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5 (1845) Entführung bis Gebläse
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Friedrich Wilhelm!ll> (König von Preußen)

Kronprinz seinen Vater zu den diplomatischen Verhandlungen nach Dresden, und machtehier die Bekanntschaft des Kaisers Franz. Als Preußen, in Verbindung mit Ostreich, denKrieg gegen Frankreich erklärte, und sein Vater im Juni 1792 sich zu seinem unter dem Be-fehle des Herzogs Karl Wilh. Ferdinand von Braunschweig stehenden Heere an den Rheinbegab, begleitete ihn der Kronprinz nebst den übrigen Prinzen des königlichen Hauses undzeigte bei mehren Gelegenheiten große Unerschrockenheit und ausgezeichneten Muth. Am 24.Dec. >793 vermählte er sich mit der Prinzessin Luise (s. d.), der Tochter des HerzogsKarl von Mecklenburg-Strelitz, die er während des Feldzugs am Rhein sn Frankfurt amMain hatte kennen lernen. Nicht Staatsgründc oder Familienverhältnisse sondern Har-monie der Gesinnungen und Einklang derHerzen schlossen diesenBund. Nachdem der Prinzam >6. Nov. l797 seinem Vater in der Regierung gefolgt war, besuchte er im Frühjahre1798, in Begleitung seiner Gemahlin, die vornehmsten Städte seines Reichs, um die Huldi-gung zu empfangen. Günstlinge beiderlei Geschlechts hatten während der letzten Regierungs-jahre seines Vaters sich der obersten Gewalt bemächtigt und misbrauchten sie zu eigennützigen,selbstsüchtigen Zwecken. Verschiedene heilsame Einrichtungen Friedrichs ll. waren ver-nichtet worden. Die Bessern im Volke richteten ihre Augen sehnsuchtsvoll auf den Prin-zen, der eine Negierungsweise im Geiste seines Großohcims hoffen ließ. Er erfüllte gleichnach dem Antritte seiner Negierung die von ihm gefaßte Hoffnung, so viel er konnte. Dasverhaßte Religionsedict und das Censurreglement wurden, sowie der lästige Tabacks-pacht, aufgehoben; eine zeitgemäßere Censur wurde angeordnet und der Lauf der Justiz nichtmehr durch willkürliche Cabinetsbefehle unterbrochen. Eine Cabinetsordre vom Z. l798enthielt die Worte:Vernunft und Philosophie müssen die unzertrennlichen Gefährten derReligion sein; es sind keine Zwangsgesehe nöthig, um wahre Religion aufrecht zu erhalten."Schnell entfernte er mehre Personen, die unter der vorigen Regierung den gerechten Unwil-len der Nation gegen sich erregt hatten, und stellte an die Spitze der Geschäfte Männer vonanerkannter Einsicht und Redlichkeit. Seine Rechtlichkeit zeigte sich auch in seinen Cabinets-befchlen; sie lieferten ein bis dahin ungewöhnliches Beispiel, daß der Regent den Negiertendie Gründe seines Verfahrens einzeln darlegte. Eine weise Sparsamkeit, welche die zerrüt-teten Finanzen und die überkommene Staatsschuldenlast von 22 Mill. Thlrn. nothwendigmachten, wurde eingesührt. Der König selbst gab das Beispiel an seinem Hofe, wo edle Ein-fachheit, verbunden mit Ordnung und Pünktlichkeit, herrschte. Das königliche Paar wardas schönste Muster eines glücklichen häuslichen Lebens und der auf Thronen so seltenenGattcnliebe. Bei dem erneuerten Kampfe der europ. Mächte gegen Frankreich behauptetePreußen die seit dem bascler Vertrage vom i7.Mai >795 angenommene Neutralität, undder König benutzte diese Zeit des Friedens, um die alten und neuen Provinzen seines Reichszu einer immer höhern Stufe der Bildung zu erheben, und besonders in letzter» den innernWohlstand dauerhaft zu gründen. Durch den baseler Frieden war festgesetzt worden, daß diestanz. Truppen die aus dem linken Rheinufer liegenden preuß. Provinzen, Geldern, Meursund einen Theil von Kleve fortwährend in Besitz behalten sollten; die definitive Entschei-dung wegen dieser Provinzen war bis zum allgemeinen Frieden zwischen Frankreich und demDeutschen Reiche ausgesetzt geblieben. Nachdem dieser Friede am 9. Febr. 1801 zu Lune-ville zu Stande gekommen und das ganze linke Rheinufer an Frankreich überlassen wordenwar, erhielt Preußen > 893 durch den Reichsdeputationsschluß den östlichen Theil des StiftsMünster, die Fürstenthümer Hildesheim, Paderborn, Eichsfeld, Erfurt mit seinem Gebiet,Untergleichen, Treffurt, Dorla, die freien Städte Goslar, Mühlhausen und Nordhausen, dieStifter Quedlinburg, Essen, Verden, Elten, die Abtei Herford und die Propstei Kappenberg.Preußen gewann durch diese Entschädigung gegen 180 OM. mit mehr denn 490000 E.,größtentheils ergiebige, dem Staate wohlgclegene Länder, mit einem Überschüsse an Ein-künften von mehr als 2 Mill. Fl. Durch einen Tausch mit Baiern wurden die fränk. Für-stenthümer zweckmäßig und mit einem Gewinn von ungefähr 8 OM. gerundet. Der Königwar jetzt Beherrscher eines Reichs, dessen Volksmenge gegen 10 Mill. betrug.,.

Bei dem durch die dritte Koalition zwischen England, Rußland und Ostreich gegenFrankreich 1805 ausgebrochnen Kriege blieb der König seinem Neutralitätssysteme getreu.

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