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5 (1845) Entführung bis Gebläse
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611
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Friedrich Wilhelm (Kurfürst von Brandenburg) 611

tizer Maßregeln während seiner Regentschaft das unbestrittene Verdienst, eine wohlthätigeRegeneration in mehren der wichtigsten Zweigen der innern Staatsverwaltung und der in-ner« politischen Zustände Dänemarks durchgeführt zu haben; ein Verdienst, das ihm dieLiebe und Dankbarkeit seinesVolks selbst unter den zum Theil von einer fehlerhaften Politikherbeigeführten Drangsalen bewahrte, und das sich vorzüglich in der Emancipation desBauernstandes, der Verbesserung der bürgerlichen Stellung der Juden und des sittlichenZustands der Neger, der Abschaffung des Negerhandels, der Verbesserung der Rechts-pflege, des Heer- und Unterrichtswesens, der Förderung des Ackerbaus und des Handels,der Einführung der freilich später nach und nach immer mehr wieder beschränkten Preßfrei-heit erwies. Wenn trotz diesen mannichfachen Verbesserungen im innern Staatsleben derdan. Monarchie dieselbe unter seiner Regierung von der frühem Stufe ihrer Macht herab-sank und insbesondere in ihren Finanzen immer mehr herunterkam, so lag das zwar auch ander fehlerhaften finanziellen und äußern Politik, die man befolgte, am meisten aber wol anden Zeitumständcn, in welche Dänemark auf eine verhängnißvolle Weise verwickelt wurde.Bis 1801 wußteDänemark zwar scim Neutralität zur See aufrecht zu erhalten; allein derAngriff der Engländer auf Kopenhagen am 2. Apr. 1801, und noch mehr das unheilvolleBombardement dieser Stadt im Sommer 1807 warfen Dänemark in eine Periode desStaatsunglücks, welche weder der Patriotismus noch der beste Wille des Königs abzuwen-den vermochten. Bei all der Liebe und Achtung, welche die dän. Nation der Person ihresim Unglück alt gewordenen Königs widmete, konnte ihr doch nicht die Erkenntniß ausblei-ben, daß der Staat in Folge der seit 1815 befolgten innern Politik, die sich gewaltig vonder, welche der König in seiner Jugend befolgt, unterschied, immer mehr herunterkommenmüsse. Die Julirevolution von 1830 verfehlte daher auch nicht in Dänemark eine Bewegunghervorzurufen, welche die Einführung von Provinzialständen zur Folge hatte. (S. Däne-mark.) Noch hatte dieses Zugeständnis des Königs seine regenerirende Kraft nicht erweisenkönnen, als derselbe am 3. Dec. 1830 starb, worauf Christian VIII. (s. d.) ihm in derRegierung folgte. Er war vermählt mit Sophie Friederike, einer Tochter des Landgrafenvon Hessen-Kassel, von welcher er zwei Töchter hatte, welche die Prinzen Ferdinand undFriedrich Karl Christian von Dänemark, der gegenwärtige Kronprinz, heirathetcn, welcherletztere aber 1837 sich scheiden ließ.

Friedrich Wilhelm, Kurfürstvon Brandenburg 164088, gewöhnlich der GroßeKurfürst genannt, geb. am 6. Febr. >620 zu Berlin, wurde zuerst in Küstrin, dann amHofe des Herzogs von Pommern erzogen. Im 1.1634 bezog er die Universität Leyden undmachte hierauf einige kleine Reisen. Er war 20 Jahre alt, als er nach dem Tode seines Va-ters, Georg Wilhelm, am 1. Dec. 1640 die Negierung antrat. Sofort änderte er das poli-tische System, das fein Vater in dem immer noch fortdauernden Dreißigjährigen Kriege be-folgthalte, entfernte den Minister Schwarzenberg, den Wortführer des kaiserlichen Interesses,und schloß, um der Verheerung seines Landes auf der gefährlichsten Seite ein Ziel zu setzen,am 14. Juli 1641 zu Stockholm mit den Schweden einen Waffenstillstand, vermöge dessendiese zwar die Städte Driesen, Landsberg, Krossen, Frankfurt und Gardelegen besetzt haltendurften, ihm selbst aber das übrige Land und auch in den genannten Städten die bürgerlicheGerichtsbarkeit zurückgegeben wurde. Seine Cavalerie überließ er dem Kaiser, dem sie denEid der Treue geleistet hatte. Durch den Waffenstillstand mit Hessen-Kassel im 1.1644 er-hielt er die von Hessen besetzten Örter in Kleve und in der Grafschaft Mark zurück. Im I.1847 vermählte er sich mit der manischen Prinzessin Luise Henriette, geb. am 17. Nov. 1627,gest. am 8. Juni16 6 7, die ebenso durch klaren Verstand wie religiösen Sinn ausgezeichnet, unterAndern das LiedJesus meine Zuversicht" verfaßte. Obgleich nach dem Absterbcn der Her-zoge von Pommern im 1.1637 dieses Land vermöge früherer Erbverträge an Brandenburghätte fallen sollen, so war eS doch von den Schweden besetzt, und der Kurfürst im westfäl.Frieden genöthigt worden, Vorpommern, die Insel Rügen und einen Theil von Hinterpom-viern an Schweden zu überlassen, wogegen er nebst dem Reste von Pommern und der Graf-schaft Hohenstein die Bisthümer Halberstadt, Minden und Kamin als weltliche Fürsten-khümer bekam, und das Erzstift Magdeburg ihm, nach dem Tode des damaligen Admini-

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