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5 (1845) Entführung bis Gebläse
Entstehung
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Frescomalerei 585

aufgelegt werden, als der Maler in Einem Tage vollenden kann. Auch kann derselbe bei dereiligen und stückweiscn Ausführung nicht blos frei nach der Skizze arbeiten, sondern mußmittels einer Pause nach seinem in gleicher Größe entworfenen Carton die Umriffe undSchattirungcn auf den Kalk übertragen, wahrend eine Farbenskizze ihm die Farben angibt.Da dieselben aber vor dem Anstrocknen insgesammt, mehr oder weniger, dunkler erscheinenals nachher, so gehört ein ungemein geübtes, berechnendes Auge zu dieser Arbeit, zumal daalles wesentliche Nachbessern nur durch Abkrahung des alten und Auflegen eines neuenKalkbcwurfs möglich ist. Minder Wichtiges, Härten in Ton, Zeichnung und Modellirung,wird jedoch durch Netouchirung mit Temperafarben verbessert. Es ist einleuchtend, daß indieser Malerei eine so feingefühlke Harmonie in Licht und Schatten und Farbe unerreichbarbleibt, wie sie bei einer Technik möglich ist, bei welcher der Künstler das bereits Vollendetein seiner wahren Wirkung stets vor Augen hat, das er auch nach Erfodern wieder über-gehen und umstimmen kann, bis er durch Übermalen und Lasiren die gewünschte Harmonieerreicht hat. Eine noch weit folgenreichere Eigenthümlichkeit besitzt die Frescomalerei in demMangel aller durchsichtigen und saftigen Farben, sodaß die Schatten bei nur mäßiger Tiefetrüb und trocken erscheinen. Dagegen ist es das Licht, worin die Frescomalerei jeder andernweit voranstcht. Aus dem Gesagten schon geht hervor, daß Farbcnreiz und Lichtcontraste inder Frescomalerei nur andeutungsweise vorhanden sein können, daß daher die Illusion völligfehlt. Auch in der Modellirung stehen ihr lange nicht dieselben Mittel zu Gebote, welche dieÖlmalerei besitzt. Das Gebiet der Sentimentalität, das Hinarbeiten auf Stimmung u. s. w.sind ihr versagt. Unter diese Kategorie fallen wesentlich das Genrebild und, mit Ausnahme,auch die Landschaft. Dafür befähigt schon ihre große Dauerhaftigkeit sie vorzugsweise zuecht monumentalen Kunstwerken, während jene Bedingungen sie zu einem Stile nöthigcn,der auf großartige Ausbildung der Zeichnung und Compositivn beschränkt, sich für die höhereHistorienmalerei vorzüglich eignet. Des Lyrischen im Gebiete der Kunst, nämlich der Far-hcnglut, entbehrend, hat sie als Trägerin des epischen Elements seit Jahrhunderten denReigen der größten Kunstwerke angeführt. Jeder Streit über den Vorzug der Ölmalereioder des Fresco ist demnach überflüssig; sie ergänzen einander. Es ist öfter versucht worden,die Frescomalerei durch jene zu ersetzen, indem man die Wände mit kolossalen Ölbildern be-deckte. Hierbei aber zeigte sich, daß die Malerei, wenn sic einmal mit der monumentalstenKunst, der Architektur, einen Bund cingeht, nach Lichtcffect und Allem, was zur Illusiongehört, nicht nur nicht mehr streben kann, sondern auch nicht streben darf. Die Vorzüge derÖlmalerei wurden dabei zu Fehlern; die Figuren traten aus der Wand heraus und störtenso die architektonische Intention, während der ganze, dem Ölbilde gemäße Grundton sich alswandbeherrschende Farbe viel zu dunkel erwies. Eine solche Masse von Wirklichkeit lastetdrückend auf dem Beschauer, während ihn die Wahrheit auch des kolossalsten Frescobildeserhebt. In seiner Beschränkung auf das Nothwendige, welche zugleich die Darstellung desHöchsten nicht ausschließt, nähert es sich den Bedingungen des Reliefs fast mehr als jenendes völlig ausgcführtcn Ölbildes.

Viele pomxejanische, ja selbst etruskische und ägypt. Wandgemälde sind in Fresco aus-geführt. Auch die urchristliche Zeit hat nur Denkmale dieser Art hinterlassen, besonders inden Katakomben von Nom und Neapel. Aus dem frühern Mittelalter besitzen wir mehrNachrichten von Wandmalereien überhaupt, als Denkmäler; auch scheinen dieselben einigeZeit hinter die Mosaikbildcr znrückgetretcn zu sein. Erst seitdem im 13. Jahrh. ein neuerGeist in der Kunst erwachte, läßt sich auch in der Frescomalerei eine fortlaufende Entwicke-lung Nachweisen. Für Deutschland sind die Reste von Fresken im Dom zu Bamberg, inSt.-Gcrcon, St.-Ursula undSt.-Künibert in Köln, wol sämmtlich aus dem > 3. Jahrh., be-sonders wichtig; für Italien die Werke der Florentiner und Sicneser. Die Schule desGiotto (s.d.) lieferte eine ungemeine Anzahl Wandgemälde, und ihr folgten sehr bald auchdie übrigen ital. Schulen. In Deutschland wurden, zumal an denWänden der Kreuzgänge,ganze Reihen Darstellungen-angebracht, wobei wir nur an die Tod tentänze (s. d.) erin-nern und an die Sitte, die Facadcn der Häuser mit Historien zu bemalen. Aber Alles über-traf an Masse und theilweise auch an Werth die ital. Frescomalerei des 16. Jahrh., vor-züglich in den Schulen von Rom, Florenz und Mailand, weniger in der von Venedig. Das