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Friedrich ll. (König von Preußen-
Lehrer Duhan, ein stanz. Ausgewanderter, auf ihn gewannen, indem sie mit der Königininsgeheim eine Opposition wider die väterlichen Erziehungsgrundsätze bildeten. Aber dieseFolgsamkeit gegen die Weisungen der Mutter, die Abneigung gegen den einförmigen Exercier-dienst und die Verschiedenheit der Geistesrichtung überhaupt begründeten bald eine Spannungzwischen Vater und Sohn, welche durch den Minister von Grumbkow und den Fürst Leopoldvon Anhalt-Dessau, später auch von dem östr. Gesandten von Seckendorf noch absichtlich ge-nährt wurde. Unwillig über den Druck, unter welchem er lebte, und der Mishandlungen seinesVaters müde, faßte F. endlich den Entschluß, zu seinem mütterlichen Oheim, Georg II., nachEngland zu flüchten. Nur F.'s ihm gleichgesinnte Schwester, Friederike, und seine Freunde,die Lieutenants von Katt und von Keith, wußten um das Geheimnis seiner Flucht, welche beiGelegenheit einer Reise, auf der er seinen Vater nach Wesel begleiten mußte, .von einemDorfe bei Frankfurt aus des Nachts geschehen sollte. Doch Katt's unvorsichtige Äußerungenhatten die Absicht des Prinzen verrathen, der Prinz wurde ergriffen, von dem Vater erstauf barbarische Weise gemishandelt und in der Wuth ohne Dazwischenkunst des Generalsvon Mosel beinahe getödtet, von jetzt an streng bewacht und alsdann ins Gefängniß gesetzt.Keith, der in Wesel war, entkam, von F. noch zu rechter Zeit gewarnt, nach Holland und Eng.land, bis er 1741 nach F.'s Thronbesteigung nach Berlin zurückkehrte und zum Obristlicu-tenant, Stallmeister und Curator der Akademie der Wissenschaften ernannt wurde. DerLieutenant Katt aber wurde am 15. Aug. zu Berlin gefangen genommen, von dem Königeselbst, der ihn vor sich führen ließ, mit Fußtritten, Stockschlägen und Maulschellen gemis-handelt und schon am 6. Nov. zu Küstrin durch einen vom Könige verschärften Spruch des ^Kriegsgerichts vor den Augen F.'s, der aus dem Fenster seines Gefängnisses zusehen mußte, ^hingerichtet. Während der Prinz in Küstrin, in engster Haft, die gerichtlichen Verhöre bestand,ließ ihm der König den Antrag machen, zu Gunsten seines nachfolgenden Bruders, mit demder Vater zufriedener war, der Thronfolge zu entsagen, wofür ihm Freiheit der Studien, Rei-sen u. s. w. gewährt werden solle. Doch standhaft sein Recht behauptend, äußerte er: „Ichnehme den Vorschlag an, wenn mein Vater erklärt, daß ich nicht sein leiblicher Sohn sei."Auf diese Antwort entsagte der König, welchem eheliche Treue Religionspflicht war, diesemAnsinnen auf immer. Unterdessen war der Prinz, in seinem Gefängnisse sehr hart gehalten, !erst in Köpenick, dann in Berlin vor ein Kriegsgericht gestellt worden, und der Vater schiengeneigt, ihm das Leben absprechen zu lassen. Nur die F-ürsprache der Könige von Polenund Schweden sowie des Königs Umgebung, die mahnenden Vorstellungen des PropstesRcinbeck und des östr. Gesandten von Seckendorf retteten ihn, indem besonders letzterer, derindeß dem Prinzen geneigter geworden war, die kaiserliche Verwendung geltend zu machenwußte. Der Prinz erhielt nun, in Folge seiner schriftlichen Bitte um Verzeihung, das kö-nigliche Begnadigungsschreiben cingehändigt, mußte aber hierauf, nach seiner Entlassung ausdem engern Verhafte in Küstrin, auf des Vaters Befehl bei der Domaincnkammer alsjüngster Kriegsrath arbeiten und wurde erst bei der Vermählung seiner Schwester, der Prin-zessin Friederike mit dem Erbprinzen Friedrich von Baireuth, an den königlichen Hof zurück-geführt. Nach seines Vaters Willen mußte er sich hierauf 1733, wider seine Neigung, mit derPrinzessin Elisabeth Christine (s. d.), der Tochter des Herzogs Ferdinand Albrechtvon Braunschweig - Bevern, vermählen, die von jetzt an, zwar von F. hochgeachtet,aber getrennt lebend, den Sommer auf dem ihr von Friedrich Wilhelm geschenktenSchönhausen, den Winter im Schlosse zu Berlin zubrachte, bis sie 1797 starb. DemPrinzen selbst gab Friedrich Wilhelm die Grafschaft Ruppin und 1734 die StadtRheinsberg, wo derselbe bis zu seiner Thronbesteigung den Wissenschaften lebte. In seinernächsten Umgebung befanden sich Bielefeld, Chazot, Suhm, Fouquet, Knobelsdorf, Kai-serling, Jordan und andere Gelehrte, sowie die Componisten Graun und Benda und derMaler Pesne. Mit auswärtigen Gelehrten, besonders mit dem von ihm bewunderten Vol- itaire, stand er fortwährend in Briefwechsel. Mehre Schriften, namentlich sein „Europäisches 'Staatcnsystem" und sein „^»ti-dlscbisvel ou essai criliezue sur le ?eines eie blscdisvsl"(Haag 1740) erhielten in der ländlichen Ruhe RheinSbergS ihr Dasein.
Der Tod seines Vaters führte ihn am 31.. Mai 1740 auf den Thron. Die Zahl seinerUnterthanen betrug damals 2,240000 auf 2190 UM. und bei seinem Tode mehr den» §