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5 (1845) Entführung bis Gebläse
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Friedrich l. (röm.-deutscher Kaiser)

röm. Kaiserthum als eine rein weltliche Macht im Gegensätze gegen die Allgewalt des Pap-stes nach der Weise Karl des Großen wicdcrherzustcllcn, wendete er gleich anfangs seinHauptaugenmerk auf die Unterwerfung Italiens, um sich und seinem Hause hier eine un-umschränkte Königsmacht zu gründen, deren Errichtung in Deutschland unter den obwal-tenden Verhältnissen bereits eine Unmöglichkeit schien. Er ordnete daher die Angelegenhei-ten in Deutschland schnell, schlichtete den Streit der dän. Königssöhne Knut, Waldemar^ und Sueno, indem er dem letztgenannten die dän. Krone zum Lehen gab, und gewann

j Heinrich den Löwen (s. d.) dadurch, daß er 1154 dessen rechtliche Ansprüche auf

^ das Hcrzogthum Baiern förmlich anerkannte. Zugleich schickte er die päpstlichen Legaten,

! die sich in die deutschen Bischofswahlen mischten, nach Italien zurück und rüstete eingewaltiges Heer, um ihnen bald selbst über die Alpen nachzufolgen. Dort hatten die lom-bardischen Städte, durch Kunstfleiß und Handelsverkehr reich und durch die Abwesenheitmächtiger Herren groß und freiheitsstolz geworden, seit der Zeit der fränkischen Könige, vondm Päpsten unterstützt, sich vom Reiche nach und nach immer unabhängiger gemacht;aber in wilder Uneinigkeit sich selbst bekriegend und zum Theil der Ansicht zugethan, daßeine Unterordnung unter das Kaiserthum der wilden, verderblichen Freiheit, die sic jetzt insich nährten, vorzu,ziehen sei, schien eine Unterwerfung derselben leichter als die der trotzigenVasallenwclt Deutschlands. Während der Kaiser noch zu Konstanz sein Heer sammelte,erschienen Boten der lombardischen Stadt Lodi und klagten, daß ihre Stadt durch daspäpstlich gesinnte Mailand unterjocht worden sei. F. gebot den stolzen Mailändern, diesesUnrecht zu vergüten, aber die Konsuln zerrissen seinen Brief. Im I. 1154 überstieg nunF. die Alpen; erhielt zu Noncaglia einen großen Reichstag, auf welchem auch die Abge-ordneten Mailands demüthig sich der ausgesprochenen Strafe des Kaisers unterwarfen, er-oberte hierauf Asti und Torkona, welches letztere er zum abschreckenden Beispiele in Aschelegen ließ, setzte zu Pavia sich die lombardische Krone auf und empfing zu Rom durch denPapst am 18. Juni 1155 die kaiserliche. Nach Deutschland zurückgekehrt, bekriegte er1157 mit Glück den polnischen König Boleslaw und erhob Böhmen zu einem Königreiche;doch schon 1158 mußte er einen zweiten Zug nach Italien antreten, da die lombardischenStädte, namentlich Mailand, sich abermals empört hatten. Auch diesmal brachte er zu-vor die Angelegenheiten Deutschlands in Ordnung, namentlich begütigte er den wegen desVerlustes von Baiern ihm grollenden Heinrich Jasomirgott durch die Erhebung seines Be-sitzkhums, der Mark Ostreich, zu einem selbständigen, erblichen Herzogthume. Alsdannvrach er nach Italien auf und begann den Kampf. Zuerst siel Brescia, dann wurde Mai-land durch Hunger zur Übergabe gezwungen und mußte sich verpflichten, den Städten Comoand Lodi ihre Freiheit wiederzugebcn, dem Kaiser den Eid der Treue zu leisten und ihre vomVolke erwählten Consuln vom Kaiser bestätigen zu lassen. Nach diesem Siege hielt derKaiser aufs neue einen großen lombardischen Reichstag zu Noncaglia, bei welchem alle großeLehnsträger Italiens und aus jeder Stadt zwei Consuln sich einsinden mußten. Hier,von lauter Eingeborenen als Abgeordneten umgeben, ließ er durch vier von der Universitätzu Bologna berufene hochberühmte Ncchtsgelehrte die kaiserlichen Rechte und die der Städteund Vasallen untersuchen und, gestützt auf die Grundsätze des ncucingeführten Justinianei-schen Rechts, feststellen, daß künftig alle Zölle und Einkünfte dem Kaiser gehörten, daßdie Städte verwaltet werden sollten von einem Statthalter (Podesta), den ihnen der Kaiser^ stellen werde, und daß die Befehdung von nun an aufhören solle. Solchen Harken Schlüs-! sen wollten viele Städte sich nicht unterwerfen und zeigten hartnäckigen Widerstand; alleinsie wurden zum Theil mit den Waffen bezwungen, wie Crema, das nach langer und har-ter Belagerung 11 t><> das Schicksal Tortonas erlitt, oder srätererRache aufbehaltcn, wie Mai-land , das sich mit Glück gegen F. verthcidigte. Jndeß war Hadrian IV. gestorben. Untersich in Zwiespalt, hatte ein Theil der Cardinälc Alexander ll> , ein anderer Victor IV. ge-wählt. Der Kaiser übergab die Entscheidung über den wahren Papst einer Kirchenver-sammlung, vor welcher Victor sich stellte, während Alexander ausblicb. Diese erkannteVictor an, und der Kaiser bestätigte diese Erklärung. Alexander mußte aus Rom und sogaraus Italien nach Frankreich flüchten, von wo aus er dann später I >63 F. und Victor IV. inden Bann that. Inzwischen hatte F. ein neues, drittes Heer in Deutschland sammeln lassen,