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Freskomalerei
hatte. In der Aula zu Bonn wurden die Darstellungen der vier Facultätcn von München»Künstlern in Fresco gemalt, die Theologie von Karl Hermann mit Hülfe Ernst Förstcr's<s. d.) und Gätzenberger's, welcher Letztere die drei übrigen Bilder entwarf und malte. Die düs-seldorfer Schule hat der Natur der Sacke gemäß nur wenige Fresken geliefert, aber darunterVortreffliches, wobei besonders eine kräftigere Jndividualistrung zu rühmen ist. Mückemalte in der Andreaskirche zu Düffeldorfeine Madonna mit zwei Heiligen und lieferte auchin neuerer Zeit ausgezeichnete Cartons für das Schloß Heldorf. Ebendaselbst malte Lessing I(s. d.), welchem sonst die Frescomalerci wenig zusagt, die Schlacht bei Jconium, wahrend sein sherrlicher Entwurfder Erstürmung derselben Stadt von Plüddcmann ausgeführt wurde. Un-ter Leitung des trefflichen E.Deger haben mehre düsscldorfcr Künstler im Aufträge des Frei-herr» von Fürstenberg-Stammhcim die Ausmalung der St.-Apollinariskirche bei Re-magen übernommen. Manches Bedeutende hat in den letzten Jahren Ed. Steinle geleistet,welcher sich am meisten der Richtung Ovcrbeck's nähert. Abgesehen von den FreSkcn imSchlöffe Rheineck sind die Cherubim im Chore des kölner Doms sein neuestes größeres Werk.
Die Fresken im Schlöffe Stolzenfels sind noch nicht vollendet. Auch in Sachsen blieb dieFrescomalerci nicht zurück. Peschel und Preller malten die Wandbilder in dem Härtel'schcn,jetzt Lcplay'schen Hause in Leipzig, Vogel Mehres in der Schloßkapclle zu Pillnitz. Das Um-fassendste aber sind Bendemann's (s. d.) großartige Fresken im königlichen Schlöffe zuDresden. Aufdem Schlöffe Rosenstein bei Stuttgart hat Ant. Gegenbauer einen Saal saniuuKuppel mit Fresken aus dem Mythus derPsyche ausgemalt. Österley schmückte die Schloß-kirche zu Hannover mit einem großen Frescobildc. Endlich erwähnen wir noch PH Lcik'sgroßes Frescobild im Gypssaal des Städcl'schcn Instituts zu Frankfurt am Main, die Ein-führung des Christenthums und seiner Gesittung in Deutschland nebst zwei allegorische»Figuren, Jtalia und Germania; sicher, wenn auch nicht in der Technik, doch in der Cowpo- ^sition und Charakteristik eines der edelsten Werke der deutschen Kunst. Was die BerufungCornelius' und Hermann's nach Berlin bewirken wird, muß die Folge lehren. Zunächstarbeitet der Letztere an der Ausführung der herrlichen Entwürfe Schinkcl's für die Vorhalledes berliner Museums, wobei es sich indcß gezeigt hat, daß dieselben bei den höchsten Vor-zügen einer liefpoetischen Intention doch nicht völlig zur Behandlung in Fresco geeignetsind, weil ihre Bedeutung theilweise auf Lichtwirkungen beruht.
Die neuern Leistungen des Auslandes in der Frescomalerci kommen neben den bisherbesprochenen der deutschen Kunst nur wenig in Betracht. In England werden gegenwärtigdie neuen Parlamentshäuscr mit Fresken versehen. In Italien beschränkt sich die neuere IFrescomalerci auf Nachklänge der David'schen Schule, wie die Fresken Appiani's im kaiser-lichen Palaste zu Mailand, und die Benvcnuti's in der hintern Kuppel von San-Lorenzo inFlorenz, sowie einige Plafonds im Palast Pitti beweisen. Verhältnißmäßig am meisten lei-stet Paris seit den letzten Jahren, ohne Zweifel nicht ohne Anregung von München aus.Anfangs wollte allerdings das Technische gar nicht gelingen, sodaß man es vorzog, Manches,z. B. die Deckengemälde einer Reihe von Sälen im Louvre und die Kuppel des Pantheon,in Ol zu malen. Die franz. Malerei erwies sich namentlich seit der Herrschaft der romanti-schen Schule als so wesentlich im Colorit groß, daß die Beschränkung auf Größe und Rein-heit in Zeichnung und Composikion ihr auf keine Weise zusagen konnte. Damit hat es auchbis auf die neueste Zeit sein Bewenden gehabt. Zwar wurde viel in Fresco gemalt, aber fastdurchgängig im Stile der Ölmalerei, was ;. B. von den meisten Fresken der Madcleine undder Kirche Notre-Dame de Lvrctte gilt. Der Einzige, welcher in Farbe und Anordnung demwahren Frescobildc nahe kommt, ist A. Coudcrt, in seiner Magdalena beim Gastmahl desPharisäers Simon. Höchst unbedeutend sind die meisten Fresken in Notre-Dame de Lorette;nur in dem untern Bilde der Apsis und in der Taufkapclle offenbart sich wenigstens einVerständnis der Principien der münchcner Schule. Die massenhaften Arbeiten im histori-schen Museum zu Versailles sind sämmtlich in Ol ausgeführt. Gegenwärtig sind zahlreicheKünstler mit Ausschmückung der alten und neuen pariser Kirchen beschäftigt, wobei sichmehre Schüler von Ingres, namentlich Jollivet, auszeichnen. St.-Germain l'Aurerrois,St.-Mcry, St.-Eervais, St.-Ambroise und St.-Elisabeth enthalten eine Reihe dieser neuenFresken; an denen in St.-Vinccnt de Paule ist vorzüglich der Deutsche Bouterwek beteiligt.