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5 (1845) Entführung bis Gebläse
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Friedrich ll. (König von Preußen)

rechte Art dieses Erwerbs und die Harte, mit welcher er nach demselben Danzig behan-delte und sein Gebiet an der Netze erweiterte, zag ihm böse Nachrede zu. Seit dieserZeit ward das Königreich Preußen in Ost- und Westpreußen eingetheilt. F. ließ zu Grau-denz eine Festung anlegen und errichtete zu Marienwcrder eine Kriegs - und Domainen-kammer. Bei seinem wachsamen Blicke auf die Absichten und Plane des thätigcn KaisersZoseph's II., der ihn 1769 in Schlesien besucht und dem er 1770 in Mähren seinen Gegen-besuch gemacht halte, erklärte er sich 1778 gegen die Besetzung eines großen Theils vonBaiern durch die Östreicher, nachdem der Kurfürst von Baiern, Max. Joseph, kinderlosgestorben und dieses Land an den Kurfürsten Karl Theodor von der Pfalz, als nächsten Er-ben, gefallen war. Denn obgleich der Letztere in eine Abtretung gewilligt hatte, so wider-sprach doch, im Vertrauen auf F.'s Schuh, der muthmaßliche Erbe von Pfalzbaiern, derHerzog von Zwcibrücken (nachmals König Maximilian I. von Baiern), dieser Abtretung,sowie der Kurfürst von Sachsen, der gerechte Ansprüche auf die bair. Allodialerbschast hatte.Da Ostreich durch keine Unterhandlungen von seinem Plane zurückgebracht werden konnte,so verband sich Sachsen mit Preußen, und F. rückte im Juli 1778 mit zwei wohlgerüstetenHeeren in Böhmen ein, wagte jedoch nicht, den in einem fest verschanzten Lager hinter derElbe bei Jaromirs stehenden Kaiser Joseph II. anzugreifen. Nach wenigen unbedeutendenGefechten und langen Unterhandlungen kam es endlich, besonders auf Betrieb der MariaTheresia, zum Frieden, der zu Teschen (s. d.) am 13. Mai 1779 geschloffen wurde. F-hatte gleich anfangs bei den Unterhandlungen großmüthig erklärt, daß er für sich wegen deraufgewendeten Kriegskosten nichts begehre. Ostreich willigte blvs in die Vereinigung derfränk. Fürstenthümer mit Preußen und hob die Lehnshoheit Böhmens über diese Länder auf.(S. Erbfvlgekrieg.) Im I. 17 80 fiel F., nach dem Erlöschen des Hauses Mansfeld,derjenige Theil der Grafschaft Mansfeld anheim, der unter magdeburgischer Hoheit standund bereits seit 299 Jahren administrirt worden war. In Verbindung mit Sachsen undHannover schloß F. am 23. Juli >785 den deutschen Fürstenbund (s. d.), in welchem erdie Verfassung Deutschlands gegen willkürliche Eingriffe zu schützen suchte.

Eine unheilbare Wassersucht beförderte den Tod des Königs. Er starb zu Sanssouciam!7.Aug. 1786 und hinterließ seinem Neffen, Friedrich Wilhelm II. (s.d.), ein um>325 UM. vergrößertes Reich, einen Schatz von mehr als 7 0 Will., ein Heer von 200009 M.,einen hohen Credit bei allen europ. Mächten und einen durch Bevölkerung, Eewerbfleiß,Wohlstand und wissenschaftliche Bildung kräftig emporgehobenen Staat. F.'s thatcnvol-lcs Leben hatte seine Zeitgenossen mit so hoher Achtung erfüllt, daß sie den Beinamen desGroßen zu gering für ihn hielten; sie nannten ihn den Einzigen. Treffend charakterisierihn Notteck als den Erben aller Vorzüge, nicht aber der Fehler seines Vaters, als geist-reich und muthvoll, als der Friedens- und der Kriegskünste mit gleich hohem Talente Meisterund als eine der glänzendsten Leuchten der Zeit, der die deutsche Ehre gegen die weitgrei-fenden Plane Frankreichs rettete und Preußen aus der untergeordneten Stellung zu einerder gefürchtetsten Mächte Europas umschuf. Wie groß war nur allein das Verdienst umsein Land, oaß er auch in den bedenklichsten Umständen keine Staatsschulden machte, wolaber, obschon er einen bedeutenden Theil der Einkünfte wieder unter seine Untcrthanen zu-rückfließen ließ, einen Schatz sammelte, größer, als je ein Regent in Europa dergleichen be-sessen hat. Zu F.'s Fehlern rechnet man seine einseitige Verstandesrichtung, die mit Men-schcnverachtung und Argwohn gepaart die Gefühle des Herzens auszuschließen schien, seineHinneigung zu franz. Bildung und Literatur, bei Verachtung der deutschen Nationalität, undseine Geringschätzung der Religion und besonders der christlich-kirchlichen Institutionen. AuSdieser seiner Menschenverachtung,,die übrigens gegen Ende seines Lebens fortschreitend zu-nahm, ging z. B. seine verwrmdende Satire, die Herabwürdigung Einzelner, die ihm dien-ten, das Mistrauen gegen den Bürgerstand, dem er Ehrgefühl und Talent absprach, sowiedie Maßregel der Berufung von Franzosen als Beamten in sein Reich zur Errichtung derRegie hervor. Seine Gleichgültigkeit gegen positive Religion wurde weniger dadurch, daßer sich mit Freigeistern umgab, schädlich, als dadurch, daß er sie zur Schau trug und mitbeißendem Witz über Neligions - und Kirchensachcn zu sprechen und mit Bibelsprüchen undLiederversen Spott zu treiben liebte. Übrigens glaubte er an ein höheres Wesen und achtete