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5 (1845) Entführung bis Gebläse
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616
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616 Friedrich I. (König von PreutzcN)

netcn. Zm ryswijker Frieden von 1697 erhielr F. trotz den nicht unbedeutenden Opfern, direr im Laufe des Kriegs gebracht, keinen andern Dank, als daß ihm die Vortheile bestätig!wurden, welche sein Vater im westfälischen Frieden sowie in dem Frieden zuSaint-Germainerhalten hatte. Dagegen wußte F. auf anderm Wege Vergrößerung seines Staats sich zuverschaffen. Zwar gab er den schwiebusser Kreis, dem ausgestellten Reverse gemäß, gegeneine Entschädigung von 25VVÜ0 Thlr. an den Kaiser zurück; allein er erhielt dafür die An-erkennung seiner Souverainetät als Herzog von Preußen und das Versprechen, daß der kai-serliche Hof seine Anwartschaft auf Ostfriesland und Limburg unterstützen wollte, zwei Lan-der, die auch in der That später in den Besitz Brandenburgs kamen. Von dem Kurfürstenvon Sachsen, Friedrich August I., erkaufte er 1698 für 340099 Thlr. die Erbschirmvogteiüber das Stift Quedlinburg, die Reichsvogtei zu Nordhausen und das Amt Petersberg beiHalle; dem Grafen von Solms-Braunfeld kaufte er die Grafschaft Tecklenburg für 300000Thlr. ab, auch ließ er die Stadt Elbing, welche bereits dem Großen Kurfürsten verpfändet,demselben aber nicht übergeben worden war, 1703 in Besitz nehmen. Das FürstenthumNeufchatel und die Grafschaft Valengin erwarb er nach dem Erlöschen des Hauses Longue-ville, theils in Folge der Dienste, die er Wilhelm lll. von England geleistet hatte, theils in FolgederAnsprüche seiner Mutter auf diese Erbschaft. Von der oranischen Erbschaft erhielt er >702die Grafschaften Mörs und Lingen; mit den Häusern Hohenzollern-Hechingen und -Sigma-ringen schloß er einen Erbverbrüderungsvertrag; vom Markgrafen von Kulmbach erkaufte ergegen eine jährliche Rente die Anwartschaft auf Baireuth; als Herzog von Kleve nahm erauch Geldern, das Karl V. dem Herzog Wilhelm von Kleve einst entrissen hatte, nach demErlöschen des habsbprg. Mannsstamms in Spanien, in Besitz.

Nach der Erhebung des Kurfürsten von Sachsen auf den poln. und des Oranicrs Wil-hclm's lll. auf den engl. Thron hatte seine für die Äußerlichkeiten der Größe sehr eingenom-mene Seele das Verlangen befeuert, die Königskrone zu tragen, ein Verlangen, zu dessenErfüllung der souveraine Besitz des außerhalb Deutschlands Grenzen gelegenen HerzogthumsPreußen eine günstige Gelegenheit zu bieten schien. Nach mehrjährigen Unterhandlungen indieser Angelegenheit mit dem Kaiser, dessen Einwilligung und Zustimmung ein wesentlichesErfoderniß war, wenn die beabsichtigte Würdeerhöhung von Erfolg sein und bei andernStaaten Anerkennung finden sollte, gelang es endlich den diplomatischen Künsten des kur-fürstlichen Botschafters, den Kaiser für die Sache geneigt zu machen, und so kam denn am16. Nov. 1700 zu Wien ein Vertrag zwischen dem Kaiser und dem Kurfürsten, der soge-nannte Kronentractat, zu Stande, in welchem Leopold den preuß. Königstitel anzuerkennenversprach, F. aber sich verpflichtete, in dem bevorstehenden span. Erbfolgekriege 10000 M.für den Kaiser ins Feld zu stellen, eine Compagnie Soldaten in der Rcichsfestung Philipps-burg zu unterhalten und auf die rückständigen Hülfsgelder, die er noch vom Kaiser zu fodernhatte, zu verzichten, in allen Reichsangelegenheiten der kaiserlichen Stimme beizutreten, beijeder künftigen Königswahl seine Stimme einem östr. Prinzen zu geben und seine deutschenReichslande den Verbindlichkeiten gegen das Reich in keiner Weise zu entziehen. Kaum er-hielt der Kurfürst von der Unterzeichnung dieses Vertrags Kunde, so eilte er mitten im Win-ter mit seiner Familie und seinem ganzen Hofe nach Königsberg und setzte sich dort am 18.Jan. 1701, nachdem er Tags vorher den Schwarzen Adlerorden gestiftet hatte, mit allemerdenklichen Pompe die Krone auf. Die Anerkennung der Königswürde erfolgte auf desKaisers Änregung, zunächst von den Kurfürsten, dann nach und nach von allen europ. Staa-ten, mit Ausnahme Spaniens und Frankreichs, das erst im ntrechter Frieden von > 7 1 3, unddes Kirchenstaats, der erst 1787 die preuß. Königswürde anerkannte, und denen vergebenswegen verletzter Particularintereffen die poln. Stände und der DeutscheRitterorden sich an-schlossen. An dem nordischen Kriege nahm F. keinen Antheil; als Ostreichs Bundesgenosseaber sendete er in dem span. Erbfolgekriege 20000 M. an den Rhein, die unter dem Gene-rallieutenant Heyden bei Kaiserswerth, Kempen, Linnen, Wachtendonk, Venlo, Bonn undRheinbergen sich auszeichneten und die berühmte Schlacht bei Hochstädt 1704 mit entschei-den halfen, und später 6000 M. nach Italien, die 1706 unter Eugen's Befehl nicht wenigzu dem glücklichen Ausgange der Schlacht bei Turin beitrugen. Das Ende dieses.,Kriegs je-doch und den Frieden von Utrecht erlebte F. nicht. Schon längst kränklich und hinfällig, starb