562 Freibeuter Freiburg (Canton)
Der 1788 angelegte Kurprinzenkanal führt bald auf, bald neben der Mulde die Erze -nt-fernter Gruben zum Amalgamirwerk, in dessen Nähe Kähne mit 60—90 Ctr. Erz durcheine Maschine 20 Ellen hoch aus der Mulde in den Kanal gehoben werden. Um die seiteiniger Zeit von den Gewässern überwältigten Erzreichthümer der freibcrger Gegend benu-tzen zu können, hat die Regierung seit > 843 einen Stölln in Angriff genommen, welcher dasWasser aus den alten Bauen in der Gegend von Halsbrücke zunächst in die rothschönbergerGegend abführen soll und schon auf dieser Distanz 2'/, Mill. Thlr. kosten wird, den manaber später bis in die meißner Gegend fortzuführen beabsichtigt. Vgl. Herder, „Der tiefemeißner Erbstolln" (Lpz. l 839). Nach Breithaupt'S Angabe in der Schrift „Die alte undfreie Bergstadt F. in Hinsicht ihrer Geschichte, Statistik, Cultur und Gewerbe" (Frcib.1825) hat der freibcrger Bergbau in den 630 Jahren seiner Dauer 240 Mill. Thlr. oder82000 Ctr. feines Silber geliefert.
Freibeuter nennt man einen Seeräuber, der seine Flagge nach den Umständen ändertund nicht wie der Kaper, durch den Kaperbricf bevollmächtigt, nur gegen die Nationen Feind-seligkeiten ausübt, mit welchen die seinige verfeindet ist, weshalb er auch als Räuber, der Ka-per hingegen militairisch behandelt wird.
Freibriefe, s. Licenzen.
Freiburst im Breisgau, die ehemalige Hauptstadt des Breisgaus (s. d.), jetzt derHauptort des Öberrheinkreises im Großherzogthume Baden und Sitz eines Erzbischofs,liegt am Treisamflusse, über welchen .eine schöne Brücke führt, und unweit des 3600 F. hohenNoßkopfs am Fuße des Schwarzwalds in einer schönen und fruchtbaren Gegend. Nebst denVorstädten Herdern und Wiehre zählte es 184 3, jedoch ohne die Besatzung und die Stu-denten, gegen 15800 E. Ein schönes Denkmal goth. Baukunst ist das Münster mit seinem356 F. hohen Thurme, jetzt die erzbischöfliche Kathedrale, erbaut seit der Mitte des 12.Jahrh.und im Innern prächtig verziert, mit einer Menge Grabmäler, unter denen sich das Grab-mal Berthold's V., Herzogs von Zähringen, auszeichnet. Vgl. Schreiber, „Geschichte undBeschreibung des Münsters zu F." (neue Aust., Frcib. >825). Andere merkwürdige Ge-bäude sind das Kaufhaus, das Theater, das erzbischöfliche Palais, das Museum, das ehe-malige Landschaftshaus und das Nathhaus. Die katholische Universität wurde 1457 vomErzherzog Albert von Ostreich gestiftet und ist mit reichen liegenden Gründen in Baden,Würtemberg und der Schweiz ausgestatket, obschon sie einen nicht unbedeutenden Theil der-selben im Elsaß durch die franz. Revolution verlor. Sie zählte >843 in der theologischenFacultät sieben ordentliche Professoren, darunter Hug (s. d.), Hir scher (s. d.) und Stau-de nmaierss.d.), inderjuristischensechs,darunterW arnkönigss.d.) undHeinr.Amann,in der medicinischcn sechs und in der philosophischen acht, darunter Heinr. Schreiber, Baum-stark, Ans. Feuerbach und Deuber, abgesehen von den außerordentlichen Professoren undPrivatdocenten; die Zahl der Studirendcn betrug in demselben Jahre 350, darunter 50Ausländer. Mit der Universität ist eine ansehnliche Bibliothek von mehr als >00000Bänden verbunden. Außerdem bestehen in F. noch ein katholisch-theologisches Seminar, einGymnasium und ein Forstinstitut. Dem Erzbisthume sind die Bisthümer Mainz, Fulda,Rottenburg und Limburg untergeordnet. Vgl. Schreiber, „Urkundenbuch der Stadt F."(2 Bde., Frcib. 1828).
Freiburg, Canton der Schweiz, hat auf 27'/, OM., bei einer Ausdehnung von >5Stunden Länge und acht Stunden Breite, etwa 94000 E., meist Katholiken, außer im pro-testantischen Bezirk Murten, und grenzt an Bern, Waadt, von dessen Gebiet auch drei kleinereBezirke völlig umschlossen sind, und an den Neucnburgersee. Der größere Theil derBevölke-rung spricht ein verdorbenes Französisch; die übrige deutsch. Die Sprache der Regierungist das Französische; doch werden alle Gesetze und Decrete des Großen Raths und alle fürden ganzen Canton verbindliche Staatsrathsbeschlüsse in beiden Sprachen ausgefertigt.Die Oberfläche des Landes besteht meist aus begrasten oder bewaldeten Hügeln und Bergen,von denen die höhern, eine Fortsetzung der Alpenkctte des berner Oberlands, im kältern süd-lichen Theile des Cantons gelegen sind, ohne jedoch die Grenze des ewigen Schnees zu errei-chen. Der größere Theil des Murtensces, der im Norden von einem ausgedehnten Moose, imSüden und Osten von fruchtbaren Ebenen begrenzt ist, sodann der Schwarze und Seedorfer