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5 (1845) Entführung bis Gebläse
Entstehung
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610 Friedrich (Hohertzollern-Hechirigtn) Friedrich Wilhelm (Hessen)

Leben für des Sohnes Erziehung und Bildung durch vorzügliche Lehrer bemüht gewesenwar, so auch den Fall seines Todes fürgesehen hatte. Nach des Vaters letztem Willen über-nahm, während der Minderjährigkeit des Sohns, die Mutter in Verbindung mit des VatersBruder, dem Prinzen Karl Günther, die oberste Leitung der Landesangelegenheiten.Dermir nachfolgende Fürst", lauteten die Schlußworte des Testaments,sei ein ehrlicher, gerech-ter, vorurtheilsfreier, deutscher Mann! Kein Gesetz gebe er, das nicht reiflich überlegt, undes selbst zu halten, sei seine einzige Leidenschaft! In der Wahl seiner Diener sei er so vor-sichtig als in der Wahl seiner Gattin und Freunde! Die reine Lehre Jesu sei ihm und demganzen Lande heilig! Aufklärung in jedem Fache, bessere Erziehung, Beförderung der In-dustrie sei seine Freude! Er sei ein Vater des Vaterlandes!" Nachdem der junge Regem §1810II ein Jahr lang ein Pensionat in Genf besucht hatte, nahm er daheim, um sich indie Regierungsangelegenheiten einzuweihen, Theil an den Sitzungen der obersten Regierungs-behörden. Wenige Tage nach der Schlacht bei Leipzig eilte er in das Lager der Verbündeten,um unter der Obhut seiner Oheime, der Prinzen Ludwig und Philipp von Hessen-Homburg,dem Zuge gegen Frankreich zu folgen. An seinem zwanzigsten Geburtstage ergriff er die ^Zügel der Regierung selbst. Nach der Rückkehr Napoleon's von Elba trat er zum zweitenMale in die Reihe der Vaterlandsvertheidiger und rückte mit der von seinem Oheim Phi-lipp befehligten Heeresabtheilung bis an die Loire vor. Im Oct. 1815 von Paris nachRudolstadt zurückgekehrt, vermählte er sich im Apr. 1816 mit der Prinzessin Amalie Au-guste, geb. am 18. Aug. 1793, der ältesten Tochter des kurz zuvor verstorbenen ErzprinzenFriedrich von Anhalt-Dessau. Seinem Lande gab er 1816 eine Verfassung, und fortwäh-rend herrschte zwischen ihm und dem Volke das schönste Einverständniß. (S. Schwarz-burg.) Das einzige Kind des Fürsten ist, nachdem zwei Prinzen frühzeitig verstorben, derErbprinz Günther, geb. am 5. Nov. 1821.

Friedrich (Wilh. Konstantin), Fürst von Hohenzollern-Hechingen seit 1838, geb. >am 16. Febr. 1801, das einzige Kind des Fürsten Friedrich Hermann Otto und der Prin-zessin Pauline, einer Tochter des Herzogs Peter (Biron) von Kurland und Sagan, erhieltunter der Leitung seines hochgebildeten Vaters, den geschickte Lehrer unterstützten, eine fürdie Ausbildung seines Herzens und Geistes gleich vortheilhafte Erziehung. Nachdem er sichnamentlich aufReisen für das höhere Gesellschaftsleben weiter ausgebildet, vermählte er sicham 22. Mai 1826 mit der Prinzessin Eugenie von Leuchtenberg, geb. am 23. Dec. >808; idoch ist seine Ehe bis jetzt kinderlos geblieben. Ganz des Vaters würdig, übertrug ihm dieser !1834 bei seiner fortwährenden Kränklichkeit die Leitung und Führung der Regierungsge-schäfte, der er sich auch in der letzten Zeit vor seinem Regierungsantritt, der am 12. Sepl.1838 erfolgte, mit gleicher Umsicht und Edelmüthigkeit unterzog. Die Erbschaft von einerMillion Francs, die ihm aus dem Nachlasse des Fürsten Gavre d'Aysseau, Granden vonSpanien, zufiel, gab ihm die Mittel, seine Residenz Hechingen durch Neubauten und ausandere Weise zu verschönern; auch wurde er dadurch in den Stand gesetzt, in Betracht derfinanziellen Lage des Landes, aus der Hofkasse einen jährlichen Beitrag an die Landeskaffezahlen zu lassen. (S. Hohenzollern.)

Friedrich Wilhelm, Kurprinz und Mittegent von Hessen seit 1831, geb. am 20.Aug. 1802 zu Hanau, der einzige Sohn des Kurfürsten Wilhelm 11. (s. d.) von Hessenund seiner Gemahlin Auguste Friederike Christiane, der Tochter des Königs Friedrich Wil-helm's II. von Preußen, genoß seit 1815 den Unterricht de- nachmaligen Professors Suabe-dissen zu Marburg, der ihn auch auf die Universitäten zu Marburg und Leipzig begleitete.Als die Verbindung des Kurfürsten mit der Gväfin von Reichenbach seine Gemahlin veran-laßt hatte, ihren Aufenthalt im Auslande zu nehmen, lebte der Prinz eine Zeit lang in derNähe seiner Mutter, theils in Bonn, theils in Fulda. Er war wieder in Kassel, als 1830der Aufstand ausbrach, und durch die freundlichen Zusicherungen, mit welchen er am >5.Sept. unter die aufgeregten Bürger trat, trug er dazu bei, die Ruhe wiederherzustellen. Zn ,

Fulda hatte der Prinz seit mehren Jahren eine Verbindung mit der Gattin des preuß. Lieu- z

tenants Lehmann angeknüpft, welche von dem katholischen Glauben zur protestantischenKirche übergegangen war, um die beabsichtigte Scheidung ausführen zu können. Im Aug1831 erklärte er, daß er mit ihr. die bereits den Namen Frau von Schaumburg angenom»