Friedrich U. (röm.-deutscher Kaiser) ' 6V5
>u Main; >235 förmlich abgesetzt und mit Weib und Kind auf das Schloß San-Felice inApulien in lebenslängliche Haft gebracht. Statt Heinrich ließ nun F. seinen zweiten SohnI Konrad zum römischen Könige wählen; zugleich feierte er mit großem Glanze und geräuschvollen Festlichkeiten seine dritte Vermählung mit Jsabella von England. Hierauf rüstete erzu Augsburg > 23« gegen die Lombarden ein ansehnliches Heer, das durch die HülfskruppenEzelin's (s. d.) und der ghibellinisch (kaiserlich) gesinnten Städte Obcritalicns verstärkt,dm glänzenden Sieg bei Cortenuova am Oglio, am 26. und 21. Nov. >237, errang unddie Unterwerfung aller lombard. Städte, mit Ausnahme von Mailand, Bologna, Pia-' cenza und Brescia, zur Folge hatte. Auch diese waren geneigt, F. als Herrn anzuerken-iim und boten unter der Bedingung der Verzeihung jede Aufopferung an Geld und Gut.Aber F. verlangte, daß sie sich auf Gnade und Ungnade ergeben sollten, und so sahen sichdie Städte durch die Verzweiflung zu einem Bunde genöthigt, der den Kaiser zu einemlangwierigen Belagerungskricge nöthigte. Diese für den Kaiser ungünstige Wendung derDinge glaubte der Papst, der, eifersüchtig über F.'s Glück, zugleich durch die Ernennung desSohns desselben, Enz io (s.d.), zum König des unlängst den Sarazenen entrissenen Sardi-nien, aufdaserselbstimNamenderKircheAnsprüchemachte, beleidigt war, benutzen zu müs-sen, um die Entwürfe des Kaisers in Italien zu stören, und sprach daher am Palmsonntage123!» den Bann von neuem gegen F. aus. Der Kaiser aber setzte muthig und entschlossendm Kampf gegen die Lombarden fort, beantwortete die schmähenden Anklagen des Papstesmit gleichen Schmähungen, brach später sogar in das päpstliche Gebiet ein, eroberte >231Ravenna und drang bis Nom vor, das er jedoch, wiees scheint, nicht anzugreifen wagte. KeinWunder war es, wenn F. und der Papst über diesen Kampf in Italien um die Herrschaftdie furchtbare Gefahr gering achteten, welche damals durch den Erobcrungszug der Mongo-len, eines wilden Volks aus Mittelasien, dem ganzen christlichen Europa, vor AllemDeutschland, drohte. Nach einer heißen Schlacht bei Wahlstatt (s.d.)im J. >231, inder sie siegten, erlitten die Mongolen zwar später durch die an der Donau versammelte deut-sche Kriegsmacht, zu welcher auch des Kaisers Hülfstruppen unter Enzio stießen, eine großeNiederlage, allein dieser Unfall würde nicht im Stande gewesen sein, Deutschland von derVerwüstung dieser barbarischen Horden zu befreien, wenn nicht Spaltungen unter ihnen selbstüber die Thronfolge sie zur Rückkehr nach Asien genöthigt hätten. Jndeß fuhr F. fort, denPapst zu bedrängen; er ließ durch Enzio eine Anzahl von Bischöfen, die nach Nom auf ge-nues. Schiffen zu einer Kirchenversammlung segelten, gefangen nehmen, nach Gregor's >X.Tode Cölestin lV., und als dieser schnell starb, nach einer Zögerung von 18 Monaten, Zn-nocenz IV. zum Papste wählen. Jnnvcenz, früher ein inniger Freund des Kaisers, wurdeaber, da er der Kirche um jeden Preis den vollständigsten Sieg verschaffen wollte, von jetztan sein erbittertster, furchtbarster Feind. Er bestätigte Gregor's Bannfluch, floh nach Lyon,berief dahin eine ökumenische Synode, die den Kaiser für abgesetzt und aller seiner Kronenfür verlustig erklärte, und soderte die deutschen Fürsten auf, an seine Stelle einen neuenKaiser zu wählen. Weder die eigene Vertheidigung F.'s noch die seines beredten Kanzlers,Thaddäus von Suessa, der vor der Kirchenversammlung zu Lyon die boshaften und abge-schmackten Beschuldigungen, die man dem Kaiser gemacht, siegreich widerlegte, waren imStande, Papst und Kirche milder gegen ihn zu stimmen. Auf Jnnocenz's Betrieb wähltendie geistlichen Kurfürsten 1236 den Landgrafen von Thüringen, Heinrich Raspe, an seinerStatt zum deutschen König, den der Papst mit bedeutenden Subsidicngcldern unterstützte.Doch F. verlor den Muth nicht, und während er selbst mit seinem Sohne Enzio Sicilien unddie Lombardei vcrtheidigte, zog sein Sohn Konrad gegen Heinrich Raspe zu Felde, der, >237in einem Treffen bei Ulm geschlagen, bald darauf starb. Hierauf wählte die päpstliche ParteiWilhelm, Grafen von Holland, zum König; doch auch er vermochte sich nicht zu behaupten,sondern seine Erhebung trug blos bei, die in Deutschland unter solchen Verhältnissen immergrößer werdende Gesetzlosigkeit und Verwirrung zu vermehren. Doch von nun an traf einUnglücksschlag nach dem andern den Kaiser. Ein erneuerter Versuch, den Papst durch Un-terwerfung zu versöhnen, scheiterte an Jnnvcenz's Hartnäckigkeit; den Parmensern, derenStadt der Kaiser hart und unter Verübung vieler Grausamkeiten belagerte, gelang eS ineinem Ausfälle das Bclagcrungshcer zu schlagen und völlig zu zerstreuen; sein Sohn Enzio,