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Friedrich Wilhelm (Herzog von Braunschweig),
landesherrlichen Hoheit und Macht ihn in den Stand zu setzen vermöchte, diesen Angriffenerfolgreich entgegenzutreten, so ließ er sich 1452 von den Ständen des Landes die Regierungals Kurfürst aufLebenszeit mit der Bedingung übertragen, daß er sich nie standesgemäß ver-mählen und seinen Neffen Philipp als Sohn und Nachfolger annehmen wolle. Der PapstNikolaus V. sowie mehre kleinere deutsche Fürsten erkannten F. in seiner neuen Würde sogleichan, auch die Kurfürsten nahmen ihn nach einigen Unterhandlungen 1461 in den Kurvcreinauf, dagegen widersprach Kaiser Friedrich III. und erklärte, obgleich um seine Einwilligungausdrücklich gebeten, den willkürlichen Schritt für ungültig und strafbar, während zu gleicherZeit die zum kurfürstlichen Präcipuum gehörigen Städte der Oberpfalz den Gehorsam ver-weigerten. Aber bald brachte F. die letzter» durch Gewalt der Waffen, indem er durch einenplötzlichen Überfall Amberg 1454 eroberte, zur Unterwerfung; auch besiegte er die stetsfeindseliggesinnten lützelsteiner Grafen und vereinigte ihre Grafschaft mit der Pfalz, demü-thigte den Herzog von Veldenz und verglich sich mit Baden und Kurmainz zum Frieden;nur den Kaiser vermochte er, trotz wiederholter eigener Bitten und der Fürsprache Anderer,nicht zu seiner Anerkennung im Kurfürstenthume zu bewegen. Inzwischen war in Mainzein neuer Erzbischof, Dietrich von Isenburg, gewählt worden, dem jedoch der Papst Pius II.das Doppelte der Annaten und Palliengelder auferlegte und zur Pflicht machen wollte, dieKurfürsten nur mit seiner Bewilligung zu gemeinschaftlichen Verabredungen zu berufen.Als Dietrich sich dessen weigerte, setzte der Papst ihn ab und ernannte Adolf von Nassauzum Erzbischöfe. Während nun Dietrich bei dem Kurfürsten F. und dem Herzoge Ludwigvon Baicrn Hülfe suchte und fand und sich auf diese Weise fortdauernd behauptete, schickteder Kaiser Friedrich III., der sich in allen Dingen dem Papste unterthänig erwies, nachdemer die Neichsacht über F. ausgesprochen, ein Heer unter dem brandenburger Kurfürsten Al-brecht Achilles gegen denselben; auch wußte er den Grafen Ulrich von Würtemberg, den Mark-grafen Karl von Baden und den Bischof Georg von Metz zur Theilnahme an dem Kampfegegen Dietrich und dessen Bundesgenossen zu gewinnen. Dieser sogenannte Pfälzerkricghatte anfangs für F.'s Gegner einen sehr günstigen Erfolg, bis es F. gelang, sie bei Secken-heim 1462 zu schlagen und Ulrich, Karl und Bischof Georg gefangen zu nehmen. Mitschwerem Lösegelde und mit Abtretung mancher Bezirke mußten sie sich loskaufen und nochüberdies versprechen, den Kurfürsten mit dem Papste und mit dem Kaiser auszusöhnen. Auchder Erzbischof Dietrich verpfändete, aus Dankbarkeit für den kraftvollen Beistand, F. einenTheil der Bergstraße, der erst durch den westfäl. Frieden wieder an Mainz kam. Der Kaiseraber war jeder Aussöhnung mit F. entgegen, verlangte vielmehr, da Herzog Philipp unter-dessen herangewachsen war, daß diesem die Regierung übergeben werden sollte. Nichtsdesto-weniger blieb F. im ungestörten Besitze der Regierung, um so mehr, da sein Neffe, mit wel-chem er in dem besten Vernehmen lebte, nicht die Absicht zeigte, .ihn aus derselben verdrän-gen zu wollen. Dagegen hielt F. auch sein gegebenes Wort, sich nie standesgemäß zu ver-heirathen; nur zur linken Hand ließ er sich eine schöne Bürgerstochter aus Augsburg, ClaraDettin, antrauen, die er zum Fräulein von Dettingen erhob. Mit ihr erzeugte er zwei Söhne,Friedrich und Ludwig, die er mit Privatbesißungen ausstattete und von denen der Letztere derStammvater der heutigen Fürsten und Grafen von Löwenstein wurde. F. starb, nachdemer die Pfalz segensreich regiert und das Besitzthum des Kurfürstenthums ansehnlich vermehrthatte, 1476, und ihm folgte sein Neffe Philipp der Edelmüthige. Vgl. (Krämer) „Geschichtedes Kurfürsten F.'s I. von der Pfalz" (2 Bde., Franks. 1765).
Friedrich Wilhelm, Herzog von Braunschweig, geb. am 9. Oct. I77l, der vierteund jüngste Sohn des Herzogs Karl Wilhelm Ferdinand (s. d.), erhielt mit zweienseiner ältern Brüder gleiche Erziehung, bis die militairische Laufbahn, für welche er bestimmtwar, seinem Unterrichte eine besondere Richtung geben mußte. Von seinem Vater wurde ermit großer Zärtlichkeit geliebt, aber sehr hart behandelt. Schon 1786 ernannte ihn der Kö-nig von Preußen zum Nachfolger seines Oheims, des Herzogs Friedrich August von Öls,der l 805 starb. Nach seiner Rückkehr aus der Schweiz, wo er einige Zeit in Lausanne zü-brachte, wurde er Capitain bei einem preuß. Infanterieregiment, in welchem er seit 1792den Krieg gegen Frankreich mitmachte, und nach dem baseler Frieden erhielt er ein RegimentIm 1.1804 vermählte er sich mit der bad. Prinzessin Maria Elisabeth Wilhelminc, mit