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Friedrich Wilhelm N. (König von Preußen)
«ach dem Haag beleidigt, dafür aber keine Genugthuung gegeben hatten. Die Preußen dran-gen ohne Widerstand bis Amsterdam, und die alte Ordnung der Dinge wurde bald wieder-hergestellt, auch am l5. Apr. 1788 eine Schutzverbindung im Haag zwischen Preußen, Eng-land und Holland geschloffen. In dem Kriege zwischen Schweden und Rußland, 1788, hin-derte der König in Verbindung mit England den fernern Angriff Dänemarks auf Schwe-den. Eifersüchtig auf die Fortschritte Rußlands und Ostreichs im Türkenkriege, verbürgtej er der Pforte in einem Bündnisse, 17 SN, alle ihre Besitzungen und reizte dadurch Ostreich,sodaß bereits ein preuß. Heer in Schlesien an der böhm. Grenze und ein östr. in Böhmen sichzusammenzog. Doch Leopold II., der eben die Regierung antrat, wünschte keinen Krieg mitPreußen, und so wurde zwischen beiden Mächten, unter Vermittelung Englands und Hol-lands, schon unterm 27. Juli 17 SV zu Reichenbach ein Friede zu Stande gebracht, laut wel-chem Ostreich von der Verbindung mit Rußland zurücktrat und den Türken alle Eroberun-gen bis auf den Bezirk von Aluta zurückzugeben versprach. Der bald darauf zwischen Ost-reich und der Pforte zu Stande gekommene Friede zu Szistowe wurde auch wirklich unterdieser Bedingung abgeschlossen; Herzberg aber, über diesen Gang der preuß. Politik unwillig,nahm seine Entlassung. Die Mißverständnisse über die reichenbacher Convention glichenLeopold II. und der König bei Gelegenheit ihrer Zusammenkunft zu Pillnitz im Aug. 17S1aus, wo Beide zu einem Bündniß für die Erhaltung der deutschen Reichsverfaffung undzur Bekämpfung der ftanz. Revolution sich vereinigten. In Folge dieses Bündnisses, dasam 7. Febr. 1792 in Berlin zwischen beiden Staaten erneuert wurde, ließ der König gegendie allgemeine Volksstimme im Juni 17 S2 unter dem Herzoge von Braunschweig ein Heervon 50000 M. in Frankreich einrücken, dem bald darauf er selbst mit den Prinzen nachfolgte.Aber die zaudernde Unentschlossenheit des Herzogs und die Planlosigkeit, mit welcher manden Krieg führte, sowie die Zwietracht unter den Verbündeten machte, daß die Vortheile,welche man anfangs errungen hatte, bald wieder verloren gingen und dafür empfindlicheVerluste eintraten, worauf Preußen, nur auf die Sicherung seines Interesses bedacht, mitder Republik Frankreich am 5. Aug. 1795 zu Basel (s. d.) einen Separatfrieden schloß.(S. KarlWilh. Ferd. vonBraunschweig und Möllendorf.) Für die Neutral!-! lätdes nördlichen Deutschlands wurde eine Demarcationslinie (s.d.) verabredet, in! einem geheimen Artikel dieses Friedens aber der franz. Republik der Besitz des ganzenI linken Rheinufers auf dem dort gelegenen preuß. Gebiete zugesichert, wofür Frankreich Preu-^ ßen eine große Entschädigung in Deutschland auf Kosten der kleinen Stände versprach.
Glücklicher, wenn auch nicht aufrichtiger, war die Politik des Königs gegen Polen. Von! Preußen aufgefodert, hatten die Polen, an ihrer Spitze der König Stanislaus Poniatowski,die ruff. Truppen und den von Rußland dem poln. Könige beigeordneten Rath vertriebenund eine neue Constitution entworfen, nach welcher Polen aus einem Wahlreich in eine Erb-monarchie, die man dem Hause Sachsen zugedacht, verwandelt werden sollte. Preußen ebensowie Ostreich hatten die neue Verfassung gebilligt und das erstere in dem Vertrage vom 29.März 179« die Untheilbarkeit des poln. Staats anerkannt und demselben einen Beistandvon 40000 M. Infanterie und 4000 M. Cavalerie für den Fall zugesichert, daß sich einefremde Macht in dessen innere Angelegenheiten mischen würde. Katharina II. aber, die in-deß mit der Pforte Friede geschloffen und, ohne selbst Antheil an dem Kampfe gegen Frank-reich zu nehmen, Preußens und Ostreichs Anstrengungen in diesem Kriege berechnet hatte,, erklärte die neue poln. Verfassung für französisch und jakobinisch und benutzte die Abwesen-heit des Königs, um rasch Polen zu erobern. Der König, in die Alternative verseht, entwe-der in Folge seines Bündnisses mit Polen, diesen Staat gegen Rußland zu verthcidigen, oderdenselben mit Rußland zum zweiten Male zu theilen, entschied sich für den lchtern Entschlußum so leichter, weil diese Maßregel ihn für die im Revolutionskriege gebrachten Opfer ent-! schädigen sollte, und so ließ denn der König im I. 1793 seine Truppen unter Möllendorfs! Anführung in Großpolen einrücken und einen Landstrich besehen, der 1100 OM. groß und! um Einschluß von Danzig und Thorn, 1,200000 E. fassend, unter dem Namen Südpreu-ßen mit Westpreußen verbunden und nach preuß. Verfassung eingerichtet wurde. Obgleichnun der Reichstag von Grodno diese Abtretung und den gleichzeitigen Verlust von Lithauen,Ton».-Lex. Neunte Au fl. V. 40