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5 (1845) Entführung bis Gebläse
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604
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604 Friedrich ll. (röm.-deurscher Kaiser)

Zen, die Lombardei bezwingen und den geistlichen Universalmonarchen in die Stellung eine»Ersten Bischofs der Christenheit Herabdrücken zu können. Doch seine Zeit, in Aufklärungund Bildung noch weit hinter ihm selbst zurückstehend, nährte noch Vorurtheile, die er längstschon besiegt hatte. Fest sein Ziel im Auge, ließ er 1220 seinen Sohn Heinrich zum röm.König und zugleich zum König von Sicilien krönen, setzte den Erzbischof EngelbertI.von Köln (s. d.) als Reichsvcriveser ein und verließ Deutschland, um erst nach 15 Iah.ren dahin zurückzukehren. Den über diese Krönung aufgebrachten Papst Honorius III. be-gütigte er durch das erneuerte Versprechen eines Kreuzzugs und durch die Entschuldigung,daß diese Maßregel zur Unternehmung desselben unerläßlich sei; auch sollten die Kronen Si-ciliens und Deutschlands nie auf Einem Haupte vereinigt werden. Hierauf ging er, unbe-kümmert um die von den Mailändern verweigerte Eiserne Krone, nach Rom, wurde hier1220 als Kaiser gekrönt und eilte nun seinen Erblanden zu, um die innern Angelegenheitendaselbst fest zu ordnen. Zu diesem Zwecke beauftragte er seinen Kanzler PetrusdeVineiS(s. d.) mit der Ausarbeitung eines allgemeinen Gesetzbuchs; auch gründete er in Neapel >221eine Landesuniversität. Um die Lombarden zur Anerkennung seines Kaiserthums zu bewegen,schrieb er einen großenReichstag zu Cremona aus. Allein die Mailänder achteten auf seineBe-fehle so wenig wie früher, erschienen nicht, erneuerten 1226 den lombardischen Bund mit mehrals 15 Städten und wehrten durch Besetzung der Pässe an der Etsch den Deutschen die Ver-einigung mit dem Kaiser, der nun die Rcichsacht über die Ungehorsamen aussprach. Schonrüstete er sich zur Vollstreckung derselben, als Papst Honorius neue ernste Mahnungen we-gen des versprochenen Kreuzzugs an F. richtete, die, von dem neuen Papst Gregor IX.mit Androhung des Kirchenbanns wiederholt, der Kaiser nicht länger unbcfolgt lassendurfte. Er sammelte demnach ein Kreuzheer, vermählte sich auf den Rath des DeutschenOrdenshochmeisters Hermann von Salza (s. d.) mit Jolanta, der Tochter des Titularkönigsvon Jerusalem, Johann von Brienne, dessen Titel F. hieraus annahm, und schiffte sichmit dem Landgraf Ludwig von Thüringen und einer Menge vornehmer Ritter 1227 z»Brundusium ein. Doch von einer epidemischen Seuche angesteckt, ehe er noch das Schiffbestiegen hatte, war er genöthigt, zumal da die Krankheit zunahm und Landgraf Ludwigstarb, schon nach drei Tagen nach Otranto zurückzukehren, worauf der größte Theil derPilger sich zerstreute. Durch keine Bitten ließ sich nun der Papst abhalten, über F. denBannfluch auszusprechen und diesem, als der Kaiser immer noch mit Wiedrrantritt derKreuzfahrt zögerte, durch das Jntcrdict Nachdruck zu geben. Da mußte F. 1228 den Kreuz-zug aufs neue antreten. Der Papst aber, statt hierdurch versöhnt zu sein, gebot dem Pa>triarchcn von Jerusalem und den drei Ritterorden, sich dem Kaiser in allen Stücken zu wi<versetzen. Trotzdem gelang cs dem Kaiser, mit seinem Heere, dem sich die Deutschen Ordens-ritter treu anschlossen, bis Joppe vorzudringen und den Sultan Kamel zu einem zehnjähri-gen Waffenstillstände zu bewegen, demzufolge nicht nur Jerusalem und die heiligen Städtesondern auch das ganze Land zwischen Joppe, Bethlehem, Jerusalem, Nazareth und Monebst Tyrus und Sidon herausgegeben wurden. Jerusalem, wo F. sich am >7. Mär; I22Sselbst die Krone aufsctzte, da kein Priester in Gegenwart des gebannten Kaisers auch nurMesse lesen wollte, wurde mit dem Jnterdict belegt, und F. durch die Templer sogar an denSultan verrathen, der aber durch Übersendung des Briefes den Kaiser selbst davon in Kenm-niß setzte. Nunmehr hatte F. sein Gelübde erfüllt; eilig kehrte er daher nach Untcritalienzurück, das indeß der Papst durch den treulosen Johann von Brienne hatte erobern undverwüsten lassen, eroberte sein Erbland wieder und erlangte endlich vom Papste 1230 dieAufhebung des Banns. Nur die lombard. Städte, besonders Mailand, Vencd g undBrescia, wollten nichts vom Frieden wissen und verlegten sogar seinem Sohne Heinrich de»Weg zum Reichstage nach Ravenna. Da rüstete der Kaiser sich 1234 zum Kämpft, aberche er noch mit den Vorbereitungen dazu fertig war, traf ihn die Nachricht, daß sein SohnHeinrich, dem er die Regierung in Deutschland übertragen, auf des Papstes Betrieb vonihm abgefallcn, einen Bund mit den Lombarden geschlossen und alle ihre vermeintlichenRechte anerkannt habe. Plötzlich erschien F. in Deutschland, und Heinrich, von den Sei-nigen verlassen, mußte um Gnade bitten, die ihm auch zu Theil wurde; als aber der ver-blendete Jüngling aufs neue gegen den Vater sich empörte, wurde er auf dem Reichstage