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Friedrich Wilhelm lll. (König von Preußen)
Zan. 1814, die Siege bei Laon amO.und Montmartre am 30. Marz. „Die schles. Armee",sagt Blücher am Schluffe seines Berichts aus Paris vom 4. Apr. 1814, „hat nach einerCampagne von 7Monat, in welcher sie sechs große Schlachten lieferte, acht Actionen undunzählige Gefechte hatte, über 48000 Gefangene gemacht und 432 Kanonen erobert." DerKönig gab während des Feldzugs von 1813 und )814 nicht nur öfter Beispiele persönlicherTapferkeit, wie bei Kulm am 30. Aug. 1813, bei Fere-Champenoise am 25. März I8U,sondern trug auch durch seine Einsicht und Festigkeit in den Tagen der Gefahr, nach denunglücklichen Gefechten bei Montmirail, am 14. Febr., und bei Montereau, am 18. Febr.,viel zur Entscheidung des Kampfs bei. Schon war nach jenen Gefechten eine rückgängigeBewegung nach Chaumont, die bis über den Rhein zurückgeführt und Napoleon s Herr-schaft aufs neue befestigt haben würde, beschlossen. Aber der König bewirkte durch seine Fe-stigkeit und sein Vertrauen in die gute Sache, daß der Rückzug nicht weiter fortgesetzt wurde,sondern daß die Heere gegen Paris vorrückten, welches sich auch bald nachher, am 30. Märzden Verbündeten ergab. Hardenberg und Blücher wurden in den Fürstcnstand erhoben;Ehrenzeichen und Beförderungen lohnten die bewiesene Tapferkeit im Kriege. Später wurdeauch das Andenken der im Kampfe für Freiheit und Vaterland gefallenen Tapfer» durchöffentliche Denkmäler und auf andere Art geehrt. Nachdem der König bis zum Abschluffedes Friedens in Paris verweilt hatte, reiste er, im Juni 1814, mit dem Kaiser Alexandernach London, hielt bei seiner Rückkunft am 7. Aug. einen feierlichen Einzug in seine Haupt-stadt und begab sich dann nach Wien, wo er bis zur Beendigung des Congreffes blieb. Durchdie allgemeinen Congreßverhandlungen und durch einige besondere Verträge ersetzte er seinerMonarchie größtentheils den Verlust, den sie im Frieden zu Tilsit erlitten hatte. Als imMärz 1815 Napoleon von Elba her Frankreich wieder in Besitz nahm, verband sich der Kö-nig am 25. März zu Wien mit Ostreich, Rußland und England gegen ihn und dessen An-hänger. Schon am 18. Juni erfochten die preuß. Heere mit ihren Verbündeten den Alles "entscheidenden Sieg über Napoleon bei Belle-Alliance. (S. Waterloo.) Der König kamaus diesem Feldzuge erst am 19. Oct. wieder in seine Residenz zurück, wo er am 22. Oct. das400jährige Regierungsjubiläum seines Stammhauses Hohenzollern feierte.
Seit dieser Zeit war es des Königs Bestreben, das Wohl seiner Unterthanen zu erhöhen,für Kirche und Schule zu sorgen, Kunst und Wissenschaft zu heben und Handel und Gewerbezu beleben. Daß ihm dies mit so glücklichem Erfolg gelang, verdankte der König besonders der !Unterstützung der ausgezeichneten Beamten und Minister, die er stets mit richtigem Blicke ;zu wählen verstand, und von denen wir nur an Wilh. und Alex, von Humboldt, Altenstein,Beyme, Doyen, Hardenberg, Stein, Scharnhorst, Blücher, Gneisenau u. s. w. erinnernwollen. Zwar trat die am 22. Mai 1815 der Nation versprochene neue Verfassungsurkundemit zeitgemäßer Volksrepräsentation, vielleicht in Folge der hier und da in Deutschland ansLicht tretenden demagogischen Umtriebe, in der angekündigten Weise nicht ins Leben, dochwurde durch die am 5. Juni I823crgangene definitive Verordnung in den Provinziallandstän-den vorläufig ein Organ zur Kenntniß der Bedürfnisse und Wünsche der Provinzen Seitens derRegierung geschaffen, das einer weiten Ausbildung fähig, dieselbe in günstigen Zeiten gewißauch erhalten wird. Nächstdem verlieh der König durch Gründung des deutschen Zollver- ,
eins (s. d.) dem Handel eine günstige Richtung und einen neuen Aufschwung, wußte durch !den Einfluß seiner gemäßigten Politik bei mehren Gelegenheiten den Frieden in Europa zuvermitteln und zu erhalten und suchte durch die nach dem Reformationsfest 1817 von ihmausgesprochene Union eine vollständige Annäherung und Ausgleichung der beiden protestan-tischen Kirchenparteien zu bewirken, wobei er freilich im Fortgange dieses Bestrebens mitEinführung der neuen Agende (am 2. Juni 1826) an vielen Orten lebhaften Widerspruchfand. Aufrichtig fromm und kirchlich gesinnt, war er ein Freund einer klaren, erleuchtetenReligiosität, förderte wo er konnte den kirchlichen Sinn, trug freigebig, so sparsam er sonstwar, zum Bau von Kirchen, Ausstattung von Schulen und wissenschaftlichen Anstalten bei !und unterstützte überhaupt großsinnig alle wissenschaftliche und künstlerische, sowie alle ge-meinnützige Bestrebungen. Mit besonderer Vorliebe widmete er sich dem Militair und !allen Militairangelegenheiten, und hier war er Selbstregent im eigentlichsten Sinne des !Worts; freilich aber nahm der Aufwand für dasselbe 22 Milk- der Einnahme hinweg. 3» !