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5 (1845) Entführung bis Gebläse
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Friedrich II. (König von Preußen)

der die Oder und Elbe verbindet, ermunterte zur Industrie, besonders zur Anlegung vonSeidenmanufacturen, ließ wüste Landstriche anbauen (schon damals entstanden durch ihn280 Dörfer und Flecken), unterstützte die durch den Krieg Verarmten mit Getreide undGeld, hielt strenge Zucht unter den Beamten und beobachtete selbst überall die größte Ein-schränkung und Sparsamkeit in den Staatsausgaben. Vor Allem sorgte er für seineKriegsmacht; in richtiger Voraussicht der politischen Zukunft vermehrte er sein Heerbis auf 160000 M., legte zur Sicherung Schlesiens neue Festungen an, errichtete Mk-gazine und bereitete Alles vor, um im Falle eines Kriegs gerüstet dazustchen.

F. war damals im höchsten Grade populair, der Mann des Volks; er besaß die Zunei-gung und Liebe seiner Unterthanen und genoß die Achtung der Welt, die vor seinem Geisteerstaunte, nicht ohne daß die andern europ. Mächte sein wachsendes Glück und die Überle-genheit seines Genies ihm beneideten. Der Fall des Kriegs, dcnF. befürchtet hatte, tratbald ein. Geheime Nachrichten über eine Verbindung zwischen Ostreich, Rußland und Sachsen, die er besonders durch den Verrath des sächs. Kanzlisten Menzel erhielt, zeigten ihm dasnahe Bevorstehen eines Angriffs auf ihn. Durch einen Einbruch in Sachsen am 24. Aug.1756, mit welchem der dritte schles. oder Siebenjährige Krieg (s. d.) begann, eilte ec,seinen Feinden zuvorzukommen. Sachsen wurde schnell entwaffnet, aber dafür traten Frank-reich und Schweden gegen F. auf, der Kriegsschauplatz war vorzugsweise in Sachsen undSchlesien, aber nächstdem auch in fast allen übrigen Theilen der preuß. Monarchie und inNorddeutschland; der König, nur von England unterstützt, behielt bis 1759 die Offensive,von 1760 mußte er sich in die Defensive zurückziehen. Nach 16 Hauptschlachten, die F. ge-liefert, und von denen er die bei Lowositz 1756, Prag, Roßbach, Leuthen 1757, bei Kre-feld, Zorndorf 1758, bei Minden 1759, bei Pfaffendorf und Torgau 1760 und endlichbei Freiberg 1762 gewann, endigte dieser Krieg, in Folge allgemeiner Erschöpfung der käm-pfenden Mächte, mit dem Hubertsburger Frieden, demgemäß Alles auf dem alten Fußeblieb. F. trat aus diesem siebenjährigen Kampfe mit einem Glanze heraus, der ihm für dieZukunft einen entscheidenden Einfluß auf die deutschen und europ. Angelegenheiten zusicherte.Seine nächste Sorge galt der Unterstützung seiner durch den Krieg ausgcsogcnen und er-schöpften Länder. Er öffnete seine Magazine, um seinen Unterthanen Getreide zur Nahrungund Samen zur Bestellung der Felder zu verschaffen; den Landleutcn ließ er Ackerpferdeaustheilen; die eingeäscherten Häuser erbaute er von seinem Gelde, errichtete Kolonien, Fa-briken und Manufakturen und legte verschiedene Kanäle an. Schlesien erhielt auf sechsMonate, die Neumark und Pommern auf zwei Jahre Befreiung von allen Abgaben. Fürden Adel in Schlesien, Pommern und den Marken wurde ein Kreditsystem errichtet, durchwelches der Preis der Güter erhöht und der Zinsfuß erniedrigt wurde. Im I. 1764 begrün-dete er die berliner Bank und gab ihr acht Mill. zum ersten Fonds. Nur die Maßregel, daß er1766 die Accise ganz aus franz. Fuß organisirte und die Verwaltung der Zölle einer vonFranzosen geleiteten General-Zoll- und Accise-Administration,Regie" genannt, über-trug, erregte harten Tadel und laute Klagen, da das Volk hierdurch mit einer Menge klein-licher Accise - und Zollvorschriften gequält, alle, auch die geringsten Lebensbedürfnisse mitAbgaben belegt und diese Abgaben von den Fremdlingen unter vielfacher Willkür mit wi-driger Strenge eingetrieben wurden. Dagegen erwarb sich F. ein großes Verdienst dadurch,baß er erst durch den einsichtsvollen Großkanzlcr von Cocceji 174951Das ProjectdesOorporis juris kritiericisui" in zwei Theilen, und späterhin auf den Grund dieser Vorarbeitunter Leitung des Großkanzlers von Carmer ein neues Gesetzbuch unter dem Namen despreuß. Landrechts ausarbeiten ließ, das jedoch erst nach seinem Tode 1794 zur Verkündi-gung fertig wurde. Mit Rußland schloß er am 11. Apr. 1764 ein Bündniß auf acht Jahre,in Folge dessen er auch die Wahl des neuen Königs von Polen, Stanislaus Poniatowski,und die Sache der gedrückten Dissidenten in Polen unterstützte- Um Preußen mit Pommernund der Mark zu verbinden und überhaupt seinen Staat abzurunden, genehmigte F. dieerste Theilung Polens, die zu Petersburg verabredet, am 5. Aug. 1772 beschlossen undsogleich durch den Einmarsch dreier Armeen ausgeführt wurde, F. erhielt ganz Polnisch-Preußen (welches i486 vom Deutschen Orden an Polen überlassen worden war) nebst Groß-pdltn bis an dm Netzefluß, doch mit Ausnahme »sn Danzig und Thvrn. Aber die unge-