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Freireiß Freischütz
rium mit dem der Marine vertauscht, wurde er im Nov. zum Oberstlieutenant und im Jan.1835 zum Obersten befördert, worauf er im Febr. 1835 das Ministerium des Innern über-nehmen mußte. Auch wurde er im Oct. >835 mit der Direktion der königlichen Militair-schule beauftragt. Jetzt lernte sich F. immer mehr fühlen; er war der wichtigste Mann imStaate, Niemand vermochte ihm zu widerstehen und ihm etwas abzuschlagen; so wurde eriibcrmüthig bis zur Insolenz, selbst gegen die Königin. Doch er hatte nach Übernahme deSMinisteriums des Innern in alle Staatsgeschäfte eine ungemeine Thätigkeit gebracht; erentwickelte seine Talente nicht nur als Deputirter und Gesetzgeber, er wußte dieselben auchals Minister geltend zu machen, sodaß in den Cortes, ungeachtet der heftigsten Oppositionam Ende der Sitzung von >835, dem Gouvernement ein Votum des Zutrauens ertheiltwurde. Als ihm, wie man sagt, in Folge einer gröblichen Beleidigung der Königin die Thüregewiesen wurde, nahm er im Mai 1835 nebst seinen Collegen die Entlassung als Ministerund widmete sich nun ganz dem Amte als Direktor der Militairschulc. Doch schon im Oct.wurde er zumPair des Reichs ernannt und im Apr. 1836 nebst seinem Freunde Silva Car-»alho wieder ins Ministerium berufen. Doch F. und seine Collegen hatten die Popularitätverloren, bereits am 8. Scpt. > 836 wurden sie wieder gestürzt und mit ihm zugleich die CartaDom Pedro's. F. reichte noch in der Nacht vom 6. Sept. die Entlassung von allen seinenStaatsstcllen ein, um seine Gesinnungen unzweideutig an den Tag zu legen, und lebte, vonallen öffentlichen Geschäften zurückgezogen, blos den Wissenschaften und seinen Freunden,während der Hof und die Anhänger der Carta damit umgingen, dieselbe wiederherzustellen.Dies sollte am 3. Nov. 1836 geschehen. Auch F. war nach Belem geladen zu dieser Feier-lichkeit; doch auf dem Wege dahin wurde er von den rebellischen Nationalgarden ermordet»nd mit seinem Körper der gräßlichste Spott getrieben. Vgl. „ttesumo kistorico du viel» etragu'o tine <ln ^Anst. ä«>7.e b." (Lissab. I 837).
Freireiß (Georg. Wilh.), ein berühmter Reisender und Naturforscher, geb. zu Frank-furt am Main am >2. Juli >789, war der Sohn unbemittelter Altern, die jedoch keine Müheund Sorgfalt für die Erziehung ihrer Kinder scheuten. Als Lehrling in einem Handelshausezu Offenbach machte er sich daselbst durch seinen naturwissenschaftlichen Eifer dem HofrathMeyer bekannt, der ihn Langsdorffss. d.) empfahl, als dieser zu einer naturwissenschast-> lichen Reise nach Persien einen Begleiter zu haben wünschte, der die Verrichtungen eines Be-
I dienten versähe, ohne jedoch wie ein solcher behandelt zu werden. F. begleitete denselben 1869
nach Petersburg; die beabsichtigte Reise unterblieb jedoch in Folge der zwischen Rußland undPersien ausgebrochencn Feindseligkeiten. Nachdem sich F. hierauf einige Zeit bei Tilcsius(s. d.) aufgchalten und durch Naturalienhandel etwas erworben hatte, begleitete er 1812den inzwischen zum ruff. Generalkonsul ernannten Langsdorfs als naturhistorischcr Gehülfe! nach Brasilien, trennte sich jedoch bald von ihm und gewann dagegen einen Freund an demschweb. Generalkonsul von Westin in Rio-Janeiro. Die erste Reise ins Innere des Landesin die Provinz Minas-Geracs, machte F. im Juli 1813 gemeinschaftlich mit Eschwege(s. d.). Nach der Rückkehr nach Rio-Janeiro, im Jan. >815, wurde er zum Naturforscherdes Königs ernannt mit der Anwartschaft auf eine Professur der Zoologie. Noch im nämli-chen Jahre begleitete er den Prinzen Maximilian von Neuw ied (s.d.) auf seiner Reisean der Ostküste von Brasilien. Seit 1817 nahm er seinen gewöhnlichen Aufenthalt in der. Gegend am Mucuri. Beschäftigt mit seinen Sammlungen und mit Gründung einer Nie-derlassung für Deutsche, Leopoldina genannt, am Flusse Peruipe, nicht weit von Dicoza, starber am l. Apr. 1825. In der Absicht, seinen Landsleuten eine genaue Schilderung Brasilienszu geben, schrieb er seine „Beiträge zur nähern Kenntnis des Kaiscrthums Brasilien"lBd. I, Franks. 1823).
Freisasse heißt der Besitzer eines Freiguts (s. d.). ,
Freischütz ncnntdie Sage einen Schützen, dersich durch Bündnißmit dem Teufel söge- .i nannte Freikugcln schafft, von denen sechs unfehlbar, selbst in der weitesten Entfernung tref-fen, die siebente aber oder auch eine von den sieben dem Teufel angeh wt, der nach seinem Wil-len die Richtung gibt. Bearbeitet wurde die Sage zuerst von Äpe' im „Gespcnsterbuch";F. Kind benutzte sie zu der Oper, die von K. M. von Weber componirt Weltruf erlangtHat.
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