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5 (1845) Entführung bis Gebläse
Entstehung
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d80 Freskomalerei

vorhergehende Jahrhundert schloß mit Leonardo da Viuci's Abendmahl; schon seit 1508begann Rafael die Stanzen und Logen des Vaticans, und Michel Angclo die Decke der Sch.tinischcn Kapelle; I5Z4—kl malte Letzterer ebendaselbst sein Jüngstes Gericht. Miche!Angclo's einseitige, aber in seinem Wesen tiefbcgründctc Vorliebe für die Frescomalerei istbekannt; als die Sixtinische Kapelle gemalt werden sollte, rieth sein Schüler Fra Sebastiansdal Piombo von Venedig, Ölfarben anzuwendcn; der Meister aber sagte: „Nichts da; dieÖlmalerei taugt nur für Weiber und geistlose, handwerksstolze Männer, wie Bruder Sc- >bastiano." Es trat aber auch nun die Zeit ein, wo die Frescomalerei die Entartung der sKunst im höchsten Grade theilcn sollte und wo cs nur galt, am schnellsten die Wände derPaläste mit Farben zu decken. Zu erwähnen sind nur Pietro da Cortona (s. d.) und die !Brüder Zuccari. Rubens und seine Schüler malten nur höchst selten in Frcsco. Zu einerbesvndern Ausartung hatte hauptsächlich Correggio Anlaß gegeben; wir meinen die per-spektivischen Künsteleien der Deckengemälde, wodurch eine scheinbare architektonische Erwel- >tcrung erreicht wurde, sei es, daß man blos sigurenreiche Balustraden oder gar hohe Kuppeln >und andere Scheingewölbe darstellte. Das > K. Jahrh. ist sehr reich an großen kirchlichenFrescobildcrn, welche in diesem falschen Streben nach Illusion gefertigt sind, ja man wirdschwerlich eine bedeutendere Kirche ans dieser Zeit finden, in welcher nicht die Decken mit sol-chen Schcinperspectiven und mit seltsam nach demselben Jllusionsprincip verkürzten Figurenbemalt wären. Vorzüglich thatcn sich hierin einige Tiroler hervor, welche in süddeutschenund ital. Kirchen und Abteien die Deckengemälde fertigten und dabei oft mehr als bloßeHandfertigkeit an den Tag legten.

So standen die Sachen zu Anfänge des 19. Jahrh.; in der Malerei regierte die Clas-sicität in einer fast völlig äußerlichen Weise, abseits vom Volksleben und seinen Bestrebun-gen, doch nicht ohne eine gewisse kalte Reinheit des Stils. Aber die Noth der Zeit gab sichmildem classischcn Altcrthum nicht mehr zufrieden; Deutschland wendete seinen Blick ausdie eigene große Vorzeit, auf das Mittelalter, und so entstand die romantische Malcrschulgfrüher und in einem ganz andern Sinne als in Frankreich. Ihre ersten Leistungen aber,wodurch sic die Aufmerksamkeit Europas auf sich zog, waren Frcscobilder. Bald nach demdeutschen Freiheitskriege fand sich eine Anzahl deutscher Künstler in Rom zusammen, allemit dem eifrigen Studium der ältern Malerei beschäftigt. In der Wohnung des preuß.Consuls Vartholdy (s. d.) fanden vier der bedeutendsten unter ihnen die längst gewünschteGelegenheit, sich in der Frescomalerei zu versuchen. Co rnelius (s. d.), Overb eck (s. d.),PH. Veit (s. d.) und W. Schadow (s. d.) malten daselbst die Geschichte Joscph's insieben Bildern, ^eit Jahrhunderten wieder das erste Werk einer reinen Begeisterung undnicht bloßer Reflexion. Nicht lange daraus bot der Marchese Massimi den deutschen Künst-lern eine noch berrächtlicherc Aufgabe dar; drei Gemächer in seiner Villa sollten mit Dar-stellungen nach den größten ital. Epikern geschmückt werden. Jul. S chnorr (s. d.) über-nahm Arivst, Overbeck mit Jos. Führich Taffo und PH. Veit mit Jos. Koch (s. d.) Dante.Jetzt war eine neue, durch freie Anregung von Seite der ältern Kunst hervorgcrufenc Dar-stcllungsweise geschaffen; auch die Composition erschien wie von schweren Banden befreitin großartigster Entwickelung. Während Cornelius als Direktor der Akademie nach Düssel-dorf ging, malte nun Overbeck sein berühmtes Bild, die Jndulgcnz des heil. Franciscus inder Kirche Madonna degli Angel! bei Assisi, welches das erste bedeutende Kirchcngcmäldedieser neuen Richtung wurde. Indessen entschied cs sich, daß nicht Düsseldorf sonder»München der Sitz der neuen Frescomalerei werden sollte. Noch als Kronprinz berief KönigLudwig von Baicrn Cornelius dahin und übertrug ihm die Wandgemälde der Glyptothek.Dies sind die berühmten trojanischen und mythologischen Scencn, mit welchen die neueKunst ihren glorreichen Einzug in Deutschland feierte, Meisterwerke hoher Charakteristikund dramatischer Intention. An der Ausführung hatten Zimmermann und SchlotthauerThcil. Auch wurden jüngere Talente mit Ausmalung der sogenannten Arcaden am Hostgartcn beschäftigt; >527—29 malten Karl Hermann aus Dresden, Stürmer, Ernst För-ster, Hiltcnspergcr, Lindenschmitt u. A. daselbst eine Reihe Scencn aus der bair. Ge-schichte, welche, wenn auch in ungleichem Grade, eine rasche Aneignung der Auffassung undTechnik des Meisters bekunden. Jetzt folgten zwei kolossale Aufträge des Königs vonBaiern,