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5 (1845) Entführung bis Gebläse
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Friedrich August II. (Äönig von Sachsen)

selben Rücksichten bewogen ihn auch, die poln. Königskrone auszuschlagen, als sie chm 1791angeboten wurde. Auch der zu Pillnitz 1792 abgeschlossenen Coalition gegen Frankreich traternicht bei; erst nach erklärtem Reichskriege, 2793, stellte er sein Contingent als Reichsstandzum Kriege gegen Frankreich, bis er 1796 dem Waffenstillstands- und Neutralitätsvertragedes obersächs. Kreises mit den Franzosen beitrat. Bei dem rastädter Congreffe suchte er dieSelbständigkeit des Deutschen Reichs zu behaupten, und bei dem Entschädigungsgeschäst zuRegensburg, wozu er nebst sieben andern Reichsständen erwählt war, zeigte er strenge Ge-rechtigkeit. An dem Kriege zwischen Frankreich und Ostreich im I. > 805 nahm er keinen Theil;doch verstattete er den preuß. Armeen den Durchzug durch sein Land. Nach der Auflösungdes Deutschen Reichs schloß er sich Preußen gegen Frankreich an, bis er sich nach der Schlachtbei Jena gcnöthigt sah, mit Napoleon in Unterhandlungen zu treten. Nach dem Frieden zuPosen am 11. Dec. 1806 nahm er den Königstitel an und trat nun als souverainer Fürstdem Rheinbunde (s. d.) bei. In der Niederlausitz wurde ihm der kottbusser Kreis zugesi-chert; dagegen mußte er an das neuerrichtete Königreich Westfalen das Amt Gommern, dieGrafschaft Barby, Treffurt und den sächs. Theil der Grafschaft Mansfeld abtreten. Durchdm Frieden von Tilsit, 1807, erhielt er das Herzogthum Warschau. Als König von Sach-sen, wie als Herzog von Warschau hatte er die Verbindlichkeit, an den Kriegen Napoleon'sTheil zu nehmen; doch sandte er keine Truppen nach Spanien. In dem Kriege gegen Ost-reich im I. 1809 stellte er blos sein Contingent. Als im I. >813 Sachsen der unmittelbareSchauplatz des Kriegs wurde, begab er sich erst nach Plauen, dann nach Regensburg undendlich nach Prag. Nach der Schlacht bei Lützen mußte er auf Napoleon's drohendes Be-gehren nach Dresden zurückkehren. Später folgte er Napoleon nach Leipzig. Nach der Ein-nahme Leipzigs ließ ihm der Kaiser Alexander erklären, daßer ihn als seinen Gefangenenbetrachte. Seine Erklärung an die Kaiser von Rußland und Ostreich, der gemeinschaftlichenSache beizutreten , wurde nicht angenommen. Er mußte sich nach Berlin, dann nach demLustschlosse Friedrichsfelde begeben, bis er die Erlaubniß erhielt, in Presburg seinen Auf-enthalt zu nehmen. Nachdem er hier in die vom wiener Kongreß beschlossene Abtretung derHälfte Sachsens an Preußen cingewilligt hatte, kehrte er unter allgemeinem Jubel am7. Juni 1815 in seine Hauptstadt zurück, wo er an selbigem Tage für Verdienst und Treueden Civilverdienstorden stiftete und nun aus allen Kräften strebte, die Wunden zu heilen,die der Krieg seinem Lande geschlagen. (S- Sachsen.) Im Scpt. 1818 feierte er sein fünf-zigjähriges Regicrungs- und im Jan. 1819 sein Ehejubiläum. Er starb zu Dresden amS. Mai 1827, und ihm folgte in der Regierung sein Bruder Anton (s. d.). Vgl. Weiße,Geschichte F. A.'s" (Lpz. 1811), Herrmann,Leben F. A.'s" (Dresd. 1827),Mitthei-lungcn aus dem Leben F. A. des Gerechten" (Lpz. 1829) und Pölitz,Die RegierungF. A.'s von Sachsen" (2 Bde., Lpz. 1830).

Friedrich Auqust H., König von Sachsen seit 1836, geb. am 18. Mai 1797, istder älteste Sohn des Prinzen Maximilian von Sachsen, geb. am >3. Apr. 1759, gest. am3. Jan. 1838, eines Bruders der Könige Friedrich August (s. d.) und Anton (s. d.).Seine Mutter, Karoline Marie Therese von Parma, verlor er schon am 8. März 1802,nachdem er kurz vorher der Obhut des Generals von Forell, eines Schweizers, der die da-malige Schweizergarde befehligte, anvertraut worden war. Gemeinschaftlich mit seinen Brü-dein, den Prinzen Clemens, gest. zu Pisa am 2. Jan. >822, und Johann (s.d.), genoß er ei-nen vielseitigen Unterricht. Die Zeitereignisse umgaben seine ersten Jünglingsjahre mit man-chen unruhigen Wechseln und führten ihn frühzeitig durch die Schule der Erfahrung. Er ging1809, während des Kriegs mit Ostreich, nach Leipzig und Frankfurt am Main, 1813 nachRegensburg und Prag. Nach kurzem Aufenthalte in Presburg, eilte er1815, von dem Generalvon Watzdorff begleitet, nebst seinem Bruder Clemens in das östr. Hauptquartier nach Dijon,wo der Erzherzog Ferdinand von Este sich der beiden Prinzen liebevoll annahm. Nachdemsie Paris und die süddeutschen Residenzen besucht, kehrten sie im Oct. 1815 nach Dresdenzurück, wo sie nun im Vereine mit ihrem Bruder Johann mit Ernst und Eifer der Vollen-dung ihrer Studien sich widmeten, welche der General von Watzdorff leitete, während fürden Unterricht im praktischen Militairdienste der damalige Major von Cerrini beigeordnetwar, und der Hofrath Stnbel den Prinzen juristische und staat-wissenschaftliche Vorlesun-