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5 (1845) Entführung bis Gebläse
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599
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Friedlaud (Valentin) 599

leriedivisio» Latour-Maubourg, die als Reserven zunächst gefolgt waren, warfen sich auf dieverfolgenden Russen und schlugen sie gänzlich zurück; die franz. Artillerie fuhr auf 300Schritte Entfernung gegen die Russen vor und erschütterte diese durch ihr Feuer so, daß sie,angegriffen von Dupont und Ney, welcher sein Corps rasch wieder geordnet hatte, nach F.weichen mußten und über die Brücken auf das rechte Ufer abzogen; diese wurden Flam-men gesetzt, obgleich der rechte Flügel noch zurück war. Es war 8 Uhr und F. in den Händender Franzosen. Napoleon hatte seinen Hauptzweck mit dem Besitze von F. erreicht und dieSchlacht gewonnen. Während des Gefechts auf dem rechten franz. Flügel war der linke nachden Befehlen Napoleon's in Unthätigkeit geblieben, er sollte erst, wenn F. besetzt, angrcifen.Fürst Gortschakow, der den wiederholten Befehlen Benningsen's trotzte und seine Gefahr nichteinsah, griff sogar, um den eigenen linken Flügel zu degagiren, die ihm gcgcnüberstchendenFeinde an. Doch bald mußte er den Rückzug nach F. antreten, welches er im Besitz derFranzosen fand, die er zwar hinauswarf, sich aber nicht behaupten konnte, da auch die ent-ferntere, rechts vom Städtchen erbaute Brücke aus Mißverständnis in Brand gesetzt wurde.Alles drängte sich nun nach der Furth von Kloschenen zusammen, hier begann-der Durch-gang. Die feindliche Artillerie schoß von allen Seiten in diese dichte Masse, Lannes warfsie endlich in den Fluß, doch die Cavaleric und Artillerie des rechten Flügels kamen unange-fochten nach Allenburg. Darüber war die Nacht cingebrochen. Bedeutend war der Verlustbeider Heere, der franz. betrug 12000 M-, wogegen der russ. ansehnlich großer angenom-men werden mußte. Benningsen ging am 15. bei Wehlau über den Pregel und weiter nachTilsit. Am 2 l. ward ein Waffenstillstand geschlossen, dem der Friede von Tilsit folgte.

Fricdland (Valentin), gewöhnlich nach seinem Geburtsorte Trotzen darf genannt,unstreitig der berühmteste Schulmann seiner Zeit, war der Sohn eines Landmanns, gcb. amI-l. Febr. 1100 zu Trotzendorf in der Oberlausiß. Er besuchte die Schule zu Görlitz, vcr-'kaufte l 5 > 3 nach dem Tode seiner Altern das väterliche Gütchen und ging nach Leipzig, woer namentlich den Unterricht des berühmten Peter Moscllan und des Richard Crocus genoß.Im Z. 1515 kam er als unterster Lehrer wieder nach Görlitz, wo er nun den Rector und dieübrigen Lehrer in den Anfangsgründcn der griech. Sprache unterrichtete. Als Luther auf-getreten, legte er sein Amt nieder und ging 1518 nach Wittenberg. Hier schloß er sich innigau Luther und Melanchthon an und lernte von einem getauften Juden, Hadrian, bei wel-chem er die Stelle eines Dieners versah, da er ihm kein Honorar geben konnte, Hebräisch.Zn den letzten Jahren seines Aufenthalts in Wittenberg erwarb er sich viel durch Privat-unterricht. Im I. > 523 folgte er dem Rufe als Rector des Gymnasiums zu Goldberg. Dacr aber viele Hindernisse fand, ging er vier Jahre darauf als Lehrer nach Liegnitz und von da152!) wieder mach Wittenberg, 1531 aber zum zweiten Male als Rector nach Goldberg,indem man ihm alle mögliche Unterstützung bei seinen Schulverbesserungen zusagtc. Mitmusterhafter Treue stand cr dieser Schule nun 33Jahre vor und brachte sie zu einer seltenenBerühmtheit. Nicht nur aus Schlesien sondern auch aus Polen, Lithauen, Ostreich, Böh-men, Ungarn und Siebenbürgen strömten Schüler nach Eoldbcrg in großer Zahl. AlleSchüler, und deren zählte die Schule oft über 1000, wohnten in den Schulgebäuden, wo F.durch eigenthümliche republikanische Einrichtungen, indem er die Schüler selbst ins Regi-ment zog, eine treffliche DiSciplin aufrecht zu erhalten wußte. In den ersten Jahren mußtecr allein in den Obcrclasscn den Unterricht besorgen; in der Folge wählte er sich einige Ge-hüsten; in den untern Elasten unterrichteten auch Schüler der obern Classen. Außer demUnterricht in der Rcligionslehre, welchen F. selbst in allen Elasten leitete, bezog sich der Un-terricht auf die lat., griech. und hebr. Sprache, Redekunst, Geschichte und Dialektik. DieMuttersprache wurde in Eoldbcrg durch die lateinische ganz verdrängt, da es keinem Schülergestattet war, deutsch zu sprechen. Auf Klarheit und Deutlichkeit im Vortrage legte cr einenso hohen Werth, daß cr behauptete, nur der Schalk spräche unverständlich, und ein dunklerund verwickelter Vortrag sei ein Anzeichen, daß auch das Herz voll Tücke sei. Damit be-schäftigt, einen neuen Schulplan einzuführcn, weil dic Schulvecfassung etwas in Verfall ge-rochen war, mußte cr das Unglück erleben, daß das Schulgebäude niederbrannte. Er zognun mit seiner Schule nach Liegnitz, wo er am 26. Apr. 1556 starb. Vgl. Pinzger,Valcntin F., genannt Trotzendorf" (Hirschberg 1825).