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! Friedrich Wilhelm III. (König von Preußen)
! MN, die Verwandlung der Klöster und anderer geistlicher Stiftungen in Güter des Staats(am 30. Oct. 1810), und die selbst unter sehr drückenden Zeitverhältnissen höchst freigebigePflege und Ausstattung des Erziehungswesens, wozu, außer einer durchgreifenden Verbes-serung der Schulen überhaupt, besonders die Stiftung der neuen Universität zu Berlin, 1809,gehört, sowie die Verpflanzung der Universität zu Frankfurt an der Oder nach Breslau,>810, die zugleich eine neue, zweckmäßigere Form erhielt. Im Dec. 1808 reiste der Königin Begleitung seiner Gemahlin nach Petersburg, um das Freundschaftsbündniß mit demKaiser Alexander noch fester zu knüpfen. Nach einem Aufenthalte von einigen Wochenkehrte er nach Königsberg zurück und hielt am 23. Dec. 1809 seinen Einzug in Berlin.Doch das friedliche Glück des Königs und des Landes wurde bald aufs empfindlichste gestörtdurch den unerwarteten Tod der allvcrehrten Königin Luise, am 19. Juli 1810. Unermüdetfuhr der König fort, den inncrn Zustand seines Landes zu vervollkommnen; dahin gehörenverschiedene Verbesserungen in der Civil- und Justizverwaltung, im Münzwescn und imAnbau des Landes. An die Stelle der durch das Edict vom 30. Oct. 1810 und durch dieUrkunde vom 23. Jan. 1811 aufgelösten Ballei Brandenburg, des Johanniterordens, desHeermeisterthums und der Commenden derselben, deren sämmtliche Güter als Staatsgüterungezogen worden waren, errichtete der König, am23.Mai 1812, einen neuen Orden unterder Benennung Königlich preuß. St.-Johanniterorden und erklärte sich selbst als Protectordesselben. Mit Frankreich schloß er am 24. Febr. 1812 zu Paris ein Schutzbündniß gegenalle europ. Mächte, mit welchen der eine oder andere Theil in Krieg verwickelt wäre oder ver-wickelt werden könnte. Als im Juni 1812 der Krieg zwischen Rußland und Frankreich aus-brach, ließ der König zu dem Heere des letztem ein Hülfscorps von 30000 M. stoßen, welches^ mit dem zehnten franz. Armeccorps unter dem Marschall Macdonald denlinken Flügel bildeteund zu der Belagerung von Riga bestimmt wurde. Bei dem schnellen und gefahrvollen- Rückzuge der Franzosen aus Rußland mußte auch das preuß. Hülfscorps sich zurückziehen.Aber der cvmmandirende General Dorck (s. d.) rettete es durch eine am 30. Dec. 1812 mitdem russ. General Diebitsch abgeschlossene Übereinkunft, vermöge welcher das preuß. Corps^ für neutral erklärt wurde und sich von dem franz. Heere absonderte. Diese eigenmächtigeHandlungsweise des Generals Uorck mußte anfangs gemisbilligt werden. Als aber der Kö-nig am 22. Jan. > 513 seine Residenz nach Breslau verlegt hatte, ließ er von da aus in ei-! nem Parolebefehl vom l l. März dem General Porck volle Gerechtigkeit widerfahren und^ I übergab seinem Oberbefehle noch ein anderes Truppencorpß.
, ^ Der Aufruf des Königs vom 3., 9. Febr. und 17. März 1813 entzündete alle Claffen, i des Volks zum Freiheitskampse und bewunderungswürdig schnell stand ein mehr durch Be-
, geisterung und Muth als glänzende Waffenrüstung ausgezeichnetes Heer da. Die Franzo-
^ sen hatten Berlin erst in der Nacht vom 3. zum 4. März geräumt, worauf die Russen da-
selbst einzogen. Am 15. März kam Kaiser Alexander nach Breslau, wo der König sich noch! aufhielt. Ein zu Kalisch am 28. Febr. geschlossenes Trutz- und Schutzbündniß, dessen Unter-
, Zeichnung am 2«». März zur öffentlichen Kunde gebracht wurde, vereinigte beide Monarchen
> aufs innigste miteinander. Am 2 7. März übergab General Kruscmark in Paris die preuß.
^ Kriegserklärung. Zwei preuß. Armeen, die eine in Schlesien gebildet unter Blücher, die an-
, dere unter Aorck, welche in Berlin zu dem russ. Heere unter Wittgenstein stieß, rückten zu-
> gleich mit den Russen nach Sachsen. Der König kam am 24. wieder nach Berlin, wo er
! für die Verwaltung des Staats Militair - und Civilgouverneure ernannte, das Continental-
! system aufhob und eine nur für diesen Krieg bestehende Auszeichnung des Verdienstes um
, das Vaterland stiftete: das Eiserne Kreuz von zwei Claffen und einem Großkreuz. Außer
, den regelmäßigen Heeren ward auf das schleunigste eine allgemeine Landwehr und ein
, Landsturm errichtet, deren Zweckmäßigkeit sich später, als der Feind schon in Schlesien und, " gegen Brandenburg vordrang, in wohlthätiger Weise zeigte. Die persönliche Gegenwart deS
Königs, der alle Gefahren und Beschwerden mit seinen Truppen theilte, befeuerte diese auf-I höchste; ihrem Hcldcnmuthe mußte selbst der Feind Gerechtigkeit widerfahren lassen. Wir
, > erinnern hier nur an die Thaten der preuß. Armee bei Lützen, Bautzen, Haynau, Kulm,
. ! Troßbceren, Dennewitz, an der Katzbach, bei Wartenburg und, nach der Schlacht bei Mö-
. Eern am 16. Oct. 1813, an die Eroberung Leipzigs', den Übergang über den Rhein am 1