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5 (1845) Entführung bis Gebläse
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606
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606 Friedrich III. (deutscher König)

von den Bologneser« besiegt, wurde ohne Anssicht auf Befreiung von ihnen gefangen ge-halten ; sein Kanzler Petrus de Vincis, der längst in seiner Treue gewankt hatte, versuchteihn zu vergiften, und selbst seinen tapfer» Mitkämpfer Ez elin (s. d.) sah er vonsich zu denFeinden abfallen. Nur noch einmal nahmen die Angelegenheiten F.'S in Oberitalicn einegünstigere Wendung; die Ghibellinen gewannen die Oberhand, und F. würde vielleicht Znno-cenz besiegt haben, wenn ihn nicht selbst am 13. Dec. 1250 zu Fiorentino der Tod in denArmen seines natürlichen Sohns Manfred getroffen hätte. Ihm folgte sein Sohn Kon-ra d I V. (s. d.). F., dessen Haupt sieben Kronen (die röm. Kaiser- und die deutsche- >nigskrone, die eiserne der Lombarden, die von Burgund, Sicilien, Sardinien und Jerusa-lem) geziert hatten, war, ohne körperlich groß zu sein, wohlgebaut, blond, mit schöner Stirnund fast antik gebildeter Nase und Mund und Augen, welche freundliche Heiterkeit ausdrückten.Kühn, hochgesinnt, tapfer, tolerant gegen Andersgläubige und freisinnig, vereinigte er diese demHohenstaufischen Hause gleichsam erblichen Eigenschaften mit trefflichen Anlagen und herrli-chen Kenntnissen und mit Liebe zur Kunst undWissenschaft. Er verstand sammtliche SprachenseinerUnterthanen, Griechisch, Lateinisch, Italienisch, Deutsch, Französisch und Arabisch, warin allen Arten ritterlicher Übungen wohlerfahren, ein tiefer Kenner der Naturgeschichte, überdie er Mehres schrieb, und ein Dichter zarter Liebeslieder in der zuerst durch ihn zur Schrift-sprache erhobenen ital. Volkssprache. Bald leidenschaftlich rasch und streng, bald mild und frei-gebig, dabei üppig und lebensfreudig, war er seinem ganzen Wesen nach mehr Italiener alsDeutscher. Seinem Geburtslande Italien gehörte seine Seele, gehörten alle seine Gedankenund Entwürfe an; hier wollte er die Gewalt des Kaiserthums feststellen, hier durch seine Ge- ^setzgebung und Verwaltung das Muster eines wohlgeordneten Staats gründen. Deutschland,wo die schon so fest ausgebildete aristokratische Verfassung die Errichtung einer schranken-losen Künigsmacht unmöglich machte, war ihm blos durch die Mittel und Kräfte noch etwaswerth, die es bot, Italien zu überwinden. Gern und willig brachte er daher in den 1220 znGunsten der geistlichen und 1232 zu Gunsten der weltlichen Fürsten gegebenen Constitutionendurch Einräumung der Rechte der Landeshoheit derselben einen neuen wichtigen Theil derkaiserlichen Prärogative zum Opfer, blos um damit ihre Unterstützung zur Verwirklichungseines Plans aufJtalien zu erkaufen; Rechte, welche der Grundstein derjenigen Verfassungwurden, nach welcher, statt des alten Königreichs der Deutschen, eine Masse verbündeterStaaten unter der obersten Leitung eines erwählten Kaisers bestand. F.'s Ncgierungszeit fälltin die merkwürdigste Epoche des Mittelalters. Durch Znnocenz III-, Gregor IX. und Zmw-ccnz IV. wurde die Hierarchie trotz F.'s Gegendampf damals auf den Höhepunkt ihrer Machtgebracht und erhielt in den Ritterorden, den Bettelorden und der Inquisition, die um dieseZeit entstanden, furchtbare Stützen ihres Baus; unter den Waldensern und Albigensernzeigte sich bereits ein Protestantismus des Mittelalters; ein freier Bürgerstand trat hervor,in Deutschland durch den Kaiser, in Italien durch den Papst begünstigt, und fand hier(Lombardenbund) wie dort (Rheinischer Städtebund und Hansabund) in großen Conföde-rationen seinen Stützpunkt; dem Faustrccht zu steuern, wurde zuerst ein Landfriede in deut-scher Sprache geboten; auch zeigten sich die ersten merklichen Anfänge des geheimen Ge-richts der Feme, und durch die von F. gestifteten Universitäten zu Neapel und Wien (1238)wurde der Grund zu dem nachmals erwachenden Geist wissenschaftlicher Prüfung und For-schung gelegt. Vgl. Funck,Geschichte Kaiser F.'S II." (Züllich. 1792). Aus dem LebenF.'s wählte Fr. von Heyden für das TrauerspielDer Kampf der Hohenstaufen" (Berl.1828) das I. 1235 und Jmmermann für die TragödieKaiser Friedrich II." (Hamb.1828) die 1.1234-50 zum Stoff.

Friedrich in., oder der Schöne, deutscher König seit 1313 , Eegenkönig L u d -w ig's I V. (s. d.) von Baiern, Erzherzog von Ostreich, geb. 1286, der Sohn des deutschenKönigs Albrcchk's I. und der Elisabeth, der Erbtochter Meinhard's III. von Kärnten, über-nahm, nachdem sein älterer Bruder, Rudolf der Sanftmüthige, 1307 gestorben und seinVater 1308 ermordet worden war, als der älteste noch lebende Sohn dicRegierung des Her-zogthums für sich und seine jüngern Brüder. Zu Wien zugleich mit seinem Vetter, Ludwigvon Baiern, erzogen, hatte er mit diesem einen innigen Freundschaftsbund geschlossen, derlange ungestört fortbestand. Als aber die Vormundschaft über die niedcrbair. Herzoge von