewalt zu erdrücken und entwich am 6.Jan. 1619 heimlich nach St.-Germain en Laye, während der Prinz Ludwig Conde (s. d.)Paris mit 7000 M. blockiren mußte. Auch das Parlament, für das sich jetzt die PrinzenConti, Longueville, Beaufort und Orleans, die Herzoge von Bouillon, Elbens, Vcndöme,Nemours, der Coadjutor Retz und der Marschall de la Mothc offen erklärten, rief das Volkzum Widerstande auf und unterhandelte sogar mit dem Statthalter der span. Niederlandeum ein Hülfscorps. In dieser drohenden Lage schloß der Hof am 11. März den Vertrag zuRuel, in welchem eigentlich beide Parteien ihren Zweck verfehlten. Nach der Rückkehr desHofs im Aug. erhielt jedoch der Kampf eine neue Wendung, indem sich die Prinzen von Ge-blüt persönlich mit dem Minister Mazarin um die Regicrungsgewalt stritten, was am >8Jan. 1650 die plötzliche Verhaftung der Prinzen Condch Longueville und Conti zur Folgehatte. Diese Gewaltthat ries den Aufstand in allen Provinzen hervor. Der MarschallTürenne nahm den Titel eines Gencrallieutcnants der königlichen Armee zur Befreiung derPrinzen an, verband sich mit dem Erzherzog Leopold Wilhelm, wurde aber, nachdem er sichvieler festen Plätze bemächtigt, am 15. Der. von den Truppen Mazarin's im Treffen beiRetel gänzlich geschlagen. Mazarin kehrte im Triumph nach Paris zurück. Allein hier wa-