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5 (1845) Entführung bis Gebläse
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Friedrich I. (König von Würtemberg)

gen hielt. Zm hohen Gefühle der Wichtigkeit seines künftigen Rcgentcnberufs erwarb sichder junge Fürstensohn gründliche juristische, staatswissenschaftliche und militairische Kennt-nisse; Erholung suchte er in den Naturwissenschaften und in der Kunst, wie in kleinen Rei-scn, wo die anspruchslose Liebenswürdigkeit des Prinzen und seiner Brüder ihnen die Her-zen des Volks gewann. Der König Friedrich August weihte ihn frühzeitig in die Geschäfteein. Erwürbe 1818 Generalmajor, im Nov. 1822 wirklicher dienstthuendcr Chef einerJnfanteriebrigade, nach des Generals Lecocq Tode am 23. Juli 1830 General und Chefder Armee; auch wohnte er seit 1810 den Sitzungen des Gehcimenraths bei und zwar rseit 1822 mit Stimmrecht. Im Sommer 1824 besuchte er die Niederlande, 1825 Paris,wo er besonders in dem Familienkreise des Hauses von Orleans die freundlichste Aufnahmefand, und 1828 Italien. Wurde auf diesen Reisen sein Geschmack für die Werke der classi-scheu Kunst erhöht, so ließ er sich doch dadurch nicht abhalten, die vaterländische Kunst an-zuerkennen und ihre Jünger zu unterstützen. Unter seinen mit Sorgfalt gepflegten und mitUmsicht bereicherten Sammlungen zeichnet sich besonders die Kupferstichsammlung aus. Vonseinem Oheim Friedrich August erbte er die Liebe zur Botanik, von der er in der von Heidinherausgegebenenk-'Ior-i lVIrrrienbergensis, oder Pflanzen und Gebirgsarten gesammelt undbeschrieben von dem Prinzen Friedrich, Mitregenten von Sachsen, und von I. W. von !Goethe" (Prag 1837) einen öffentlichen Beweis gab. Auf ihn waren bei den Ereignis-sen des 1.1830 die Blicke des unruhig bewegten Volks vertrauensvoll gerichtet; von ihm er-wartete man mit dem Willen die Kraft, einen neuen Geist in das sächs. Staatsleben einzu-führen. Gleich nach dem Ausbruche der Unruhen in Dresden wurde er an die Spitze der zurAufrechthaltung der Ruhe verordneten Commission gestellt. Am besten aber wurde dieseRuhe verbürgt, als ihm am 30. Sept. 1830, nachdem sein Vater, der Prinz Maximilian,dem Thronfolgerechte entsagt hatte, der König Anton die Mitregentschaft übertrug. DieFolge davon war das neue Staatsgrundgesetz mit allenUmgestaltungen, die es mit sich führte,das mit Liebe gegeben, mit Treue gehalten worden ist. Nachdem er seinem Oheim am6. Juni 1836 auf dem Throne gefolgt, widmete er sich mit der gewissenhaftesten und un-ermüdlichsten Thätigkeit seinen Regentenpflichten. (S. Sachsen.) Es regiert, doch ver-meidet er es mit sicherm Takte, selbst zu verwalten; dabei ist er von jeder Ostentation ent-fernt. Die edelsten Regententugenden, Mäßigung und Milde, sind Grundzüge seines We< !senS. Im Sommer 1838 machte er eine sehr interessante Reise nach Istrien und Dalmatien, i

zunächst in botanischer Hinsicht, und besuchte dort auch auf einem ziemlich gewagten Aus- ^fluge den Wladika der Montenegriner. Auf einer Reise nach England im I. 1844, wurdeer hier, wie namentlich auch in Belgien, auf das freundlichste empfangen und durch Ehren-bezeigungen aller Art ausgezeichnet. Vermählt war er in erster Ehe seit 1819 mit derErzherzogin Karoline von Ostreich, die nach fortwährender Kränklichkeit am 22. Mai 1832kinderlos starb; eine zweite, jedoch, wie die erste, bis jetzt kinderlose Ehe verband ihn am24. Apr- 1833 mit der Prinzessin Maria von Baiern, geb. am 27. Jan. 1805.

Friedrich I. (Wilh. Karl), König von Würtemberg, 180616, geb. zu Treptow inHinterpommern am 6. Nov. 1754, der Sohn des Herzogs Friedrich Eugen von Würtem-berg, erhielt seine erste Erziehung durch seine hochgebildete Mutter, Sophia Dorothea, eineTochter des Markgrafen von Brandenburg-Schwedt. Erst nach Beendigung des Sieben-jährigen Kriegs konnte der Vater sich der Erziehung seines Sohns, der außerordentliche Fa- >higkeitcn besaß, mehr annehmen. Seine Bildung als Mensch war großentheils franz. Artund wurde es noch mehr während eines vierjährigen Aufenthalts in Lausanne. Sehr baldwurde Friedrich der Große sein Vorbild. Gleich seinen sieben Brüdern trat er in preuß.Dienste und stieg im bair. Erbfolgekriege bis zum Generalmajor. Nach seiner Rückkehr ausItalien, wohin er seine Schwester und deren Gemahl, den Großfürsten Paul von Rußland,begleitet hatte, wurde er Generallieutenant und Generalgouvcrneur im russ. Finnland. Aber ,auch dieses Verhältniß löste er 1787 auf und lebte nun zu Mvnrepos unweit Lausanne, dann zu j

Bodcnheim bei Mainz. JmJ. 1780hatteersichmitderPrinzesfinAugusteKarolincFriedcrikeLuise von Braunschweig-Wolfrnbüttel vermählt, die aber 1787 starb, und mit ihr zwei Söhnegezeugt, seinen Nachfolger Wilhelm I. (s. d.) und den Prinzen Paul, geb. am 19. Jan.1785, und eine Tochter, Katharine, die sich nachher mit dem Fürsten von Montfort ver-