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5 (1845) Entführung bis Gebläse
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578 Freinsheim Freire

geistigen Erbauung gewidmeten Werkstätten baut, so ist er schon heute eine großartige, dan-kenswerthe Erscheinung. Er nährt die Gottinnigkcit inmitten des Jagens nach Geld undGut, er errichtet der Freundschaft Tempel in dem Leben, dessen rege Bewegungen dieHerzeneinander nicht finden lassen, er unterhält den Sinn für Häuslichkeit und stilles Familienglückin einer Zeit, wo das Wirthshauslcben Alles in seinen gcmüthlosen Strudel zu ziehen droht.In keinen Hallen übt sich die einfache Redekunst, an den schlichten Melodien seiner Lieder fin-det die tolle Begeisterung für Virtuosität ihre Grenze, und während seine Liebeswerke, seineWohlthätigkeitsanstalten Liebe und Vertrauen wecken, ist sein größtes Verdienst, daß er dasBew ußtsein unablässig anregt, des Menschen wahre Größe und höchste Würde sei — ein Menschzu sein. Vgl. Kloß, „Bibliographie der Freimaurerei" (Franks. 18-14), Feßler, „Sännnt-liche Schriften über Freimaurerei" (Freiberg 1865), Lenning's von Moßdorfrevidirte „En-cyklopädie der Freimaurerei" (3 Bde., Lpz. 1822—28), Fischer, „Neue" und „Neueste Zeit-schrift für Freimaurerei", sowie „Maurerhalle" (Altenb. 1832 fg.) und die Zeitschrift „La-tomia" (Lpz. >8-12 fg.).

Freinsheim (Joh.), ein bekannter Philolog, geb. 1668 zu Ulm, entwickelte schon früh-zeitig außerordentliche Fähigkeiten, studirte erst zu Marburg, hierauf zu Gießen, wo er mitdem Studium der Rechte das der Philosophie und schönen Wissenschaften verband und wen-dete sich später nach Strasburg, um zugleich von hier aus die Bibliotheken Frankreichs besu-chest und benutzen zu können. Eine lat. Lobrede auf Gustav Adolf machte ihn wegen ihrereindringenden Bcredtsamkeit und schönen Schreibart bekannt, sodaß er >642 als Professorder Staatswirthschast und Bcredtsamkeit nach Upsala berufen und >647 von der KöniginChristine zum Bibliothekar und Historiographen in Stockholm ernannt wurde. Da aberdas Klima dieses Landes seiner Gesundheit nicht zusagte, so folgte er dem Ruse als Honorar-professor an der Universität zu Heidelberg, wo er am 36. Aug. 1666 starb. Durch mehreAusgaben lat. Klassiker, namentlich aber durch die glückliche» Ergänzungen der verlorenenBücher des Curtius und Livius hat er sich als tüchtiger Gelehrte gezeigt; dagegen ruht seindeutsches Epos auf den Herzog Bernhard von Weimar, unter dem Titel „Deutscher Tugcnd-spicgel oder Gesang von dem Stamm und Thaten d«H alten und neuen Hercules" (Strasb.>636, Fol.), längst in verdienter Vergessenheit.

Freire (Agostinho Jvze), portug. Minister, der treueste Freund Dom Pedro's nndder aufgeklärteste Patriot, geb. am 28. Aug. >786, ein Findelkind, besuchte die Universitätzu Coimbra und widmete sich besonders dem Erziehungsfache, bis die franz. Invasion seinemLebensplane eine andere Richtung gab. Nachdem er im Oct. > 866 in Militairdienste getre-ten und > 8> I zum Lieutenant avancirt war, nahm er Theil an den Schlachten von Albuera,Vittvria und an den Pyrenäen. Im I. >815 zum Capitain ernannt, widmete er sich nuneifrigst dem Studium der Kriegswiffcnschasten und wurde > 826 Major. Kurze Zeit nachherwählte ihn die Provinz Estremadura zum Deputaten bei den außerordentlichen constituiren-den Cortes, von denen er als eines ihrer thätigsten und geschicktesten Mitglieder im Febr.>82> zum Secretair, im Juni >822 zum Viceprasidentcn und einen Monat darnach zumPräsidenten erwählt wurde. Nach dem Sturze der Constitution ging er zunächst nach derInsel Jersey, dann nach Paris und bereiste hierauf Belgien, einen großen Theil Frankreichs,Englands und Deutschlands sowie die Schweiz. In Folge der Verleihung der constitutioncllcnCarta Dom Pedro's kehrte er >826 nach Portugal zurück, woeralsMajvr in dasGeniecorxstrat und bald daraus zum Chef des Generalstabs ernannt wurde. Nach der Usurpation DomMiguel's flüchtete er >828 wieder nach Paris, wo er seit 183 > für dieWicdererobcrung desportug. Throns für Donna Maria sich auf das lebhafteste interessirte. Er begleitete 1832 de»Exkaiser nach den Azorischen Inseln, der ihn hier, nachdem er die Zügel der Regentschaft über-nommen, zum Kriegs- und interimistischen Marineministcr ernannte. Von jetzt an war F-die Seele des Unternehmens gegen Dom Miguel, das auch nur bei seiner Ausdauer, seiner Tä-tigkeit und seinem persönlichen Muthe glücklich ausgcführt zu werden vermochte. (S. Por-tug a l.) Nach der Pacification Portugals wurde er zum Staatsrathe ernannt und von denProvinzen Estremadura und Minho zum Deputaten bei den Cortes erwählt. Sein Berichtüber die Administration des Kriegswesens, den er in den Cortes ablegte, war ein Muster derBescheidenheit, Genauigkeit und Eleganz. Nachdem er im Aug. >834 das Kriegsministc-