Friedrich III. (deutscher König) 607
dem Adel des Landes ihm und nicht Ludwig von Baiern übertragen wurde, geriethen dieFreunde in Zwist, der zum Kriege führte, in welchem F. von Ludwig bei Gamelsdors 13 l 3geschlagen wurde. Den schon bei seines Vaters Tode von F. gehegten Plan, die Kaiserkronezu erlangen, vereitelte die Wahl Heinrichs VIl. von Luxemburg; doch faßte er denselbenwieder auf, als der Letztere im I. 1313 plötzlich starb. Er söhnte sich zu Ranshoven undSalzburg mit Ludwig aus, entsagte der Vormundschaft über Niederbaiern und gewann dasHerz des Jugendfreundes von neuem. Trotz dieser Versöhnung, und obgleich Ludwig vonBaiern früher seinem Freunde versprochen hatte, nicht nach der Krone zu streben, sondern sieF. zu überlassen, wurde er dennoch, als er mehre der bedeutendsten Fürsten geneigt sah, ihn zuwählen, dem gegebenen Worte untreu, zog eilig mit seiner Partei nach Frankfurt, wurde ge-wählt und ließ F., der Frankfurt vergebens belagerte, nicht in die Stadt. Auch mit der Krö-nung zu Aachen kam er F. zuvor, sodaß Lctztcrm nichts übrigblieb, als zu Bonn auf einerTonne im freien Felde sich die Krone aufsctzen zu lassen. Nur das Schwert konnte jetzt ent-scheiden, und ein mehrjähriger Bürgerkrieg begann, der von Mord, Brand und Parteiungbegleitet, Deutschland furchtbar verheerte. Die meisten Fürsten Deutschlands reihten sichnun an die eine oder die andere Partei, an die östreichische und luxemburgische an, und nichtungern sahen sie einen Kampf, der ihnen selbst mehr Ansehen verleihen und aufs neue dazubeitragen mußte, die kaiserliche Macht zu schwächen. Nach vielen hartnäckigen, aber unent-schiedenen Treffen neigte sich endlich der Sieg immer mehr auf die Seite F.'s, der besondersan seinem tapfern Brüder Leopold eine mächtige Hülfe hatte, und Ludwig, hart bedrängt,ging schon mit dem Gedanken um, dem Reiche gänzlich zu entsagen. Allein durch Leopold'sunglückliche Niederlage bei Morgarten (s. d.) am 15. Nov. 1315 gegen die Schweizerwieder ermuthigt und durch ansehnliche Unterstützungen seiner Partei verstärkt, begann erden Kampfaufs neue. BeiMühldorfaufder AmpfingerHaide trafen die Heere am 28. Sept.1322 zusammen, und F-, der die heranziehende Verstärkung seinesBcuders Leopold nicht ab-wartete, wurde, besonders in Folge der klugen Maßregeln des feindlichen FeldhauptmannsSeyfried Schweppermann (s. d.), völlig geschlagen und nebst 13 00 der Vornehmsten vomöstr. und salzburgischen Adel gefangen. Drei Jahre lang hielt Ludwig ihn auf der Burg Traus-nitz bei Nabburg im Thale an der Pfreimt in ritterlicher Hast, und weder die Thränen seinerGemahlin Elisabeth von Aragonien, der schönsten und geistreichsten Frau ihrer Zeit, die sichaus Schmerz blind weinte, noch ein kühner Rettungsversuch seines Bruders Leopold ver-mochte ihn aus dem Gefängnisse zu befreien. Als aber Ludwig cinsah, daß er nur durch eineVersöhnung mit der habsburgischen Partei zum sichern Besitze der Kaiserkrone gelangenkönnte, entließ er 1325 F. seiner Gefangenschaft, gegen das Versprechen, ihn als Kaiser an-zuerkenncn, die Seinigen zu gleicher Anerkennung zu bewegen und die Wahlurkunden undbesetzten Länder herauszugeben, wenn dies ihm aber unmöglich sei, sich freiwillig wieder alsGefangener zu stellen. F.'s Absicht, sich zu versöhnen, scheiterte an dem festen Sinne seinesBruders Leopold, der vom Papste, Ludwig's Feinde, verhetzt, sich zur Erfüllung der Bedin-gungen nicht verstehen wollte. Freiwillig kehrte er daher, seinem Eide treu, obgleich ihn derPapst desselben entband, nach München zu Ludwig als Gefangener zurück. Von solcherTreue gerührt, nahm ihn Ludwig freundlich auf, erneuerte das alte innige Freundschaftsver-hältniß und thcilte mit ihm Wohnung, Tisch und Bette, wie in den goldenen Jugendtagen;ja er übertrug chm sogar, als er seinem Sohne Ludwig 1327 gegen den König von Polen,welcher auf des Papstes Antrieb einen räuberischen Einfall in Brandenburg gemacht hatte,zu Hülfe ziehen mußte, die Verwaltung von Baiern und schloß mit ihm einen Tractat, ver-möge dessen dieReichsregierung zwischen Beide getheilt sein sollte. Da aber die Reichsfürstender Ausführung dieses Beschlusses sich widersetzten, so kam ein zweiter Vertrag, nach welchemLudwig Italien und die röm. Krone nehmen, F. aber als röm. König in Deutschland herr-schen solle, zwischen den Freunden zu Stande, der aber gleichfalls nicht zur Ausführung kam.Denn als bald daraus mit Leopold's Tode für F. die Stütze wie der äußere Antrieb seinerehrgeizige» Plane hinsank, zog dieser es vor, sein übriges Leben in Einsamkeit und Ruhe hin-zubringtn, und auf dem Euttenstein von nun an nur stillen, frommen Betrachtungen sich zuwidmen. Hier starb er am 13. Jan. 1330 und wurde zu Mauerbach in dem von ihm gestif-