592
Frias
Schlacht von Fleurus wurde er aufChampionnct's Verwenden zum Brigadegeneral erhobenund erhielt darauf von Kleber ein Corps von >2000 M-, um die Belagerung von Mn-stricht zu unterstützen. Nach der Einnahme von Luxemburg übergab ihmJourdan das Com-mando über diese Provinz und die Grafschaft Chiny, das er aber, der Überschreitung seinerVollmachten angeschuldigt, bald niederlegen mußte. Gegen Ende des I. >766 ging er zuritsl. Armee, wo er sich in der Division Bcrnadotte's beim Übergange über den Taglianienko,bei der Einnahme von Gradisca, später zu Laibach durch seltene Tapferkeit auszeichneke.Unter Desaix nahm er an der Expedition nach Ägypten Theil; er kämpfte in der Schlachtbei Schabreiß und an den Pyramiden, unterwarf durch rastlose Verfolgung der arab. Reite-rei Oberägypten und erhielt daselbst von Kleber nach Bonaparte's Äbgang den Oberbefehl.Nach der Schlacht von Heliopolis , wo er den rechten Flügel befehligte, mußte er gegen dasaufgestandene Kairo aufbrechen, das er erst nach drei furchtbaren Angriffen am 18. Axr.1809 vollständig unterwarf. Zur Belohnung dafür wurde er zum Generallieutenant er-nannt. Als sich die EiWländer vor Abukir zeigten, rückte er ihnen entgegen, mußte sich aber,der Übermacht weichend, kämpfend nach Alexandria zurückziehen, das er bis zur Einschif-fung der Franzosen behauptete. Nach seiner Rückkehr wurde er, durch die außerordentlichcnAnstrengungen fast dienstunfähig gemacht, zum Generalinspecteur der Infanterie ernannt;aber schon im Feldzüge von >805 übernahm er ein Kommando unter Davoust und half dieSchlacht von Austerlitz gewinnen, in der ihm mehre Pferde unter dem Leibe getödtct wur-den. Im Feldzuge von > 800 focht er tapfer bei Aucrstädt, im folgenden Jahre in Polen,wo er am >4. Dec. die Russen bei Nasielsk warf. Der Kaiser erhob ihn hierauf 1808 zumGrafen und Commandeur der Eisernen Krone. Im Feldzuge von 1809 zeichnete sich F. bc-sonders bei Eckmühl und dann in der Schlacht von Wagram aus, wo seine Division denSieg entschied. Napoleon hatte ihn 181l zum Befehlshaber der Grenadiere der Fußgardenernannt, gab ihm aber im Feldzuge von 1812 das Commando einer Division, an derenSpitze er in der Schlacht an der Moskwa die besondere Aufmerksamkeit des Kaisers durchseine Kühnheit auf sich zog. Sehr schwer verwundet, konnte F. erst während des Waffen-stillstands im Feldzüge von 1813 zur Armee stoßen und erhielt nun den Befehl über eineDivision der jungen Garde, mit der er sich im Gefechte bei Hanau auszeichneke. Fast inallen Gefechten, die im I. 18 l -1 auf franz. Boden geführt wurden , erwarb er sich bis zumletzten Augenblicke neue militairische Lorbcrn. Da F. die Entsagungsacte des Kaisers un-terzeichnet hatte, erhob ihn Ludwig XVIII. zum Ludwigsritter und gabihm das Commandoder königlichen Grenadiere zu Metz. Nach Napolevn's Rückkehr erhielt er die Pairwürdeund befehligte eine Gardedivision bei Fleurus und Waterloo, wo er nochmals verwundetwurde. Die zweite Restauration beraubte ihn der Pairschaft und seines Commandos. F.starb am 23. Juni >829 auf seinem Landgute Gaillonnct bei Meulan. — Sein Sohn,Jean Franc. F-, geb. zu Paris am 12. Juni 1790, wohnte den letzten Feldzügendes Kaiserreichs bei und war schon 1813 Stabschef der alten Garde. Derselbe wurde > 832zum Marcchal de Camp und Commandeur der Ehrenlegion erhoben und befehligte nach §dem Tode des Marschalls Lobau im I. 1838 interimistisch die Nationalgarde der Seine.
Frias (Don Bernardin Fernande; de Velasco, Marquis von Villena, Grafvon Haro und von Oropesa, Herzog von), geb. zu Madrid am 20. Juli 1783, stammtaus der alten Familie der Velasco und trat sehr jung in die königliche Garde. Im I. 1798zum Lieutenant befördert, machte er 1801 den Krieg in Portugal mit und wurde 1803 Ca-pitain bei dem Dragonerregiment der Königin. Unter Junot nahm er 1807 Theil an demZuge nach Portugal, wo er 1808 den Franzosen in die Hände fiel, aber glücklich wiederentkam. Bei Baylcn war er Adjutant des Generals Castanos, wurde hierauf Obcrstlicute- .nant, dann Oberst und nahm fortwährend thätigen Antheilan dem Unabhängigkeitskriege, iNachher begab er sich an den Hof Ferdinand's VII., der ihn zu seinem Kammcrhcrm ^machte, was er schon bei Karl IV. gewesen war. Der Revolution von 1820 sich anschlic- <
ßcnd, wurde er zunächst als Gesandter nach London gesendet und >821 Minister. Nach '
der Restauration ward er 1823 dergestalt verwiesen, daß er sich von Madrid und allenköniglichen Schlössern auf 15 Meilen entfernt halten mußte, bis er 1827 die Erlaubnißzur Rückkehr erhielt. Im I. 1833 schloß er sich der Sache der Königin an und erhielt im