634 Friedrich HI. (der Weise) Friedrich August!. (König v. Sachsen)
sehr jung, das ihm als Erstgeborenen allein zustehende Herzogthum Sachsen, sowie die Ver-waltung des übrigen Landes im Namen seiner erbberechtigten Brüder Sigismund, Heinrichund Wilhelm. Die Aufgabe des angehenden Regenten war höchst schwierig; er trug eineseinem Stamme noch nicht angepaßte Krone und hatte ein Land zu schützen, welches den ver-heerenden Einfällen der Hussiten preisgegeben war. Kaum hatte dieses Ungewitter sich verzo-gen, so entspannen sich weitaussehende Mishelligkeiten unter den Heranwachsenden, an Cha-rakter sehr verschiedenen Brüdern. Sigismund nämlich, welchem in der nach Heinrich'sTode im I. 1435 vorgenommcnen Orterung die Nutzung des Pleißnerlandes überlassenwar, ließ sich zu einer verrätherischen Verbindung mit dem rebellischen Burggrafen vonMeißen und Herrn von Plauen verleiten, sodaß er 1437 in Gewahrsam gebracht werdenmußte. Zwar wurde derselbe, da er sich in den geistlichen Stand begeben hatte, 1440 zumBisthum Würzburg befördert; doch schon nach drei Jahren mußte er, wegen anstößigenKebenswandels, diese Stellung wieder aufgeben und begann nun neue gefährliche Meute-reien gegen seine Brüder, welche dadurch genöthigt wurden, ihn bis zu seinem Ende imI. 1463 gefänglich festzuhalten. Nachdem so die Ursache des Zwistes beseitigt war, gab dievon dem kinderlosen Friedrich dem Friedfertigen angefallene Erbschaft, wodurch 1440 zumletzten Male sämmtliche wettinische Lande unter Eine Herrschaft kamen, Veranlassung, daßeine langverhaltene verderbliche Zwietracht zwischen den beiden noch übrigen Brüdern los-brach. Wilhelm glaubte sich nämlich bei der 1445 zu Stande gekommenen Erbtheilung,wonach ihm Thüringen und ein Theil des Osterlandes zugefallen waren, übcrvortheilt, undseine Räthe, namentlichApel, Buffo und Beruh. Vitzthum, bestärkten ihn in dem Verdachteund schürten seinen Haß an. Bald entbrannte der Bruderkrieg, und jeder Versöhnungsver-such F.'s war fruchtlos, bis endlich >451 auf kaiserliche Mahnung ein Friede zu Standekam, in Folge dessen Wilhelmseine unwürdigen Räthe entfernte. Eine mittelbare Folge jenesfürstlichen Zwistes war der von Kunz von Kaufungen 1455 verübte Prinzenraub (s. d.).Außerdem blieb F.'s häusliches Glück, welches er mit Margarethe, der Schwester KaiserFriedrich's III., im Kreise seiner acht Kinder genoß, ungetrübt und bildete einen erfreu-lichen Contrast gegen die unanständige Hofhaltung seines kinderlosen Bruders mit Ka-tharina von Brandenstein. Er starb am 7. Sept. 1464 mit Hinterlassung zweier Söhne,Ernst (s. d.) und Albrecht (s. d.).
Friedrich III. oder der Weise, Kurfürst und Herzog zu Sachsen, 1486—1525,geb. zu Torgau am >7. Jan. 1463, folgte I486 seinem Vater, dem Kurfürsten Ernst(s. d.), in der Kur und dem Hcrzogthum Sachsen allein, während er die übrigen Besitzungender ernestinischen Linie gemeinschaftlich mit seinem Bruder Johann dem Beständigenregierte. Ein Freund der Wissenschaften, gründete er 1502 die Universität zu Witten-berg, an die er die hellsten Köpfe als Lehrer berief. Obschon er sich nie öffentlich zu Lu-ther's Lehre bekannte, so erwarb er sich doch um die Reformation (s. d.), die er in ge-wandter und kluger Weise unterstützte, ein unvergängliches Verdienst. Er nahm sich Luther'sgegen den Papst an, wirkte ihm 1522 freies Geleit nach Worms aus und ließ ihn dann aus'die Wartburg in Sicherheit bringen. Dreimal führte er das Reichsvicariat; nach Maxi-milian's l. Tode lehnte er die ihm angetragene Kaiserkrone ab. Nachdem ihm noch ganz zu-letzt der Bauernkrieg (s. d.) viel Sorge gemacht, starb er am 5. Mai 1525. Ihm folgtesein Bruder Johann der Beständige (s. d.).
Friedrich August l. oder der Gerechte, König von Sachsen 1806—27, der äl-teste Sohn des Kurfürsten Friedrich Christian, geb. zu Dresden am 23. Dec. 1750, folgteseinem Vater am 17. Dec. 1763, unter Vormundschaft seines Oheims, des Prinzen La-tz e r (s. d.), als Administrators. Sein Lehrer in den Staatswiffenschaften war der nachmaligeMinister Freiherr von Gutschmidt. Nachdem er am >5. Sept. 1768 die Regierungselbst übernommen, vermählte er sich 1769 mit der Prinzessin Maria Amalie von Zwei-brücken,geb. 175l,gest.am I5.Nov. 1828, die ihm am 21. Juni 1782 die PrinzessinAuguste gebar. Wegen der Ansprüche seiner Mutter auf die Verlassenschaft ihres Bruders,des Kurfürsten von Baiern, führte er 1778 gemeinschaftlich mit Friedrich dem Großen denbair. Erbfolgekrieg (s. d.) gegen Ostreich. Aus Rücksichten auf das Wohl seines Lan-des und dessen geographische Lage trat er dem deutschen Fürstenbunde (s. d.) bei. Die«