6-12 Fries Fries (Jak. Friede.)
liches Altargcmälde lieferte er für die Kirche zu Letschen in Böhmen. Mannichfaltigkeit derErfindung, Tiefe des Gefühls, Studium der Natur, Einfachheit und Einheit der Darstel-lung, ein meist düsterer, oft melancholischer Charakter, entfernt von aller Nachahmung, spre-chen sich in seinen Landschaften mehr oder weniger aus.
Fries oder Borte heißt in der elastischen Baukunst der mittlere Theil des Gebälkszwischen dem Architrav (s. d.) und dem Karin es (s. d.). In der dorischen Bauart wirdder Fries durch Metopen (s.d.) und Triglyphcn (s. d.) ausgefüllt, in der ionischen undkorinthischen mit Festons (s. d.), Arabesken, oder fortlaufenden Nelieffiguren. Auch be-deutet F r i e s bisweilen den langen, schmalen Streif am obern Theile eines Gemachs.
Fries (Elias), Professor der praktischen Ökonomie zu Upsala, geb. am > 5. Aug. l'91im Sprengel Femsiö im Stifte Wexiö, wo sein Vater Pfarrer war, studirte in Upsala, wo er1814 Docent, I8IS Adjunct und 1828 Demonstrator der Botanik wurde, 1824 den Pro-sessortitel und 1834 die Professur der praktischen Ökonomie erhielt. Zunächst und vorzüg- ilich waren es die Pilze und Schwämme, denen F. seine besondere Aufmerksamkeit zuwea-dete. So entstand sein „Systems m^cologicum" (3 Bde., Greifsw. 1821—32), das gleich >
beim ersten Erscheinen des ersten Bandes Epoche machte und dem er später die „Lpicnsis I
s^stematis m^cologici se.» sxnopsis b^menom^cetum" (Upsala 1836—38) folgen ließ.Sein ganzes System stützt sich auf morphologische und reflexive Gründe, während die früher«Systeme auf phytographischen Principien und Abstraction beruhen. In seiner „läcbeoo-grsplüu enropae» retormata" (Lund 1831) trat er als Vermittler der ältern und neuernAnsichten aus. Ein Freund des natürlichen Systems suchte er die Wissenschaft von der tob-ten Abstraction zu den lebenden Formen der Reflexion zu führen. Noch erwähnen wir seine„8)stems orbis veAst-ebilis" (Lund 1825), „kloru scanica" (Ups. 1835), „b'Iora bnlliin-<Iica", „iVovitise Zorne suecicne" (2. Aust., Lund 1828) und „ldiovitmriim llorae suecicae ^lUnntisss 1. L II." (Lund 1832 und Ups. 1839), generis I.entinorum" (llps. >
1836) , „8piciIeAiiim plantsrum ileglectarum" (Ups. 1836), „^cl. kungi 6umeen-
ses" (Ups. 1837); mit dem Propst Stenhammar gab er die „läclienes suecicue" (14Fa§-eikcl 1819 fg.) heraus; auch besorgte er die Herausgabe des von Magn. Ningius angefan-genen Werks „blerlrsrium normale" (Sect. 3 —6, Ups. 1836—40).
Fries (Jak. Friedr.), Philosoph, geb. am 23. Aug. 1773 zuBarby, erhielt seineBil-dung seit 1778 in der Brüdergemeine zu Barby, auf deren Seminar daselbst er auch seinetheologischen Studien machte. Um sich den philosophischen Wissenschaften zu widmen, ging -er 1795 nach Leipzig, dann nach Jena, wurde hierauf 1797 Hauslehrer in Zofingen, kehrte -aber 1800 nach Jena zurück und erhielt hier 1801 die Erlaubniß, Vorlesungen zu halten. 'Nachdem er 1803 und 1804 in Gesellschaft seines Freundes, des Freiherrn von Hainiz,Deutschland, die Schweiz, Frankreich und Italien durchreist hatte, folgte er 1805 dem Rufeals Professor der Philosophie und Elementarmathematik nach Heidelberg, von wo er 1816als Professor der theoretischenPhilosophie nach Jena zurückkehrte. Nach dem Wartburgs-feste (s-d.), welchem er beiwohnte, wurde er seiner angeblich demagogischen Ansichten halbervon seinem Lehramte suspendirt und 1824 der Professur der Philosophie gänzlich enthoben;doch behielt er die Professur der Physik und Mathematik, die er bis zu seinem Tode, am10. Aug. 1843, bekleidete. Unter seinen Schriften sind zu erwähnen: „Philosophische Rechts-lehre oder Kritik aller positiven Gesetzgebung" (Jena 1803), „System der Philosophie alsevidente Wissenschaft" (Lpz. 1804), „Neue oder anthrovologische Kritik der Vernunft" (6 'Bde., Heidelb. 1807; 2.Aufl., 1828—31), „System der Logik" (Hcidelb. >811; 3.-AusI„ .
1837) , „Vom Deutschen Bund und deutscher Staatsverfassung; allgemeine staatsrechtlicheAnsichten" (Heidelb. 1816; neue Ausl., 1831), „Handbuch der praktischen Philosophie" (2Bde., Lpz. 1817—32), „Handbuch derpsychischcn Anthropologie" (2 Bde.,Jena l 820—21;
2. Ausl-, 1837—39), „Mathematische Naturphilosophie" (Heidelb. 1822), „Julius und >Evagoras, oder die Schönheit der Seele" (2 Bde., Heidelb. 1822), ein philosophischer Ro-Kran, „Die Lehren der Liebe, des Glaubens und der Hoffnung oderHauptsätze der Glaubens- 'und Tugendlehre" (Heidelb. 1823), „System der Metaphysik" (Heidelb. > 824) und „Ge-schichte der Philosophie, dargestellt nach den Fortschritten ihrer Entwickelung" (2 Bde., Halle i1837—40). In seiner Philosophie folgte er den Lehren Kant's; indeß glaubte er, daß die ^