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5 (1845) Entführung bis Gebläse
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! Friedrich l. (König von Preußen)

§ sitätzu Duisburg und die jetzige königliche Bibliothek in Berlin, rrorganisirte die Universi-täten zu Frankfurt an der Oder und zu Königsberg, stiftete das Werdcr'sche Gymnasiumund verlegte das Joachimsthal'sche nach Berlin. Er erweiterte Berlin durch Hinzusetzungder Dorothcenstadt und des Friedrichswcrders und verschönerte es durch mehre Anlagen,z. B. die Linden, und stattliche Gebäude. Wenn auch das Resultat des 1683 auf der asrik.Küste von dem Major von der Gröben angelegten Fons Fricdrichsburg der. Erwartungendervon dem Kurfürsten gestifteten Asrik. Handelsgesellschaft nicht entsprach, so waren dagegenseine Bemühungen, den Handel im Innern zu beleben und den Ackerbau zu heben, von destoLesserm Erfolge begleitet. So brachte der im 1. 1662 gegrabene, die Spree und Havel ver-bindende Friedrich-Wilhelmskanal dem Handelsverkehr der Mark und besonders der Haupt-stadt entschiedenen Vorthcil. Unter seiner Regierung wurden auch 1656 die Postfahrten,die ihre erste Organisation durch Michel Mathias erhielten, eingeführt; im 1.1661 erschiendie erste Zeitung, und 1656 ließ sich der erste Buchhändler in Berlin, Rupert Völker, daselbstnieder. Zum Nachfolger hatte er seinen Sohn aus der ersten Ehe, Friedrich III., als KönigFriedrich I. (s. d.) genannt. Aus der zweiten Ehe überlebten ihn sechs Kinder: PhilippWilhelm, ausgestattet mit der Markgrafschaft Schwedt, gest. 1711, Friedrich AlbrechtHeermeister des Johanniterordens, später auch Statthalter in Hinterpommern, gest. 1731,Karl Philipp, gest. 1665, Christian Ludwig, Statthalter zu Halberstadt und Dompropstvon Magdeburg, gest. 1731 und zwei Prinzessinnen. Die dem Kurfürsten im I. 1766 inBerlin errichtete Statue ist Schlütcr's Werk und wurde von Joh. Jakobi gegossen. Vgl.Leop. von Orlich,Geschichte des preuß. Staats im 17. Jahrh., mit besonderer Beziehungauf das Leben Friedrich Wilhelm des Großen Kurfürsten" (3 Bde., Berl. 183839).

Friedrich I., erster König von Preußen, 17 6 1 1 3, als Kurfürst von Brandenburgund souverainer Herzog von Preußen seit 1688 Friedrich III. genannt, geb. am 22. Juli

, 1657 zu Königsberg, der Sohn des Großen Kurfürsten und der Prinzessin Luise Henriette,

der ersten Gemahlin desselben, erhielt nach dem Tode seines älter» Bruders Karl Emil, gest.1671 zu Strasburg, die Aussicht auf die Erbfolge. Persönlich unansehnlich und verwachsen,weil er als Kind einmal vom Arme der Wärterin hcrabgestürzt war, scheint die hieraus ent-standene Schwächlichkeit Schuld gewesen zu sein, daß er ohne eine sorgfältige Erziehung blieb.Zn seinem Jünglingsalter hatten Misverständnisse, in die er mit seiner Stiefmutter gerieth,auch das Verhältniß zwischen ihm und seinem Vater erkaltet und den Letzter» anfangs zu ei-ner Enterbung seines Sohns erster Ehe, dann auf Fürsprache der Minister zu einer ander-weiten letztwilligen Verfügung bestimmt, nach welcher der Kurprinz in der Kurwürde und

^ den Kurländcrn und die übrigen Söhne in den andern Besitzungen folgen sollten. Gleich beiseinem Regierungsantritte im 1.1688 aber erklärte F., mit Einwilligung dcsKaisers, von dem«schon als Kurprinz für den Preis der Rückgabe des schwiebusscr Kreises die Zusage der Unter-stützung dabei erhalten hatte, dieses Testament für ungültig; er nahm von den gesammten Län-dern seines Vaters Besitz und gab seinen Stiefbrüdern nur Ämter und Apanagen. Als Re-gent zeigte er sehr bald dasselbe Streben wie sein Vater, den Glanz und den Einfluß seines Hau-ses, wenn auch in anderer Weise als jener, zu mehren, und unterstützt von den Staatskräftenund Mitteln, die jener gesammelt hatte, gelang ihm dies um so leichter. Demzufolge umgaber sich mit einem ceremoniösen, nach dem Muster Ludwig's XIV. in Pracht und ÜppigkeitPrunkenden Hofe, trat mit den bedeutendsten europ. Mächten in freundschaftliche Beziehungund machte sich ihnen besonders dadurch wichtig und nothwendig, daß er ihnen seine Truppenhäufig als Hülfsvölker lieh. So unterstützte er den Prinzen Wilhelm von Oranien bei sei-nem Unternehmen gegen England mit 6666 M., unter seinem Marschall Schömberg, diezur Entscheidung der Schlacht an der Boyne und hierdurch zur Beendigung des Kampfs-wischen Wilhelm III. und Jakob II. überhaupt viel beitrugen. Zur Reichsarmee gegen Frank-reich, welches 1689 die Rheinpfalz verwüstete, sendete er 26666 M., denen er selbst folgte,und die Rheinbergen, Kaiserwerth und Bonn wieder eroberten. Auch nahm er 1696 an demFeldzuge am Rhein, wiewol ohne erheblichen Erfolg, Theil und unterstützte 1691 den Kai-jer in seiner Bcdrängniß in Ungarn gegen ein Hülfsgeld von 156666 Thlr. mit 6666 M.seiner besten Truppen, unter dem General Barfuß, welche die Schlacht bei Salankemen am>9. Aug. 1691 mitgewinnen halfen, und auch später bei Belgrad und Zentha sich auszeich-