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5 (1845) Entführung bis Gebläse
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Friedrich Wilhelm I. (König von Preußen)

gen, schweb. Pommern besetzen. Dies zu verhindern, schlossen der Administrator von Hol-stein-Gottorp und der schweb. Generalgouverneur in Pommern, Graf Welling, im Juni1713 mit dem Könige einen Sequestrationsvertrag über Stettin und Wismar. Der König,welcher Karl Xll. persönlich achtete und ihm wohlwollte, halte die Absicht, den Norden durchdiese vermittelnden Maßregeln zu beruhigen; allein der aus der Türkei nach Stralsund zu-rückgekehrte Karl Xll. verwarf diesen Vertrag und verlangte Stettin von Preußen zurück,wobei er die Wicdcrbezahlung der 400000 Thlr. verweigerte, welche der König an die Rus-sen und Sachsen zur Vergütung der Kriegskosten bezahlt hatte. Dadurch wurde der König1715 zum Kriege gegen Schweden und zum Bündnisse mit Rußland, Sachsen und Däne-mark bestimmt. In Verbindung mit denselben eroberte der Fürst Leopold von Dessau, ander Spitze der Preußen, Rügen und Stralsund. Nach Karl's Xll. Tode behielt er im Frie-den von Stockholm, am I. Febr. 1720, die Inseln Wollin und Usedom, Stettin, überhauptVorpommern bis an die Peene, wogegen er zwei Mill. Thlr. an Schweden zahlte. Von demgegen Ostreich gerichteten Bündnisse, welches 1725 zwischen England, Holland und Preußenzu Hannover abgeschlossen worden war, wußte der östr. Gesandte, Graf von Seckendorf, denKönig bei dessen Widerwillen gegen Georg II. sehr bald wieder abzuziehen, worauf es am12. Oct. 1726 zwischen den beiden Mächten zu dem Bündniß zu Wusterhausen kam, dem-zufolge der König dem Kaiser versprach, die Pragmatische Sa nction (s. d.) anzuerken-nen und ihn auf den Fall eines Angriffs mit einem Truppencorps zu unterstützen, unter derBedingung, daß Ostreich bei dem Aussterben der Pfalz - neuburgischen Linie Preußens An-spruch auf die Herzogthümer Jülich und Berg unterstützen sollte. Auch an dem pvln. Thron-folgekriege, 173335, nahm der König Antheil. Denn obgleich er den bald nach seinerWahl durch russ. und östr. Truppen aus Polen vertriebenen König Stanislaus Leszczpnski inKönigsberg aufnahm und mit Jahrgeldern unterstützte und dadurch die Unzufriedenheit dermit Sachsen verbundenen Höfe von Wien und Petersburg erregte, so stellte er dennoch, alsFrankreich in Folge dieser Verwickelungen Ostreich den Krieg erklärte, für diese Macht I OVOVM. Hülfstruppen, welche sich mit den Östreichcrn am Rhein vereinigten. Kurz darauf er-schien der König sogar selbst in Begleitung des Kronprinzen auf dem Kriegsschauplatz, aberdie zaudernde Schläfrigkeit, mit welcher der um seinen wohlerworbenen Ruhm ängstlich be-sorgte Prinz Eugen den Krieg führte, verdroß ihn, sodaß er sich bald vom Heere wieder ent-fernte. Nachdem er, unwillig über den bei den Präliminartractate und der jülichschcn Erb-angelegenheit nochmals bewiesenen Undank Ostreichs von der fernern Theilnahme am Kriegesich mit dem Vorsätze zurückgezogen, nicht ferner mehr für dasselbe die Waffen zu ergreifen, be-schäftigte er sich nun lediglich mit den Angelegenheiten seines Königreichs, bis ihn am.3l.Mai17 4 0 der Tod erreichte. Er vereinigte mit einem gedrungenen Körper und einer gesunden Kör-perconstitutivn einen zwar nicht vielseitig gebildeten, aber desto vorurtheilsfreiern Geist undeinen starken, fast unwiderstehlichen Willen. Wenn der Große Kurfürst die Unabhängigkeitseines Hauses, Friedrich 1. den Glanz desselben begründet hat, sostellteF.dieinnereMachlundStärke desselben fest. Zwei Dinge waren es, die ihn vorzüglich beschäftigten, die Vermehrungder Militairmacht und die Verstärkung der Staatskraft in Folge einer erweiterten Culturdes Bodens und einer möglichst sparsamen und geregelten Finanzverwaltung. Obgleich erzu nichts weniger aufgelegt war, als zum Kriegführen und den Ruhm, der aus Eroberungenentspringt, verachtete, so hielt er doch ein zahlreiches, wohlgeübtes Heer für das beste Mittel,um die Sicherheit und die Selbständigkeit seines Staats zu bewahren. Von ihmrührt die mi-litairische Form des preuß. Staats her, die derselbe bis in die neuesten Zeiten behalten; seineganze Regierungsweise war militairischer Art; alle seine Hofcavaliere mußten Militairssein; den Militairstand, zu dem er sich selbst rechnete, zog er dem Civilstande vor, wodurcher es freilich diesem erschwerte, seine Rechte gegen jenen geltend zu machen. In der Thalhatte er auch wirklich seine Kriegsmacht im1.1718 auf 60000 und am Schluffe seiner Re-gierung auf mehr als 76006 M. gebracht, unter denen sich jedoch wenigstens 26000 Aus-länder befanden. Eine besondere Vorliebe hatte er für große Soldaten, aus denen er seineLeibwache bildete, von ihm die Potsdamer Garde genannt, und die er nicht blos im Deut-schen Reiche sondern auch in Holland, in England und Schweden zusammensuchen undfür die er trotz seiner sonstigen Sparsamkeit große Summen zahlen ließ. Übrigens sorgte er