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nach und nach zum Feldmarschall-Licutcnant auf und erhielt zu Ende des Feldzugs von 1812den Oberbefehl über das von Ostreich im Kriege gegen Rußland gestcllteHülfsheer in Polen.In den Feldzügen von 1813 und 1814 commandirte er einen Theil der Cavalerie, und 1815leitete er als Oberbefehlshaber der östr. Truppen in Oberitalien den Feldzug gegen Murat sozweckmäßig ein, daß Bianchi, welcher gegen Ende April daß Commando der Armee vonNeapel übernahm, den Krieg in sechs Wochen beendigte. F. selbst blieb inzwischen am Postehen, wo er ein Heer von 690V0 M. bei Casal-Maggiore vereinigte, das er dann in zweiCorps theilte. Das stärkere, unter General Radevojewicz, sandte er über den Simplon indas Walliser Land, das andere, unter dem General Bubna, über den Cenis durch Savoyennach der Rhone. So bemächtigte er sich der Pässe von St.-Moritz, ehe noch Suchet, wieihm Napoleon befohlen, Montmelian besetzen konnte. Die Franzosen mußten Savoyen ver-lassen; die Östreicher aber erstürmten das Fort L'Ecluse und gingen über die Rhone. Am 9.Zuli ergab sich Grenoble, am 1». wurde der Brückenkopf von Macon genommen, und am 11.besetzte F. Lyon, welches Suchet, obwol durch ein verschanztes Lager geschützt nicht zu vcr-theidigen wagte, da ihm die Ereignisse von Paris bekannt waren. Der piemontes. GeneralOsasca aber, der unter F. 12600 Picmonteser commandirte, hatte unterdessen am 9. Zuli mitdem Marschall Brune einen Waffenstillstand zu Nizza abgeschlossen. Hierauf entsendete F.einen Theil seines Heers über Chalons und Salins nach Besancon zu der Armee des Ober-rhein. Nach dem Vertrage von Paris machte das östr. Heer unter F., dessen HauptquartierDijon war, einen Theil des Besatzungshecrs von Frankreich aus. Zm J. 1821 erhielt F.den Oberbefehl über das 520VV M. starke östr. Heer, welches den Beschlüssen des laibacherKongresses zufolge gegen Neapel marschirte, um den Carbonarismus und die dort errichteteneue Ordnung der Dinge zu vernichten. F. führte das Heer am 6. und 7. Febr. über denPo, zog am 2-1. in Neapel ein, während der General Walmoden Sicilien besetzte und stelltebinnen kurzem Alles wieder auf den alten Fuß her. Der König Ferdinand belohnte ihn dafürmit dem Titel eines Fürsten von Antrodocco und mit einer Summe von 220000 Ducati.Nach Bubna's Tode im I. 1825 erhielt er das Eeneralcommando der Lombardei in Mai-land; später wurde er Hofkriegsrathsprästdent zu Wien und starb daselbst am 26. Dcc.1831 an der Cholera.
Frischen ist der deutsche Name für den Hüttenproccß, durch welchen man Roheisenin Schmiedeeisen verwandelt. Man schmilzt das Eisen erst unter einer Kohlen- oder Schla-ckendecke in einem niedrigen Herde ein und setzt es dann der Wirkung des Gebläses aus,wobei die Kohle aus dem Eisen herausbrennt. Hat man sich durch Proben überzeugt, daßdas Eisen schweiß - und schmiedbar geworden, so wird die Eisenmasse aus dem Herde genom-men und unter Hämmern und zwischen Walzen zu Stangen für das Stabcisen oder soge-nannten Stürzen für die Blechfabrikation ausgestreckt. Dieses Verfahren heißt im Allgemei-nen die Hcrdfrischerei und ist nur mit Holzkohlen auszuführen. Im Einzelnen weichendie Manipulationen bei der Herdfrischerei in Steiermark, Kärnten, am Rhein, auf demThüringerwald und in verschiedenen Gegenden Frankreichs sehr ab, und man hat fast un-zählige Frischmethoden. In England und überall da, wo man hinreichende Steinkohlen hat,wird das Frischen vorth cilhafter in mit Steinkohlen geheizten Flammöfen vorgenommen;man nennt dies die Puddlingsarbeit. Doch ist im Allgemeinen die Qualität des mitHolzkohlen gefrischten Eisens vorzüglicher. Frischstahl nennt man den Stahl, welcherin Steiermark und im Siegenschcn unmittelbar aus Roheisen dadurch gewonnen wird, daßman bei der Herdfrischerei den Proceß da abbricht, wo das Roheisen seinen Kohlenstoff nochnicht vollständig verloren hat. Der Frischstahl läßt sich nur aus einem sehr reinen Holz-kvhlenroheisen darstellen und wird vorzüglich zur Scnsenfabrikation verwendet.
Frisches Haff, s. Haff.
Frischlin (Nikodemus), ein durch seine Schriften sowie durch seine Schicksale be-rühmter Philolog und lat. Dichter des 16. Jahrh., geb. am 22. Sept. 1547 zu Balingen imWürtembergischen, wurde schon in seinem 21. Jahre beim Stifte zu Tübingen, in welchem erseine Bildung erhalten hatte, als Lehrer angestellt, wo er sehr bald durch seine Lehrgabe dieEifersuchtseiner Kollegen, besonders seines ehemaligen Lehrers, Crustus, erregte. VomKaiser Maximilian 1t. wurde er, nachdem er 1575 auf dem Reichstage zu Regensburg seine