L08 Friedrich IV. (deutscher König)
teten Kloster begraben. Nach der Aufhebung dieses Klosters im I. >783 brachte man seineirdischen Überreste in das Münster von St.-Stephan zu Wien.
Friedrich IV. , deutscher König I 440—93, als röm. Kaiser III-, als Erzherzog vonOstreich V., der Sohn Herzog Ernst des Eisernen und der masovischen Cymburgis, geb. zuInnsbruck am 2 l. Sept. > 4 l 3, wurde das Haupt der über Steiermark, Kärnten und Krainherrschenden Linie, während in Tirol und Niederöstreich zwei andere Linien (die Albertinischeund Leopoldinische) regierten, deren Länder später ihm und seinem Sohne auch zuficlen.Kaum mündig geworden, unternahm er einen Zug nach dem gelobten Lande. Im I. 1433trat er nebst seinem unruhigen Bruder, Albrecht dem Verschwender, die Negierung seiner 'Länder an, die freilich wenig mehr als 16000 Mark eintrugen, und wurde Vormund für seineVettern, Sigmund von Tirol und Ladislaw Posthumus von Niederöstreich, Ungarn uniBöhmen. Nach Kaiser Albrecht's !I. Tode im I. 1439 einstimmig zum Kaiser gewählt, ent-schied sich F. endlich nach elfwöchentlicher Unschlüssigkeit für die Annahme der Neichskroneund wurde 1-142 zu Aachen gekrönt. Gleich im Anfänge seiner Regierung gerieth er in einen lKrieg mit seinem Bruder Albrecht, der in Vorderöstreich regierte, und konnte blos durchErlegung einer bedeutenden Geldsumme denselben zur Herausgabe der Länder, die er vonihm besetzt hielt, bewegen. Hierauf brachen die Ungarn unter Johannes Hunnyades Cor-vinus, um F. zur Auslieferung des von ihnen zum König gewählten Prinzen Ladislaw zu zwin-gen, 1445 verheerend in Ostreich ein, belagerten Wienerisch-Neustadt und erzwangen end-lich durch einen zweiten Einfall und die erneuerte Belagerung Wiens im I. 1452 unter Ul-rich Eyzinger, gegen die er, wie das erste Mal, auch nicht den geringsten Versuch zur Abwehrwagte, dieRückgabe ihres Königs. Dieser anhaltende Kriegszustand in Ostreich hatte die Ent-stehung großer Räuberbanden veranlaßt, welche unter Anführung des Ritters Pankraz vonGallicz das Land plündernd durchzogen und furchtbar verwüsteten. F., unthätig wie immer,überließ es den Städten, sich selbst zu helfen und kaufte endlich dem Gallicz den Frieden füreine Summe Geldes ab. Ebenso wenig unternahm er etwas Ernstliches gegen Mailand, alsdort nach Erlöschen des Mannsstammes der Visconti im 1. 1447 der Usurpator Sforza desmailänd. Staats, eines deutschen Lehens, sich bemächtigte. Um die dem Hause Ostreich entrisse-nen Krongüter wicderzuerlangen, mischte er sich in die Angelegenheiten der uneinigen Schwei-zercantons und rief, selbst zu schwach, vom Reiche verlassen, ein fremdes Kricgsvolk (s. Arm a-gnac) aus Frankreich unter dessen Dauphin herbei, das 1444 bei St.-Jakob an der Birs vonder Schweizer Tapferkeit eines Andern belehrt, seine Waffen zum Theil gegen Deutschlandund gegen Ostreich selbst richtete, während F. selbst 1449 den Eidgenossen ihre Eroberungenförmlich bestätigen mußte. In der pfälz. Erbfolge im 1.1449 verfeindete er sich mit Fried-richdemSiegreichenss. d.), dem Bruder des verstorbenen Ludwig, der statt seines NeffenPhilipp die Kur für sich verlangte und, als F. widersprach, Mainz, Trier und mehre anderedeutsche Fürsten auf seine Seite brachte, die den Beschluß faßten, den unfähigen Kaiser ab-zuschen und an seine Stelle den Böhmen Georg Podiebrad zu wählen. Durch seine schlaffeUnselbständigkeit und feige Ergebenheit gegen don päpstlichen Stuhl veranlaßte er, daß dasConcil zu Basel, wodurch die deutsche Kirche höchst wahrscheinlich frei geworden wäre, inseinen segensreichen Resultaten wieder vernichtet wurde. Denn als die deutschen Reichsfür-stcn auf die Aufrechthaltung der frühem Concilienbeschlüsse drangen und zugleich den er-neuerten Eingriffen des Papstes, der die Absetzung zweier geistlichen Kurfürsten aussprach,sich kräftig widersetzten, wußte er durch seinen schlauen Kanzler Äncas Sylvius, den nach-maligen Papst Piusll., der die Mittelsperson zwischen dem Papste und den Fürsten machte,den Rath der Fürsten so zu theilen, daß sie sich einzeln in dem sogenannten Fürstenconcordatdem Papst Eugen unterwarfen, und endlich in dem sogenannten Wiener Concordat von1448, das der Kaiser erst allein mit dem Papste schloß und dem die Neichsfürsten nachhergleichfalls einzeln beitraten, alle Beschlüsse des baseler Concils, die sich auf Einschränkungpäpstlicher Misbräuche bezogen, Zurücknahmen. Die günstige Stimmung des Papstes ge-gen ihn benutzend, zog er im 1. 1452 nach Italien, um die Kaiserkrönung, die letzte, dieein König der Deutschen zu Rom empfing, durch den Papst an sich und seiner GemahlinElconora von Portugal, der Stammmutter aller nachmaligen Fürsten Ostreichs, mit derer sich während seines Aufenthalts in Italien erst vermählt hatte, vollziehen zu lassen.