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5 (1845) Entführung bis Gebläse
Entstehung
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637
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Friedrich l. (Kurfürst von der Pfalz) 637

mahlte. In Versailles war er Zeuge der ersten Verhandlungen der Nationalversammlungund nahm hierauf im Febr. l 790 seinen Wohnsitz in Ludwigsburg. Nachdem sein Vaternach dem Ableben zweier Brüder ohne männliche Descendenten in Würtemberg zurRegierung gelangt war, stellte sich F. als nunmehriger Erbprinz 1796 dem Eindringen derFranzosen entgegen, mußte aber der Gewalt weichen und lebte eine Zeit lang in Ansbach,dann in Wien und London, wo er sich 1797 mit der engl. Prinzessin Charlotte AugusteMathilde, gest. 1828, vermählte. Nachdem er am 23. Dec. 1797 seinem Vater als Herzogvon Würtemberg gefolgt, wußte er durch seine Verbindungen mit den Höfen zu Wien undPetersburg im I. 1803 nicht nur die Kurwürde sondern auch im Reichsdeputationshaupt-schluffe eine angemessene Entschädigung für den Länderverlust am linken Rheinufer zu er-langen. Seine Staatskunst war zunächst auf die Erhaltung, dann aus die Vergrößerungseines Staats gerichtet. So errang er durch festes Anschließen an Napoleon und den Bei-tritt zum Rheinbünde, worauf er am I. Jan. 1806 den Königstitcl annahm, den Besitz ei-nes unabhängigen Königreichs von 368 lüM. mit 1,400000 E- Um ganz ungehindertseine ganze Kraft auf die auswärtigen Verhältnisse seines Staats wenden zu können, hob er1806 in Alt-Würtemberg die von ihm beim Regierungsantritt beschworene Verfassung auf.Im Gefühle seiner Kraft wollte er sich mit den Monarchen Europas mehr und mehr in EineLinie stellen. Darum bekleidete er seinen Thron mit dem vollen Prunke der Majestät, erbobsein Heer zu einer die Kräfte des Landes übersteigenden Stärke, verwickelte sich, besondersseit dem Tode seines edeln und geistvollen Freundes, des Grafen von Zeppelin, im I. 1801,in kühne Entwürfe, die er leidenschaftlich und gewaltsam verfolgte. Wenn auch nicht anGeist und Kraft, doch an rascher Willensthätigkeit und stolzer Haltung seinen Umgebungen,die zumeist in Ausländern bestanden, weit überlegen, wollte er, wie Friedrich der Große undNapoleon, Selbstregent sein und Volk und Staat maschinenartig handhaben. Die sittlicheNatur des Staats war ihm, bei seiner franz. Weltbildung und bei der Art seiner Menschen-kunde und Lebensfreuden, nie klar geworden. Nie kam ihm ein leiser Zweifel ein, daß dasRecht vielleicht nicht auf seiner Seite sei. Doch wendete er von seinem Volke manches Übeldurch die Entschlossenheit ab, mit der er die Eingriffe der franz. Regierung in die innereVerwaltung seines Staats zurückwies. Erst nach der Schlacht bei Leipzig näherte er sich denVerbündeten. Der Minister, den er an sie abordnete, sollte ihm sogar noch ein Stück Landals Belohnung für seinen Übertritt ausmitteln und fiel in Ungnade, daß er ihm durch denVertrag von Fulda am 6. Nov. 1813 blos die Gewähr seiner sämmtlichen Staaten und dieAnerkennung seiner Unabhängigkeit verschafft hatte. Der neue Umschwung der Dinge, denim Herzen Europas die begeisterte Kraft des Volks hervorgebracht hatte, wirkte indeß auchauf Würtemberg zurück. F., der in Wien vergebens sich mehren Bestimmungen, inwieweitsie seine fürstliche Unabhängigkeit gefährdeten, widerseht hatte, begriff endlich, daß auch erden Foderungen des wiedergeborenen Völkerrechts nachgebcn müsse; doch zögerte er mit sei-nein Beitritt zur deutschen Bundesacte bis zum 1. Sept. 1815. Seinem Volke kam er miteinem Verfaffungsgesehe, das er ihm als Ordonnanz aufdringen wollte, entgegen; alleinzur größten Überraschung des in anderer Zeit an blinden Gehorsam gewöhnten Fürsten wurdedasselbe einstimmig verworfen. Einen neuen Verfassungsentwurf hatte er den Ständen vor-gclegt, als er am 30. Oct. 1816 starb. (S. Würtemberg.)

Friedrich I. oder der Siegreiche, von seinen Gegnern der Böse Fritz genannt,Kurfürst von der Pfalz, 145276, geb. 1425, der zweite Sohn Ludwig's III. oder desBärtigen, erbte nach seines Vaters Tode 1439 einige Theile der pfälzischen Länder, überließaber dieselben freiwillig seinem älter« Bruder, dem Kurfürsten Ludwig IV., der sie mit demKurfürstenthume vereinigte. Als Ludwig IV. 1449 mit Hinterlassung eines minderjährigenSohns von 13 Monaten, Namens Philipp, starb, wurde F. Vormund und Administratordes Kurfürstenthums. Der zerstörende Fehdegcist hatte zu jener Zeit, unter der Regierungdes schwachen, unthätigen Kaisers Friedrichs III. in Deutschland, besonders in den Nheingc-genden, seine höchste Stufe erreicht. Daher benutzten denn auch sogleich die unruhigen undfehdelustigen Nachbarn der Pfalz, besonders Mainz und die Grafen von Lützelstein, diesenZustand der Administration, um Grenzstreitigkeiten anzufangen oder verheerende Einfälleund Raubzüge in die Pfalz zu unternehmen. Da F einsah, daß nur der Besitz der wirklichen