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5 (1845) Entführung bis Gebläse
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Friedrich II. (röm.-deutscher Kaiser)

bcrias I >87 in die Hände der Ungläubigen zurückgefallen sei. In dieser Noch, dem Geisteder Zeit und den Auffoderungen des Papstes gehorchend, entschloß sich F., nachdem er einenallgemeinen Landfrieden verkündigt und der Ruhe Deutschlands wegen den Welfen Heinrichvermocht hatte, nochmals auf drei Jahre nach England zu gehen, zu einem allgemeinenKreuzzuge. Er übergab seinem Sohne Heinrich die Regentschaft, sandte dann einen feierli-chen Fehdebrief an Saladin und zog mit seinem Sohne Friedrich von Schwaben, mit Lud-wig von Thüringen und andern Fürsten und einem Heere von ivvvüO M. im J. 1189über Griechenland nach Kleinasien. Schon war er mit seinem Heere glücklich den verräthe-' rischen Nachstellungen des griech. Kaisers Isaak Angelus entgangen, schon hatte er in zweigroßen Schlachten, zuerst bei Philomelium, am 14. Mai 1190, und kurz darauf bei Jko-mum, die Seldschuken besiegt, als er im Flusse Kalycadnus bei Seleucia in Syrien, dener mit dem Pferde durchschwimmen wollte, am 10. Juni 1190 unerwarteterwcise seinenTod fand. Die meisten Kreuzfahrer zerstreuten sich nun; den Nest aber führte sein SohnFriedrich von Schwaben, gcb. 1166, der Stifter des Deutschen Ordens, nach Ty-rus, wo er des Vaters Gebeine beerdigte. Bald darauf, 1191, starb auch er zu Akkon aneiner pestartigen Krankheit. F. war ein edler, tapferer, freigebiger, im Glück und Unglück! gleich standhafter Fürst und verdeckte durch diese großen Eigenschaften den Stolz und dieHerrschsucht, die allerdings vielfach die Triebfedern seiner Handlungen waren. Von mittlerI Größe und wohlgebaut, von blondem Haar, weißer Haut und röthlichem Bart, daher Bar-barossa genannt, hatte er ein bewundernswürdiges Gedächtniß und besaß für seine Zeit un-gewöhnliche Kenntnisse. Er schätzte die Gelehrten, besonders die Geschichtschreiber. SeinenVetter, den Bischof Otto von Freisingen (s. d.), ernannte er zu seinem Geschichtschrei-ber, und seine Liebe zur Baukunst bezeugen noch gegenwärtig die merkwürdigen Ruinen von, Gelnhausen in der Wetterau. Sein stetes Vorbild war Karl der Große. Wie dieser, hatteer eine hohe Idee vom Kaiserthum, die er durch seine Negierung zu verwirklichen strebte,

' und ebenso war er auch ein aufrichtiger Anhänger der Religion und ein Freund der Geistli-chen und der Kirche, deren stolzen Anmaßungen er jedoch sich kräftig entgegensetzte. KeinKaiser lebte so lange wie er im Andenken des Volks fort, das lange an den Tod des infremdem Lande Dahingeschicdenen nicht glauben wollte. Die Sage hat später den altenmächtigen Kaiser schlafend in die tiefen Klüfte des Kyffhäuser Bergs versetzt, von wo ereinst ans Licht treten wird, um mit seiner Wiederkehr Deutschland wunderbar goldene Zeitenzu bringen. Vgl. Joh. Voigt,Geschichte des Lombardenbundes und seines Kampfes mitKaiser Friedrich I." (Königsb. >818).

Friedrich II., derHohenstaufegenannt, röm.-deutscher Kaiser, 1209-50, gcb.zu Jcsi in der Mark Ancona am 26. Dec. 1194, war der Sohn des Kaisers Heinrichs VI.und der normännischen Constanzia, Erbtochter Siciliens diesseit und jenseit des Faro, undcm Enkel Kaiser Fricdrich's 1. Bis 1209, wo er die Negierung des untern Italiens undSiciliens selbst übernahm, stand er unter der Vormundschaft des Papstes Jnnoccnz's lil.Schon die Belehnung mit Neapel und Sicilien und die Krönung des vierjährigen Knabenhatte die Kaiserin Constanzia mit Aufopferung der wichtigsten Kirchcnrcchte dem Papste ab-kaufen müssen. Magnatenparteiungen, dem Kirchcnoberhaupte willkommen, theilten dasLand, und F. fehlten ebenso Geld wie Truppen, um sich und seiner Würde Ansehen zu ver-schaffen. Die von den deutschen Fürsten ihm in seinem dritten Jahre zugcsagtc deutsche Ko-nigskrone hatte nach seines Vaters Tode dessen Bruder, der Herzog Philipp von Schwaben,sich zugeeignet und um ihren Besitz einen achtjährigen, Deutschland verheerenden Krieg mitdem Gcgenkönig Otto IV. bis 1208, wo er durch Otto von Wittelsbach ermordet wurde,erfolglos gekämpft. Als aber der nunmehr allgemein anerkannte Kaiser Otto IV. demPapste Jnnocenz misfällig wurde, rief Letzterer selbst F. auf den deutschen Thron. Trotzaller Nachstellungen der welfischen Partei erschien F. 1212 in Deutschland und wurde vondem Hohensiaufischen Anhänge mit offenen Armen empfangen; denn Otto hatte Viele sich' verfeindet, und ein Feldzug gegen Frankreich hatte seine Macht gebrochen. Nachdem sich F.! W einem Krcuzzugc verpflichtet, wurde er 1215 zu Aachen gekrönt; Otto starb 1218 inseinen altsächs. Erblandcn. Der Besitz der deutschen und steil. Kronen gab F. die Hoff-nung, den schon von Friedrich I. gefaßten Plan auszusührc», sich ganz Italiens bemächti-

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