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5 (1845) Entführung bis Gebläse
Entstehung
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597
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Friedland (Herzogthum) Friedland (Schlacht bei) 597

noch zu vergleichen hofft, unerörtcrt. Solche Friedensinstrumente haben bisweilen nur dieForm einer Punctation, bisweilen aber die eines wirklichen Deffnitivvertrags, werden aberübrigens in beiden Fällen wie der Friede unterzeichnet und ratificirt, worauf sie, wenn nichtnachher ein Anderes ausdrücklich ausgemacht wird, völlig verbindende Kraft haben. DerDesinitivfticdensschluß beseitigt nachher alle streitige Punkte. Angchängt sind dem Frie-densschlüsse bisweilen noch besondere Artikel, entweder öffentliche oder geheime. Mancheenthalten Hauptpunkte, die auf den Frieden und dessen Vollziehung selbst Bezug haben;andere sind ein bloßer Vorbehalt, wegen gebrauchter Titel, Sprache u. s. w. So verwahrteman sich sonst, seitdem die franz. Sprache zu Friedensschlüssen gebraucht wurde (1614), inden Verträgen, an welchen Frankreich Anthcil nahm, daß hieraus für die Zukunft keineSchuldigkeit gefolgert werden solle.

Friedland hieß das Herzogthum in Böhmen, welches einst Albrecht von Wallenstcinbesaß. Nachdem nämlich dieser theils durch das Vcrmächtniß eines reichen Oheims, der ihm14 Güter und Herrschaften in Böhmen und Mähren hinterließ, theils durch den aus demVermögen seiner ersten Gemahlin in den I. l 62123 gemachten Ankauf von mehr als für7 Mill. Fl. in Folge der Unterwerfung Böhmens confiscirter Güter, die an Werth wol 20Mill. Fl. betrugen, einen bedeutenden Komplex von Grundbesihungen und Ländereien er-worben hatte, wurde er für seine währenddes böhm. Abfalls 161820 gegen den KaiserFerdinand durch vielfache Beweise an den Tag gelegte Anhänglichkeit und Treue im I.1623 von diesem zum Neichsfürsten und Herzoge von Friedland erhoben. Das Her-zogthum F. umfaßte, laut des darüber ausgestellten Majestätsbriefs, neun Städte, nämlichFriedland, Ncichenberg, Arnau, Weißwasscr, Münchengrätz, Böhmisch - Leippa, Turnau,Eitschin, Aicha, und 57 Schlösser und Dörfer, unter denen wir nur Welisch, Kloster, Neu-schloß (die einzige der Witwe Wallenstein's übriggelasscne Besitzung), Widin und Neupc-stein nennen. Die Bestandthcile des Herzogthums waren nicht gut arrondirt; sie lagenmehrentheils in den bunzlauer und bidschower Kreisen, einzelne davon aber auch in den lcut-meritzer, königingrätzcr, chrudimer und bcchiner zerstreut. Zugleich hatte Wallenstcin alsReichsfürst und Herzog von dem Kaiser die Lehnshoheit über die innerhalb des Herzogthumsgelegenen Lehngüter erhalten. Um die Verwaltung, Rechtspflege, Wiederherstellung derKirche und Schule und Belebung der städtischen Gewerbe sorgte Wallenstein in seinem Her-zogthume mit Umsicht und unverdrossenem Eifer. Die Oberaufsicht im Allgemeinen wareinem Landeshauptmann übertragen, und auf den Gütern saßen Hauptleute, über welche i»den einzelnen Kreisen ein Custos und über diese insgcsammt ein Regent die Aufsicht führte.Za sogar eine Art ständische Verfassung führte der im Felde despotische Wallenstcin ein;er bestätigte lucht nur dem Herrnstande und der Ritterschaft ihre landständischen Rechte, son-dern verlieh auch den städtischen Gemeinden, als dem dritten Stande, Sitz und Stimme.Die einzelnen Besitzungen des ganzen Hcrzogkhums F. wurden nach Wallenstein's Ermor-dung, nachdem die Consiscation ausgesprochen, an die Theilnehmer und Anstifter des Mordes»ertheilt, und von denselben erhielt z. B. Graf Gallas die friedland. Herrschaften Friedlandund Reichcnbcrg, Leslie die Herrschaft Neustadt u. s. w. Die Consiscation der Güter Wal-lenstein's und der als mitschuldig Ermordeten soll über 50 Mill. Fl. allein an liegenden Gü-tern betragen haben. Die Stadt Friedland, nach der das Herzogthum seinen Namenerhielt, liegt im bunzlauer Kreise des Königreichs Böhmen, an der sächs. und preuß.-schles.Grenze und hat gegen 3500 E-, die ansehnliche Woll-, Baumwoll- und Leinwandwebcreitreiben. Das weitläufige, durch seinen Bau und mancherlei Altcrthümer merkwürdigeSchloß hat eine hohe freie Lage und war ehemals sehr fest. Namentlich bewahrt man da-selbst ein treues Originalgemälde Wallenstein's in Lebensgröße.

Friedland, Kreisstadt mit 2300 E. im ostpreuß. Regierungsbezirke Königsberg, ander Alle, ist geschichtlich merkwürdig durch die Schlacht, welche daselbst Napoleon am 13.Juni 1807 gegen die Russen Unter Venningsen gewann. Am 13. Juni stand das franz.Heer größtentheils bei Preußisch-Eylau vereinigt, es konnte von hier aus gleichmäßig nachKönigsberg marschiren und F. vor den Russen erreichen, Lannes war bis Domnau vorgc-gangen. Beuningscn, besorgt, sein Gegner könne F. eher besetzen, marschirte unausgesetzt, fandaber bereits am Abende des > 3. Feinde daselbst. Seine Avantgarde vertrieb sie, fornürte