Druckschrift 
5 (1845) Entführung bis Gebläse
Entstehung
Seite
633
Einzelbild herunterladen
 

Friedrich I. (der Streitbare) Friedrich H. (der Sanftmüthige) 633

1331, gest. 138»; Balthasar, geb. 1336, gest. 1-106, und Wilhelm, geb. 1343,gest. 1407, und hieraufFriedrich I. (s. d.) oder der Streitbare.

Friedrich I. oder der Sttreitbare, der erste Herzog zu Sachsen wettinischenStamms und Kurfürst, 1423 28, geb. zu Altenburg am 29. März 1369, war derälteste der drei Söhne des Land - und Markgrafen Friedrich's II. oder des Strengen, undKatharina's, Gräfin zu Henneberg, die ihrem Gemahl die Pflege Koburg nebst Zubehörals Heirathsgut mitbrachte. Sein Vater hatte, als der älteste unter seinen Brüdern, 1349die Gesammtrcgierung in seinem und ihren Namen übernommen, und sie hatten sich wic-I derholt das Bruderwort gegeben,nie sich zu sondern, noch zu theilen; ihr Ding sollte EinDing sein und ihre Lande Einem wie dem Andern zu Gebote stehen und unterthänig sein."Daher bestand, als 1379 dennoch eine Sonderung wünschenswerth schien, dieselbe in einerbloßen sogenannten Örterung, der zufolge Friedrich der Strenge das Osterland, Baltha-sar Thüringen und Wilhelm Meißen zur Benutzung erhielt. Kaum aber war der Erste1381 mit Hinterlassung dreier unmündiger Söhne, Friedrich,Wilhelm und Georg, gestorben,als seine Brüder am 13. Nov. >382 zu Chemnitz, auf Grundlage des bisherigen Nutzungs-besitzes, eine förmliche Landestheilung bewerkstelligten, wonach zu der osterländischen Por-tion auch die Mark Landsberg, das Pleißnerland, einige Stücke des Voigtlandes, mehrethüring. Städte und außerdem das mütterliche Erbe Koburg gehörten. Schon in seinemvierten Jahre wurde F. mit Anna, der Tochter Kaiser Karl's IV., verlobt, was ihn in derFolge, da König Wenzel über die Braut anderweitig verfügte, in vielfältige Zwistigkeitenmit diesem verwickelte, bis derselbe 1397 sich dazu verstand, dem Getäuschten eine Abfin-dungssumme zu zahlen. Bereits I388hatteF. als Bundesgenosse des Burggrafen von Nürn-berg Gelegenheit, in dem deutschen Städtekriege seine Streitbarkeit zu bewähren; den Ritter-sporn aber verdiente er in dem Zuge, welchen er 1391 im Verein mit dem Deutschen Orden^ gegen die Litthauer unternahm. Nicht minder thatkräftig zeigte er sich nach außen in demKampfe gegen den abgesetzten und ihm persönlich verhaßten König Wenzel; bald aber nah-1 men innere Angelegenheiten ihn eine Reihe von Jahren hindurch in Anspruch, zunächstseine Vermählung mit Katharina von Braunschweig, welche er 1402 auf das von ihm inGemeinschaft mit seinem Bruder Wilhelm bewohnte Residcnzschloß Altenburg führte; dann! die Dohnaische Fehde (1402); ferner die durch den ehrgeizigen Grafen von Schwarzburg,

! des Landgrafen von Thüringen Schwiegervater, erregten Händel (1412); besonders aber die

^ über den Nachlaß seines 1407 kinderlos verstorbenen Oheims Wilhelm entstandenen Streitig-keiten. Diese wurden 1410 dahin ausgeglichen, daß die Brüder den nördlichen, ihr Vetter- Friedrich der Friedfertige von Thüringen dagegen den südlichen Theil Meißens sammt dendoigtländ. Distrikten erhielt; die Burggrafen von Nürnberg aber, welche als Schwestcr-sohne des Verstorbenen ebenfalls Ansprüche erhoben, ließen sich 1415 mit einer Geldsummeobfinden. Einer der Glanzpunkte in F.'s Negierung ist die unter ihm 1409 erfolgte Stif-tung der Universität zu Leipzig (s. d.). Die unermüdliche Thätigkeit, welche er seit 1420gegen die auch sein Land unmittelbar bedrohenden Hussitenunruhen entwickelte, machte ihnvor allen Streitgenossen dem bedrängten Kaiser Sigismund Werth, der ihn 1423 mit dererledigten Kur und dem Herzogthum Sachsen begabte. F. sollte aber diese wichtige Erwer-bung nicht in Ruhe genießen, indem der Kaiser von jetzt an die ganze Last des Hussitenkriegsauf ihn wälzte. Verlassen von der versprochenen Hülfe der übrigen Rcichsfürsten, verlor F.> 425 den größten Theil seines Heers bei Brüx, und als auf den begeisternden Ruf der Kur-fürstin Katharina neue 20000 M. zur Hülfe heranrückten, fand bei Außig im I. 1426 dieBlüte der sächs. Wehrmannschaft den Untergang. Auch im folgenden Jahre vermochten dieMeißner nicht, vor der fanatischen Hussitenwuth Stand zu halten, und wahrscheinlich warder Gram über diese Niederlagen die nächste Ursache zu dem Tode des Kurfürsten. Er starbam 4. Jan. 1428 und wurde in der von ihm gestifteten Fürstenkapclle im Dom zu Meißenl beigesetzt. Sein Nachfolger war Friedrich I I. (s. d.) oder der Sanftmüthige. Vgl.Horn,Leben F. des Streitbaren" (Lpz. 1733).

Friedrich II. oder der Sanftmüthige, Kurfürst und Herzog zu Sachsen,142864, der nächste Stammvater der crnestinjschen und albcrtinischen Linie, geb. >412,übernahm nach siines Vaters, Friedrich des Streitbaren, Tode im 1.1428, vbschon noch