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5 (1845) Entführung bis Gebläse
Entstehung
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569
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Areiheitsbämne FreiheitsmüHe

liegt, inimer deutlicher zum Vorschein gekommen, und der gewaltsam übertriebene Freiheits-begriff in den einer grund- und zwecklosen Nothwendigkeitzurückgefallen. Überhaupt berührtdie theoretische Frage über die Freiheit oder Unfreiheit des Wollens, bei welcher man nie ver-gessen sollte, in welcher Beziehung von der einen oder der andern die Rede ist, die Bestim-mung des Begriffs der sittlichen Freiheit gar nicht. Diese ist Abhängigkeit des Wollens vonder sittlichen Einsicht, Unabhängigkeit desselben von jedem andern Motive; als solche abernicht eine Thaksache sondern eine Aufgabe, der sich derMensch in seinem gesammten Wollennähern kann und soll; sie ist ein Musterbild des Wollens, eine Idee, kein Naturgesetz, unddie Möglichkeit, sich ihm zu nähern, setzt die Bestimmbarkeit des Wollens, also den richtigverstandenen Determinismus voraus. Vgl. überhaupt Wcrdermann, „Versuch einer Ge-schichte der Meinungen über Schicksal und menschliche Freiheit" (Lp;. >793); Daub, „Dar-stellung und Beurtheilung der Hypothesen in Betreff der Willensfreiheit", herausgcgebcnvon Kröger (Altona 1834); Nomang „Über Willensfreiheit und Determinismus" (Bern1835); Herbart, „Briefe zur Lehre von dec Freiheit des menschlichen Willens" (Gött. 1836).Über die Anwendung, welche man von dem Begriffe der äußern Freiheit zur Begründungder Rechtslehre und Staatslehre gemacht hat, s. Naturrecht.

Freiheitsbäume. Die fast allen europ. Völkern eigene Sitte, den Beginn des Früh-lings, auch die Volks - und Kirchenfeste mit Aufstellung grüner Bäume zu feiern, führte inden Vereinigten Staaten während des Unabhängigkeitskriegs zu dem Gebrauche, solcheBäume, besonders Pappeln, als Symbol der wachsenden Freiheit zu pflanzen. In der franz.Revolution ahmte man dieses nach. Die Jako bin er (s.d.) zu Paris sollen 1790 den ersten^rbre 6e la liberte aufgerichtct haben, und schnell verbreitete sich der Gebrauch durch ganzFrankreich, sodaß bald alle Ortschaften solche mit der Freiheitsmütze (s. d.) gekrönteFreiheitsbäume besaßen, die man unter Absingung revolutionairer Lieder umtanzte undüberhaupt als den Sammelplatz der Patrioten betrachtete. Anfangs bediente man sich derPappeln zu Freiheitsbäumen; weil aber der Name dieses Baums (>>e»;>Iier) zu Spöt-tereien Anlaß gab, wählte man später Eichen dazu. Der Convent regelte durch ein Decretvom 3 Pluviöse des Jahrs >1 diesen Cultus, der von den republikanischen Heeren auch indas Ausland verbreitet wurde und während der Schreckenszeit unter dem Vorwände derBeschädigung eines Frciheitsbaums Unzähligen das Leben kostete. Mit dem Erlöschen desrcvolutionairen Eifers verfielen auch die Freiheitsbäume, die unter dem Kaiserreich, wie allerepublikanische Sitten, vollends unterdrückt wurden. Auch in der Julirevolution fing manan einigen Orten an, Freiheitsbäume zu errichten, doch das Volk nahm wenig Antheil daran.Die Wegnahme der damals in Deutschland, besonders in den Nheingegcnden aufgepflanztenFreihcitsbäume ließ sich nicht immer ohne Tumult bewerkstelligen. Über die Freiheitsbäumclieferte der Abbe Gre'goire eine kleine, aber sehr gelehrte und interessante Schrift (1793).

Freiheitskrieg nennt man im Allgemeinen sowol den nordamerik. Freiheitskampfvon 1773, wie den Krieg auf der pyrenäischen Halbinsel gegen Frankreich von 1808—l 3,insbesondere aber den Russisch-deutschen Krieg (s. d.) von 1812 —15.

FreiheitsmüHe. Bei allen europ. Völkern, wo die freie Persönlichkeit kein Gemein-gut war, hatten gewöhnlich nur die politisch Begünstigten das ausschließcnde Recht, mit be-decktem Haupte öffentlich zu erscheinen. Bei den Römern z. B. durften die Sklaven keineKopfbedeckung tragen, und eine der Feierlichkeiten ihrer Freilassung war, daß ihnen der bis-herige Herr einen Hut aufsetzte. (S. Freilassung.) Wahrscheinlich dieser alten Sittezufolge ist der Hut oder die Mühe überhaupt das Sinnbild des freien Mannes geworden.Bei allen Revolutionen und Befreiungskämpfen spielte die Kopfbedeckung nach ihrer Ge-stalt und Farbe eine wichtige Rolle; als das Zeichen politischer Unabhängigkeit wurde sie indie Wappenschilde der Geschlechter und Völker ausgenommen. So wurde der Hut das all-gemeine Symbol der schweizerischen Einheit und Selbständigkeit. In England dient dieblaue Mütze mit weißem Rande und der goldenen Umschrift „I.ibei- 1 )-" als das Sinnbildverfassungsmäßiger Volksfreiheit. Beim Ausbruche der franz. Revolution wurde die rothc,spitze Mütze der zu Marseille befreiten Galeerensträflinge die charakteristische Kopfbedeckungund das Freihcitssymbol der Revolurionsmänner. Man erschien in dieser Mütze in den po-litischen Volksversammlungen und Clubs, steckte dieselbe auf die Freihcitsbäume und ge-