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5 (1845) Entführung bis Gebläse
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! Friedrich Wilhelm IV. (König von Preußen)

derPslitik schloß er sich immer enger an das Petersburger Cabinet an. Bei den revolutionai-ren Kämpfen in verschiedenen Ländern Europas sprach er sich stets nachdrücklich für die sou-veraine Legitimität aus, stellte nach der Zulirevolution eine beobachtende Armee an die Maasund beförderte bei dem Aufstande der Polen auffallend durch seine bewaffnete Neutralität dieSiege der Russen und drückte mit beharrlicher Strenge jedes Hervortreten revojutionairer Ge-sinnungen nieder. Den Kampf, in den ihn die katholischen Wirren mit der hohen Geistlichkeitseines Landes vcrsehten und der die letzten Tage seines Lebens verbitterte, konnte er nicht selbstzu Ende führen. (S.Preußen.) Er starb am 7. Juni l 84V. Am 9. Nov. >824 hatte ereine morganatische Ehe mit der Gräfin Auguste von Harrach (s. d.) geschlossen. Die nochlebenden Kinder aus seiner ersten Ehe sind: l) sein Nachfolger, Friedrich Wilhelm I V.(s.d.); Wilhelm (s.d.), Prinz von Preußen, geb. am22.Mär; 1797, vermählt I829mitder Prinzessin Auguste von Sachsen-Weimar; die Prinzessin Charlotte, jetzt Alexandra, dieGemahlin des Kaisers Nikolaus von Rußland; der Prinz Karl, geb. am 29. Juni 180 l, ver-mählt 1827 mit derPrinzessin Maria von Sachsen-Weimar; die Prinzessin Alexandrine, geb.am23.Febr. 1803, Witwe des >842 verstorbenen Großherzogs, Paul Friedrich von Mecklen-burg-Schwerin; die Prinzessin Luise, geb. am I.Febr. 1808, vermählt mit dem Prinzen Fried-rich der Niederlande; der Prinz Albrecht, geb.am4.Oct. 1809, vermählt 1830 mit der nieder-länd. Prinzessin Mariane. Vgl. Eylert,Charakterzüge und historische Fragmente aus demLeben des Königs von Preußen F. W." (B- > und 2, Abth. I, Berl. 184244).

Friedrich Wilhelm IV., König von Preußen seit 1840, geb. am 15. Oct. 1795, derSohn König Friedrich Wilhelm'slll. (s.d.) und der Königin Luisess. d.), zeigteschon in frühester Jugend einen lebhaften, für das Edle und Schöne empfänglichen Sinn.Während unter der sorgfältigen Pflege einer liebenden Mutter diese Keime gepflegt und ent-wickelt wurden, wies der Vater dem einstigen Erben des Throns frühzeitig diejenige Lauf-l Lahn an, welche für den Herrscher eines Staats, der vornehmlich auf den Waffen und derIntelligenz beruht, die angemessenste sein dürfte. Unter der Leitung von I. F. G. Del-brück und Ancillon in Schulwissenschaften und Philosophie, unter der von Scharnhorstund Knesebeck in Militairwissenschasten unterrichtet, ging der Kronprinz später zu einemakademischen Kursus der Rechts- und Staatswissenschaftcn unter Savigny, Ritter undLancizolle über, während zugleich das Talent für die zeichnenden Künste durch Schinkelund Rauch gepflegt wurde. Während seine Jugend durch die unglückliche Katastrophe nachder Schlacht bei Jena getrübt wurde, fielen seine Jstnglingsjahre in die schöne Zeit der Be-geisterung des Befreiungskriegs. Er wohnte den meisten Hauptschlachten der Feldzüge von^ 1813 und >814 bei, doch war er noch zu jung, um schon selbst ein Kommando führen zu

können. Die Kunstschätze in Paris gaben seinem empfänglichen Gcmüthe eine bestimmtere! Richtung auf die Kunst; noch mehr wurde diese durch eine Reise nach Italien im I. 1828

^ gefördert, wo er die Protection des damals durch E. Gerhard in Anregung gebrachten Jnsti-

! tuts für archäologische Corresponden; übernahm. Seinem Kunstsinne hatte auch der ehe-! malige Sitz der Hochmeister des Deutschen Ordens zu Marienburg seine Wiederherstel-lung zu danken. Der Umgang mit ausgezeichneten Künstlern und geistvollen Männern warihm stets ein Bedürfniß und Erholung. Die Aussprüche seiner lebhaften Anschauungsweiseüber manche Sachverhältnisse und Persönlichkeiten wurden fortwährend vom Publicum mitInteresse aufgegriffen, wiewol nicht Alles von ihm herrührt, was man gern dafür ausgibt.Als Mitglied des Staatsraths entwickelte er große Thätigkeit und sehr selbständige Ansich-ten; als Militairgouverneur in Pommern kam ihm die ungekünstelte Liebe seiner Unterge-benen entgegen. Nachdem er am 7. Juni 1840 seinem Vater auf dem Throne gefolgt, ginger einen ziemlich eigenthümlichen Weg. Er erließ eine theilwcise Amnestie für alle politi-scher Vergehen wegen Verurtheilte, setzte Arndt in Bonn in seine Professur wieder ein, be-rief Boyen und I. A. F. Eichhorn zu Ministern, stellte die Gebrüder Grimm an, zog die be-I rühmtesten Notabilitäten in Literatur und Kunst, A. W. von Schlegel, Tieck, Rückert, Cor-! nelius, Mcndelssohn-Bartholdy u. A. in seine Nähe und stiftete eine Friedensclasse desOrdens pl>ur >e merite, in welche die berühmtesten Gelehrten und Künstler Deutschlandsund des Auslandes ausgenommen wurden; er ließ durch Maßmann die Turnanstalten vonneuem ins Leben rufen und traf bei drohenden Gefahren von Seiten des Auslandes die